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Nina Heidt-Sommer

SPD 26.06.2025 Sitzungen 21/44

Portion Frau Präsidentin, meine sehr geehrten Damen und Herren! besser. Wir als Koalition aus CDU und SPD haben in unserem Kovorbei. alitionsvertrag genau beschrieben, wie wir unsere Schulen digital weiterentwickeln. Dieses Gesamtkonzept bildet die Grundlage unserer verlässlichen Politik. Wir beobachten Antrag Kra- dabei genau aktuelle Entwicklungen und beziehen sie selbstverständlich in unsere Entscheidungen ein. weil Ja, Digitalisierung hat Auswirkungen auf ganz viele Bewisreiche in den Schulen, und sie ist eben nicht allein eine knapp Frage der Hardwareausstattung: Auch Demokratiebildung und Medienbildung sind entscheidende Aspekte, die wir Aussage mit bedenken müssen und wollen. zum (Beifall SPD und CDU) Im Antrag von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wird eine Ampel Studie zitiert, der zufolge 40 % der Achtklässlerinnen und hinAchtklässler keinen reflektierten Umgang mit Medien haben. Das ist besorgniserregend. In diesem Punkt stimme verloreich Ihrem Antrag ausdrücklich zu. Die Verbesserung der Die digitalen Bildung bleibt für uns alle fortwährende Aufgabe insbeund Verpflichtung. selbst Was bedeutet aber Digitalisierung für unsere Schulen? Digitalisierung verändert die Arbeit in den Schulen grundsätzlich. Schülerinnen und Schüler wie auch Lehrkräfte nutzen Chatbots, um Wissen zu generieren. Selbst die rund Internetrecherche hat sich innerhalb eines Jahres grundlediesen gend verändert; Googeln im Jahr 2025 ist ganz anders fest als Googeln im Jahr 2024. Auf viele Fragen bekommen Bund wir brauchbare KI-generierte Texte. Die technischen Fortdass schritte sind atemberaubend. Das, was KI heute kann, war digitalen so vor zwei Jahren nicht absehbar. Was KI in zwei Jahren zukönnen wird, wissen wir heute noch nicht. unsere Diese Entwicklung bietet riesige Chancen und fordert uns Sache als Gesellschaft insgesamt heraus. Ja, das gilt gerade auch Sie für die Schulen. Selbstverständlich müssen wir zügig auf diese Entwicklungen reagieren. Aber haben wir eine Chandeutlich ce, in Echtzeit neue Entwicklungen zu erkennen, Chancen und Risiken zu bewerten und Konzepte zu entwickeln? Ehrlicherweise nein. Aber Sie sehen zum Beispiel an den Empfehlungen zum Umgang mit Chatbots, dass unser Ministerium nah daran ist und gute Handreichungen bietet. Aber wir müssen weitere Fragen beantworten. Was ist der eigene Anteil eines Schülers an einer Hausarbeit im Rahzum men der Realschulabschlussprüfung, wenn er KI nutzt? Wie definieren wir das? Welche Auswirkungen auf die Bewertung von Aufgaben in der gymnasialen Oberstufe erwachsen aus den mittlerweile echt guten Texten, die Chatbots liefern? Um es grundsätzlicher zu sagen: Wir müssen uns alle gemeinsam als demokratische Fraktionen auf den Weg machen, um zu klären, wie wir Lernen neu definieren und unsere Bildungsangebote umstellen. (Beifall SPD und CDU) Wir müssen weitere Lösungen erarbeiten, mit denen wir die technische Revolution, der wir ausgesetzt sind, als Chance begreifen können. Die Schulen der Zukunft werden in einigen Bereichen grundlegend anders strukturiert sein als die Schulen, wie wir sie jetzt kennen. Es gibt aber auch Dinge, die gleich bleiben. Schülerinnen und Schüler werden auch in Zukunft in den Schulen mit Lehrkräften, sozialpädagogischen Fachkräften und Schulpsychologen vermehrt in multiprofessionellen Teams lernen. Es gilt weiter der Grundsatz: Bindung und Beziehung sind die Voraussetzungen für Bildung und Erziehung. Darüber hinaus bleibt trotz aller technischer Umwälzungen das entscheidend, was im Unterricht real stattfindet. (Beifall SPD und CDU) Wir müssen die notwendigen Veränderungsprozesse mit klaren politischen Zielen steuern. Dabei brauchen wir Unterstützung aus Wissenschaft und aus der Praxis. Es handelt sich hier nicht um das Drehen an einem oder zwei Schräubchen. Wir werden in den nächsten Jahren einen komplexen Transformationsprozess erleben, der multiperspektivisch von uns organisiert werden muss. Erste Schritte innerhalb dieses Prozesses haben wir als Koalition eingeleitet. Wir bauen das Schulportal immer weiter aus und nutzen es als digitale Säule des Unterrichts. Wir setzen auf digitale Diagnostik mit gekoppelter Förderung der Schülerinnen und Schüler. Das entlastet Lehrkräfte und sorgt für eine Verbesserung der Unterrichtsqualität durch individualisiertes Lernen. