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MeKathrin Anders

GRÜNE 11.09.2025 Sitzungen 21/47

Sie AnSehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Antrag Herren! Heute reden wir über ein Thema, das die Hälfte und unserer Bevölkerung betrifft und trotzdem immer noch ein Tabu ist: die Perimenopause. – Ein kleiner Fun Fact am Rande: Dieses Wort gibt es im Rechtschreibprogramm von Word nicht, genauso wenig wie das Wort Endometriose und andere Wörter für Frauenthemen. Man sieht, es gibt noch viel zu tun. Danke für den Antrag. Thema ma- (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) haben Etwa ein Drittel der Frauen zwischen 40 und 50 Jahren leidet unter behandlungsbedürftigen Symptomen der Perimenopause. Das sind allein in Hessen Zehntausende Frauen. Für viele ist die Perimenopause von massiven Beauf schwerden, Unverträglichkeiten, Allergien, SchlafstörunGesprägen, Schmerzen, depressiven Verstimmungen und chroniüber schen Entzündungen begleitet. Das bedeutet nicht nur inwir dividuelles Leid, sondern es wirkt sich auf die Arbeitsfämüssen higkeit, auf die Familien und das Sozialleben sowie auf Minisdie gesellschaftliche Teilhabe aus. Und doch erleben beauch troffene Frauen immer wieder: Ihre Beschwerden werden so heruntergespielt, weder wahr- noch ernst genommen oder aufschlicht übersehen. Deshalb ist es gut, dass wir hier und heute darüber reden. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, vereinzelt und SPD und Freie Demokraten) Das ist ein strukturelles Problem. Es ist ein Problem der weil Sichtbarkeit von Frauen und der Frauengesundheit. Es leiden zeigt, dass Gleichstellung auch bedeutet: Weibliche Ledurch bensrealitäten müssen in Medizin, Forschung und Politik masernst genommen und abgebildet werden. Jetzt muss sich vor allem die rechte Seite des Hauses ganz stark konzentrieren: Es geht am Ende um Genderforschung. Die brauwir chen wir nämlich. heute (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, vereinzelt CDU, SPD und Freie Demokraten) wichtig Wenn wir Frauengesundheit sagen, wenn wir Frauengesundheit wollen, wenn wir wollen, dass Frauen im Job sagt, bleiben, wenn wir wollen, dass sie weiterhin am sozialen muss Leben teilhaben, dann brauchen wir Genderforschung. der Es geht um noch viel mehr – der Antrag der FDP-Fraksagt, tion benennt es sehr gut –: Wir brauchen eine bessere Verankerung der Themen Perimenopause und Wechseljahre im Medizinstudium und in der Weiterbildung. Frauen sind nicht nur so lange Forschungsobjekte, bis sie Kinder geboren haben, sondern bitte auch in der Zeit danach. Leider hört das Interesse für sie in dieser Lebensphase an vielen Stellen auf. Das ist das eigentliche Problem. Wir brauchen spezialisierte Beratungs- und Behandlungsangebote, eine Forschung, die nicht nur Männerkörper als Standard ansieht, und – das ist eine wichtige Aufgabe – eine Aufklärung, damit endlich mit Tabus gebrochen wird. Das ist alles notwendig, und es ist vor allem überfällig. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, vereinzelt CDU, SPD und Freie Demokraten) Es geht also vor allem um Teilhabe. Wir haben eben gehört, wie die Chancen von Frauen im Berufsleben in dem Alter sind, ab dem Beschwerden auftauchen können. Deswegen ist es wichtig, dass man die Arbeitswelt in den Blick nimmt. Das heißt auch, dass wir über flexible Arbeitszeiten und über Ruhemöglichkeiten am Arbeitsplatz reden, sodass auch die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber besser darüber Bescheid wissen. Hier ist nicht nur das Gesundheitssystem gefragt, sondern hier sind genauso die Arbeitgeber und die Gewerkschaften gefragt. Uns ist vor allem die Prävention wichtig. Nur dann, wenn Frauen frühzeitig informiert werden, wenn die Ärztinnen und Ärzte gut ausgebildet sind und Beratungsangebote niedrigschwellig zugänglich sind, kann man unnötiges Leid verhindern, und damit stärken wir Gesundheit und Selbstbestimmung. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, vereinzelt CDU und Freie Demokraten) Meine Damen und Herren, ich habe von den die Regierung tragenden Fraktionen ganz viel dazu gehört, wie wichtig das Thema ist, dass das alles ganz toll läuft und dass wir vor ein paar Wochen hier im Landtag einen Antrag zu dem Thema beschlossen haben. Ich glaube, das reicht nicht. Der Antrag, den wir beschlossen haben, ging über drei Seiten. Da wurde alles zusammengemischt, was es zusammenzumischen gab. Wenn man einen solchen Antrag hier mit Mehrheit beschließt, dann sollte man irgendwann auch einmal sagen, was man tut. Was ändert sich in der Versorgung der betroffenen Frauen? Was verbessert sich? Wo gibt es nun Hilfen für Frauen, ob mit Endometriose, ob in den Wechseljahren oder schwanger und im Wochenbett? – All das sind wichtige Themen. Ich möchte nicht hören, warum Sie den Antrag von Frau Knell ablehnen, sondern von Ihnen erfahren, was sich jetzt in Hessen substanziell wirklich ändert. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Ich finde, wir könnten ein gutes Signal senden, wenn wir diesen Antrag heute gemeinsam annehmen und zeigen würden, dass die Gesundheit von Frauen in Hessen ganz vorne auf der Agenda steht. Danach muss dieser Antrag mit Leben gefüllt werden. Ich denke, es ist der richtige Schritt, all die Maßnahmen, die wir vor ein paar Wochen beschlossen haben, immer wieder auf die Agenda zu setzen, um zu hören, was sich substanziell ändert und was die Landesregierung für die betroffenen Frauen hier in Hessen plant. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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