Hartwig Jourdan
Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Zunächst eine persönliche Anmerkung: Ich darf Ihnen sagen, ich freue mich sehr, heute hier sprechen zu können. (Beifall CDU und SPD) Als langjähriger Landwirtschaftsmeister nehme ich heute gern die Gelegenheit wahr, zu dem vorliegenden FDP-Antrag zu sprechen. Die Landwirtschaft ist für mich nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung. Sie schafft unsere tägliche Lebensgrundlage, pflegt unsere Kulturlandschaft und ist das Rückgrat regionaler Wertschöpfungsketten. Gerade in Zeiten, in denen viele landwirtschaftliche Familienbetriebe dringend Nachfolger suchen, ist es von entscheidender Bedeutung, junge Menschen für die Landwirtschaft zu begeistern. (Beifall CDU, SPD und vereinzelt BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) Als Ausbilder habe ich selbst erlebt, wie sehr Ackerbau und Tierhaltung junge Menschen faszinieren können. Daher begrüße ich grundsätzlich jeden Ansatz, der abzielt, Jugendlichen und jungen Erwachsenen landwirtschaftliche Tätigkeiten näherzubringen. Der heute zur Beratung stehende Antrag der FDP zwar in die richtige Richtung, greift jedoch zu kurz bedarf einer genaueren fachlichen Prüfung. Die Kollegen fordern ein freiwilliges Landwirtschaftsjahr, das re anbieten, Netzwerke schaffen und junge Menschen Ausbildungs- und Studiengänge im Agrarbereich tern soll. Das ist eine richtige Stoßrichtung, aber in Teilen wir das bereits, so im Freiwilligen Ökologischen Jahr. über 13 Jahren finden im FÖJ für jährlich 208 Teilnehmer 28 Seminare statt. Diese Seminare legen ein besonderes Augenmerk auf Bildungsangebote im Agrar- und bereich. Auch der geförderte Netzwerkaufbau ist Realität. Das gilt unter anderem beim HLNUG und Landesbetrieben wie Hessen-Forst. Einer Ihrer zentralen Punkte Ihres Antrags ist, dass konventionelle Landwirtschaft vom FÖJ nicht berücksichtigt wird. Um ehrlich zu sein: Nirgendwo im aktuellen FÖJ-System ist verbindlich vorgesehen, dass konventionell wirtschaftende Betriebe von der Teilnahme ausgeschlossen sind. Das hat der Kollege Müller schon sehr deutlich sagt. (Beifall CDU, SPD und vereinzelt BÜNDNIS DIE GRÜNEN) Es ist leider so, dass derzeit keine konventionell schaftenden Betriebe an dem Programm teilnehmen. (Wiebke Knell (Freie Demokraten): Es gibt nur Bereich der ökologischen Landwirtschaft!) Mir ist bewusst, dass eine Einsatzstelle, ein Einsatzbetrieb des FÖJ eine Tätigkeit im ökologischen Bereich aufweisen muss. Der Begriff „ökologischer Bereich“ ist aber ein bestimmter Rechtsbegriff, der so ausgelegt wird, dass tigkeiten vor allem im Umwelt- und Naturschutz und in der Natur- und Landschaftspflege gefördert werden. Ich kann Ihnen als praktischer Landwirt versichern: den Acker bestellt, Tiere artgerecht hält, vielleicht Weidetiere hält oder Forstwirtschaft betreibt, der nicht nur konventionelle Landwirtschaft, sondern auch aktive Kultur- und Landschaftspflege. (Beifall CDU und SPD) Das ist alles, was konventionelle Betriebe benötigen, als FÖJ-Betrieb zu fungieren. Sie müssen nur ein tes Konzept vorlegen. Die geforderte Schaffung eines en Freiwilligen Landwirtschaftlichen Jahres ist nicht der von der FDP geforderten Einfachheit umsetzbar. Antrag verkennt die komplexe Struktur der Freiwilligendienste mit ihrer notwendigen pädagogischen Betreuung. Die Landesregierung kann nicht einfach ein neues liges Jahr aus dem Boden stampfen. Das FÖJ ist durch die Bundesförderung auf 208 Stellen grenzt, die in einem festen Schlüssel auf vier Träger teilt werden. Ein komplett neues Programm zu etablieren, wäre nicht nur bürokratisch aufwendig, sondern auch der aktuellen wirtschaftlichen Lage unverantwortlich. darauf Vizepräsidentin Dr. Daniela Sommer: Herr Jourdan, Sie müssten bitte zum Schluss kommen. geht
