Angela Dorn
Entschuldigung für die kurze Unterbrechung. Eigentlich haben wir nicht viel Zeit, und trotzdem habe ich sie gerade vergeudet. – Wir machen schnell in der Rednerreihenfolge weiter. Als Nächster hat Herr Abgeordneter Hofmann für die Fraktion der Sozialdemokraten das Wort. (Beifall Turgut Yüksel (SPD)) Alexander Hofmann (Wiesbaden) (SPD): Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Auf den ersten Blick klingt der Antrag der AfD ja ganz harmlos: Ein Kataster für Alt- und Wertholz soll her, zum Schutz der Bäume, zur Förderung hochwertiger Holzverwertung, zur besseren Planung. – Das klingt vielleicht vernünftig, wäre da nicht das Problem – meine Vorredner haben es bereits gesagt –, dass das schon längst Realität ist. Dabei wäre es eigentlich nicht schwer gewesen, sich mit einer Kleinen Anfrage bei den zuständigen Stellen entsprechend zu informieren – darum ist die AfD ja nicht unbedingt verlegen. Ein Gespräch mit Hessen-Forst oder ein Blick in die Naturschutzleitlinie hätte schnell gezeigt, wie umfassend und systematisch die Datenerhebung im hessischen Staatswald längst erfolgt. Zum Thema Entbürokratisierung, das wir vorhin hatten, hat sich Herr Lambrou hierhin gestellt und gesagt, was man alles tun müsse und was getan wird. Jetzt macht die AfD genau das Gegenteil. Es ist schon spannend, wie schnell sich Debatten innerhalb weniger Stunden überholen. (Beifall SPD, CDU und Dr. Stefan Naas (Freie Demokraten)) Was Sie hier vorschlagen, ist kein Fortschritt, sondern eine Wiederholung des Status quo mit falschen Prämissen. Das wirft Fragen auf. Entweder fehlt es an Kenntnis – das wurde beim Wortbeitrag des Kollegen Marxen ganz deutlich –, oder es wird gezielt mit Unklarheiten gearbeitet. Offen gesagt, ist beides kein Qualitätsmerkmal parlamentarischer Arbeit. (Beifall SPD und CDU) Vielleicht noch eine Anmerkung zu Punkt 3: Was zur Naturwaldentwicklung gefordert wird, passt irgendwie auch überhaupt nicht zum Rest dieses ganzen Antrags. Wir streben weder weitere Flächenstilllegungen über die 10 % an, noch wollen wir diese reduzieren. Im Gegenteil, wir monitoren die Flächen, wir schauen uns an, was da passiert, und die Ergebnisse gilt es dann auch abzuwarten. Worum geht es der AfD? – Ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Wahrscheinlich geht es ihr nicht um die Bäume, auch nicht um die Daten und vor allem nicht um das Holz. Wer den Wald schützen will, der braucht Wissen und keine Schlagworte. Deshalb ist klar: Wir brauchen kein weiteres Kataster, wir brauchen keine Rückabwicklung und vor allem auch kein „Rückwärts“ bei den Naturflächen. Was wir brauchen, ist ein klimastabiler, zukunftsfähiger Wald. Daran arbeiten wir gemeinsam mit Hessen-Forst und allen weiteren Beteiligten, damit nämlich auch in Zukunft gute Erträge erwirtschaftet werden können. Deshalb lehnen wir Ihren Antrag voller Überzeugung ab. – Herzlichen Dank. (Beifall SPD und CDU)