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordert, das Fach „Digitale Welt“ landesweit auszurollen. Genau das steht in unserem Koalitionsvertrag, und das wollen wir auch im Laufe dieser Legislaturperiode umsetzen. (Beifall SPD und CDU) Meine Damen und Herren, wir haben es eben schon gehört: Im Antrag von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ist die Rede von „auf die lange Bank schieben“. Wir werden aufgefordert, zu handeln, auch wenn die Finanzierung und genaue Ausgestaltung des Digitalpakts 2.0 noch nicht abschließend geklärt ist. Die Finanzlage hat sich verändert. Auch in diesem Bereich leben wir in enorm herausfordernden Zeiten. Die Ausstattung der Schulen hat für diese Landesregierung trotzdem absolute Priorität. Aber die Haushaltsverhandlungen auf Bundesebene sind aktuell noch in vollem Gange. Wenn wir im Herbst einen klaren Finanzrahmen haben, können wir auch für das Land Hessen im Rahmen des dann hoffentlich existierenden Digitalpakts 2.0 planen. Das ist seriöse Politik. Das ist Politik, die den Menschen Klarheit bietet. (Beifall SPD und CDU) Wir haben in unserem Koalitionsvertrag vereinbart, dass wir für Schülerinnen und Schüler mobile Endgeräte zur Verfügung stellen wollen, wenn das für den Unterricht benötigt wird. Das werden wir auch gemeinsam umsetzen. Ich habe vorhin davon gesprochen, dass Schule sich verändern wird. Die Säule des Lernens, dass Schülerinnen und Schüler selbstständig an Problemen und Projekten arbeiten, wird wachsen. Lehrkräfte werden eine neue Rolle einnehmen, eine lernbegleitende Rolle. Schülerinnen und Schüler werden vermehrt in den Schulen mit anderen Schülerinnen und Schülern gemeinsam an Computerplätzen arbeiten. Die Schulen, die sich bereits auf den Weg gemacht haben und ihren Unterricht ganz oder teilweise umgestellt haben, berichten von großen Erfolgen. Ich war über viele Jahre an schulischen Entwicklungsprozessen beteiligt. Diese sind aufwendig und brauchen Zeit. Die Arbeitsbelastung der Lehrkräfte an den Schulen ist schon jetzt hoch. Wir müssen sie bei Veränderungen – und das gilt auch für die Digitalisierung – mitnehmen. Deshalb müssen wir Veränderungen so gestalten, dass die Qualität der Schule verbessert wird und gleichzeitig Ressourcen realistisch eingeschätzt und genutzt werden. (Beifall SPD und CDU) Meine Damen und Herren, zu Beginn meiner Rede bin ich auf Demokratielernen und Medienbildung eingegangen. Vor dem Hintergrund der fortschreitenden Entwicklung der KI bekommen diese Aspekte eine ganz neue Bedeutung. Wir müssen unsere Kinder und Jugendlichen darauf vorbereiten, seriöse Quellen zu identifizieren. Die Möglichkeiten, die KI den Feindinnen und Feinden der Demokratie bietet, sind enorm. Der reflektierende Umgang mit KI wirft vielfältige Fragen auf: Auf welche Informationen bezieht sich KI, was ist ihr Wissensschatz, wer trainiert die KI mit welchem Interesse? Wie beeinflusst die KI die Wahrnehmung von Wahrheit? Schulen bekommen hier eine wachsende Verantwortung, unsere Demokratie zu schützen und weiterzuentwickeln. Dies ist einer der Gründe, aus denen heraus wir in unserem Koalitionsvertrag geschrieben haben, dass wir die Curricula, insbesondere der Fächer Politik und Wirtschaft sowie Arbeitslehre, überprüfen und überarbeiten wollen. (Beifall SPD und CDU) Die technische Revolution unserer Zeit stellt uns vor große Herausforderungen. Sie bietet uns aber auch große Chancen. Wir als Koalition von CDU und SPD haben die Herausforderungen im Blick, und wir nutzen die sich bietenden Chancen, um unsere Schülerinnen und Schüler optimal auf die Welt vorzubereiten. – Vielen Dank. (Beifall SPD und CDU)

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