Scholz
Können wir ändern!) Hier gibt es große Unterschiede, die individuelle technische Lösungen erfordern. Deswegen ist eine standardisierte Anschaffung von digitalen Endgeräten grundfalsch. Es kann nicht funktionieren. Diese Aufgabe muss bei den Kommunen bleiben, damit die Endgeräte reibungslos in die örtliche IT-Infrastruktur eingebunden und im Betrieb praktikabel administriert werden können. Dieser „Eine für alle“-Ansatz klingt schön, ist aber ungeeignet. Im Ergebnis würden wir damit den Schulträgern Anschaffungen von oben verordnen, die nicht zu den Schulen passen. Aber nicht nur die Forderung bezüglich der Ausstattung mit digitalen Endgeräten geht an der Realität vorbei. Auch die Aussagen zur individuellen Förderung, zur Medienbildung, zur Fortbildung für Lehrkräfte sind einfach falsch; denn auch hier hat sich in den letzten Jahren sehr viel getan. Die individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern unterstützen wir gezielt mit digitalen Anwendungen. Dazu zählt zum Beispiel „Mathe sicher können“, das wir in diesem Schuljahr als Pilot an den Start gebracht haben. Das ist ein Programm für die Jahrgangsstufen 4 bis 6. Bei diesem Programm erscheint direkt nach der Diagnose für den einzelnen Schüler das passende Fördermaterial. Das ist genau das, was wir wollen: die individuelle Förderung für den Schüler und gleichzeitig die Entlastung für die Lehrerinnen und Lehrer. Die Rückmeldungen, unter anderem zu „Mathe sicher können“, aus den Schulen sind so positiv, dass wir die Anwendungen im kommenden Schuljahr flächendeckend zur Verfügung stellen werden. Dazu ist die Ausschreibung eines digitalen Mathematik-Förderprogramms in Vorbereitung, das durch adaptive Übungsformate beim individuellen Kompetenzerwerb unterstützen soll. Für den Bereich Deutsch haben wir beispielsweise das online-basierte Leseförderprogramm FLINK für Kinder der 2. bis 6. Jahrgangsstufe. Alle Anwendungen – diese und weitere, die ich jetzt nicht genannt habe – werden perspektivisch in das Schulportal eingebunden oder sind dort bereits angeschlossen. Auch die von Ihnen geforderte Offensive zur Medienbildung haben wir längst. Medienbildung ist in der Schule systematisch verankert. Alle Schulen haben Medienbildungskonzepte. Auch das Fortbildungsangebot im Bereich der digitalen Bildung haben wir natürlich. Es gibt eine Unzahl von Angeboten zum Einsatz digitaler Endgeräte im Fachunterricht, und es gibt natürlich auch zu aktuellen Themen, beispielsweise KI oder Cybermobbing, sehr viele Angebote, die auch sehr stark frequentiert werden. Im letzten Schuljahr haben beispielsweise über 23.000 Kolleginnen und Kollegen diese akkreditierten Fortbildungen besucht. Meine Damen und Herren, abschließend: Die Opposition verkennt die Realität bei der IT-Infrastruktur, im Bereich der Medienbildung und bei den Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer. Sie fordert ein bisschen mehr von dem, was wir ohnehin haben. Das ist also ein klassischer Oppositionsantrag. – Vielen Dank. (Beifall CDU und vereinzelt SPD)
