Frank Lortz
Vielen Dank. – Das Wort erhält der Kollege Dr. Matthias Büger für die FDP-Fraktion. Bitte sehr, Matthias. Dr. Matthias Büger (Freie Demokraten): Sehr geehrter Herr Präsident, meine sehr geehrten Damen und Herren! Ja, herzlichen Glückwunsch an die Hochschulen und an die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die so erfolgreich abgeschnitten haben. Das ist eine große Leistung. Das freut auch uns Freie Demokraten. Herzlichen Glückwunsch. (Beifall Freie Demokraten und vereinzelt BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Die Wissenschaft, über die wir in diesem Plenum erfreulicherweise sehr häufig sprechen, erscheint dem einen oder anderen Politiker, der nicht mit Wissenschaft beschäftigt ist, ein bisschen kompliziert. Gestern hatten wir einen tollen Abend des Sports. Ich versuche deswegen einmal, das verständlich in der Fußballsprache einzuordnen. Da können wir ein bisschen schauen, wohin wir kommen. Ich sehe Heiterkeit. (Glockenzeichen) Bei der letzten Exzellenzinitiative, das war so im Jahr 2018, sind wir Hessen abgestiegen. Das war ganz bitter. Das war ein katastrophaler Ausgang. Im Übrigen wurden die Trainer, also die Wissenschaftsminister, die 15 Jahre lang zuvor alle von der CDU gestellt. Ich will das einfach nur einmal feststellen. Herr Schmitz, jetzt sind wir wieder in die erste Liga aufgestiegen. Das ist prima. Natürlich passiert bei einem Aufstieg das, was immer passiert: Der Erfolg hat viele Väter. (Zuruf: Und Mütter!) – Und Mütter. – Der Herr Staatsminister hat super Einzelspieler. Er hat hoch engagierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Hochschulen. Er hat Einzelspieler, die viel herausgeholt haben. Dem heutigen Trainer, ich meine den Minister, dem ist der Erfolg ein Stück weit in den Schoß gefallen. Dass sich der Co-Trainer auch gut eingebracht hat, ist richtig. Die Mannschaft ist aber erst sehr spät übernommen worden. Da war schon ganz viel auf dem Weg. Das ist schön. Wir können an der Stelle gönnen. Auch das wissen wir vom Fußball: Geld allein schießt keine Tore. – Ja, das stimmt. Aber wir wissen auch eines: Mit einem Kreisklassebudget kann man nicht in der Bundesliga spielen. Lieber Stephan Grüger, mit einem Kreisklassebudget kann man nicht in der Bundesliga spielen. (Beifall Freie Demokraten und vereinzelt BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Deswegen sage ich hier – das sage ich auch ganz offen –: Die Steigerung der Budgets um 4 % in den Jahren zuvor war das, was uns auf diesen Weg gebracht hat. Das war wichtig. Das haben wir jetzt wahrscheinlich nicht mehr. Gleichzeitig, bei aller Euphorie, sind wir noch lange nicht in der Champions League. Der Titel „Hessen im Spitzenfeld der Forschung“ liest sich so, als wären wir ganz oben. Um es aber noch einmal festzuhalten: Hessen hat keine Exzellenzuniversität. Hessen hatte noch niemals, seit es das gibt – also seit rund 20 Jahren –, eine Exzellenzuniversität. Aber immerhin sind wir jetzt mal qualifiziert, um uns dort zu bewerben, so wie die Champions-League-Qualifikation, aber wir sind noch lange nicht drin. Und ja, in den letzten Jahren wurde investiert. Das war im Übrigen die Basis für den Aufstieg. Den Aufstieg sichern wir aber doch nur, indem wir das Budget – nach Kaufkraft und Inflation – jetzt auch gleich lassen. Wirklich niemand wäre doch im Fußball so verrückt, nach sportlichem Erfolg und Aufstieg das Budget zu kürzen. Niemand wäre so verrückt, aber hier scheint es zu passieren. Außerdem spielen wir in der Situation noch auf den Nebenplätzen. Es gibt also eine ganze Menge Berichtspflichten, besonders strenge Vorgaben zu CO -Ausstoß, Verpflichtungen zu Öffentlichkeitsarbeit; das heißt dann Third Mission. Um es auch hier einmal in Fußballsprache zu sagen: Es muss doch in erster Linie darum gehen, Tore zu schießen, und nicht, den Preis für das beste und schönste Trikot zu bekommen. Auch da gilt es, sich bitte einmal auf das Wichtige zu konzentrieren. (Beifall Freie Demokraten – Zurufe BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN – Glockenzeichen) Was tut die Landesregierung? Wenn wir uns das einmal ansehen, was Sie sagen, Herr Minister: Zum einen feiert sie den Aufstieg, ja. Dann beginnt sie aber auch noch, gute Spieler zu verkaufen. Oder wie heißt das? Sie löst 474 Millionen Euro Rücklagen auf – das ist nichts anderes, als Kasse zu machen. Dann wissen Sie an der Stelle: Nach dem Feiern kommt meist der Kater. Deswegen sage ich Ihnen – ich kann es leider nicht anders sagen –: Heute gibt es von uns Freien Demokraten die gelbe Karte für Trainer Gremmels und für Teammanager Lorz, nämlich dafür, zum Zeitpunkt des Erfolges Kasse machen zu wollen. Das geht gar nicht. (Beifall Freie Demokraten und vereinzelt BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Ich sage Ihnen noch eines: Wenn Sie so weitermachen, es am Ende für Gremmels und Lorz und für Schwarz-Rot bei nächster Gelegenheit glatt Rot. – Vielen Dank. (Beifall Freie Demokraten und Hildegard Heldmann (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – phan Grüger (SPD): Nicht alles, was hinkt, ist Vergleich! – Weitere Zurufe)
