Bijan Kaffenberger
Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Anwesende! Im JuniPlenum konnten wir über einen überwältigenden und zugleich historischen Erfolg für Hessen sprechen und diesen würdigen: sechs hessische Exzellenzcluster. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes exzellent. Noch vor einigen Jahren standen wir ohne Cluster da, dann mit einem, und heute sind es sechs. Heute reden wir über die daraus resultierenden, nie zuvor da gewesenen Möglichkeiten, die sich daraus für unsere Hochschulen und unser Land ergeben; denn der Erfolg der sechs Cluster öffnet die Tür zur zweiten Förderlinie der Exzellenzstrategie. Mehrere hessische Universitäten sind nun antragsberechtigt als Exzellenzuniversitäten, nicht irgendwann, sondern jetzt. (Beifall SPD und vereinzelt CDU) Jetzt können die Verbünde zeigen, was möglich ist, wenn man zusammenarbeitet: Kooperation statt Kirchturm, Zukunft statt Zaudern. Die Hochschulen werden sich nämlich nicht alleine bewerben, nein, sie werden es im Verbund tun. Es wird auch nicht nur ein Verbund sein, sondern gleich zwei. Der Forschungscampus Mittelhessen – gewachsen aus den Unis Gießen und Marburg, verbunden durch das gemeinsame Universitätsklinikum, der Technischen Hochschule und außeruniversitären Forschungseinrichtungen – steht für gemeinsame Forschungsschwerpunkte, abgestimmte Nachwuchsförderung, geteilte Infrastrukturen und koordinierten Transfer, kurz, für eine kritische Masse, die eine einzelne Hochschule so allein nie erzeugen könnte. Zweitens. Die Allianz der Rhein-Main-Universitäten. Es wird später am Abend noch einmal Thema sein. Sie besteht aus der TU Darmstadt, der Goethe-Uni Frankfurt und der JGU in Mainz. Das ist ein länderübergreifender Verbund mit einer gemeinsamen Strategie, gemeinsamen Studiengängen und einer Geschäftsstelle. Das ist eine Universität für die Welt von morgen. (Beifall SPD und vereinzelt CDU) Das ist gelebte Kooperation mit klaren Schwerpunkten: Lebenswissenschaften, Medizin, Teilchenphysik, Materialund Energieforschung sowie natürlich der digitalen Transformation inklusive künstlicher Intelligenz. An dem Punkt, an dem wir stehen, ist das ein großer Moment für unseren Wissenschaftsstandort. Meine sehr verehrten Kolleginnen und Kollegen, dieser Moment ist verdient. Er ist unser Antrieb, die nächste Stufe zu erreichen und endlich eine Exzellenzuniversität in Hessen zu haben. Mit starken Verbünden und sichtbarer Stärke in Feldern wie künstlicher Intelligenz, Lebenswissenschaften und Energie stehen die Chancen nicht schlecht. Ich kann Ihnen eines sagen, weil wir in letzter Zeit viel über Mittel an den Hochschulen sprechen: Die damit verbundenen Fördermittel wären zusätzliche Mittel von Bund und Land. Alles das käme on top. Kein Cent würde aus dem bestehenden Hochschulpakt herausgeschnitten. Jeder einzelne zusätzliche Exzellenz-Euro stärkt den gesamten Wissenschaftsstandort und beide Hochschulverbünde. (Beifall SPD und vereinzelt CDU) Wir senden heute das richtige Signal. Wir würdigen die Schwerpunkte und diese Leistung. Wir sehen die Chancen und unterstützen beide Verbundanträge nachdrücklich, und zwar so gut, wie wir nur können. Wir wollen nämlich, dass der Forschungscampus Mittelhessen und die Rhein-Main-Universitäten auch in der zweiten Förderlinie erfolgreich sind. Daran arbeitet das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur mit unserem Minister Timon Gremmels an der Spitze jeden Tag. Damit wir erfolgreich sein können, braucht es aus meiner Sicht drei Dinge: Erstens. Verlässlichkeit. Die Verbünde müssen sich darauf verlassen können, dass wir den eingeschlagenen Weg fortsetzen, und zwar politisch, strategisch und auch finanziell. Zweitens braucht es Tempo; denn das Bewerbungsfenster ist klar, die Vorbereitung ist anspruchsvoll. Solche Anträge entstehen nicht über Nacht. Sie brauchen aber unseren Rückenwind, den Rückenwind eines Landes, das unterstützt, koordiniert und ermöglichend handelt. (Beifall SPD und vereinzelt CDU) Drittens braucht es Demut; denn Exzellenz ist kein Titel zum Aufkleben, sondern steht für die tagtägliche exzellente Arbeit der Beschäftigten an unseren Hochschulen – egal, ob in Laboren, Hörsälen, Bibliotheken, Werkstätten, ob von Studierenden, Promovierenden, Technikerinnen und Technikern, Verwaltungskräften oder Professorinnen und Professoren. Ihnen allen gelten unser Dank und unsere Unterstützung. Gemeinsam mit ihnen wurde die Tür geöffnet. Gemeinsam mit ihnen werden wir hindurchgehen – kooperativ, ohne Eitelkeiten, mit klarer Priorität für die Qualität der Anträge. Ich kann Ihnen sagen: Hessen kann Kooperation, Hessen kann Exzellenz, Hessen kann Zukunft. Packen wir es an für exzellente Wissenschaftsverbünde und ein innovatives Land. – Vielen Dank. (Beifall SPD und vereinzelt CDU)
