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Frank Lortz

15.05.2025 Sitzungen 21/41

Frau Kollegin, Sie müssen zum Schluss Ihrer Rede kommen. und Haushalt deutKathrin Anders (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): einmal die Sehr geehrte Damen und Herren, die Gesundheit der Fraunicht en ist keine Nische. Das ist kein Sonderthema. Sie ist der Lackmustest für eine gerechte verantwortungsvolle Gemüss- sundheitspolitik. Die Landesregierung muss aus der Problembeschreibung herauskommen. Sie muss aufhören, die Symptome zu verwalten und zu bekämpfen. Ich glaube, wir brauchen da eine strukturelle Änderung. Dieser Antrag ist ein erster Schritt. Aber er wird sicherlich nicht ausreiweichen, die strukturelle Benachteiligung der Frauen zu beseiFrauentigen. Grausen werden (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) wird viele Vizepräsident Frank Lortz: sie Vielen Dank. – Das Wort erhält Frau Wiebke Knell für die Aber FDP-Fraktion. Wiebke, bitte. aber Wiebke Knell (Freie Demokraten): Wiebke Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Es reicht. Es reicht, dass wir Frauen im Gesundheitssystem immer noch nicht gleichbehandelt werden. Es reicht, dass unsere Schmerzen nicht ernst genommen werden, unsere Symptome abgetan werden und unsere Bedürfsind nisse ignoriert werden, nur weil wir Frauen sind. Therapie (Beifall Freie Demokraten, BÜNDNIS 90/DIE der GRÜNEN und vereinzelt SPD) Mänwir Wenn wir wollen, dass in diesem Land alle Menschen gleichbehandelt werden, dann müssen wir endlich auch die Ungerechtigkeiten im Gesundheitssystem beenden. Von diesen gibt es viele. Das sind zu viele. Das sind die Frauen, die mit Krankheiten wie der Endometriose jahrelang im Dunkeln tappen. Das sind die Frauen, deren Herzinfarkt zu spät erkannt wird. Es gibt Frauen, die mit Schmerzen leben und die niemand ernst nimmt. Es ist an der Zeit, dass wir das ändern. (Beifall Freie Demokraten und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Die Realität sieht aber so aus: Noch immer werden die Frauen beim Thema Gesundheit häufig übersehen. Wir haben es schon gehört: Bei Herzinfarkten werden die Symptome bei den Frauen oft nicht richtig erkannt. Während sich Männer häufig mit starken Schmerzen in der Brust melden, haben Frauen Symptome wie Übelkeit, Müdigkeit oder Rückenschmerzen, die nicht als klassisches Anzeichen eines Herzinfarktes gewertet werden. Das hat fatale Folgen. Frauen sterben häufiger an einem Herzinfarkt, weil sie eben nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die sie brauchen. Die Liste der Ungerechtigkeiten ist länger. Frauen, die mit Endometriose kämpfen, müssen im Durchschnitt siebeneinhalb Jahre auf eine Diagnose warten. Warum ist das so? – Das ist so, weil die Symptome häufig als normale Menstruationsbeschwerden abgetan werden, obwohl die Krankheit nicht nur zu extremen Schmerzen, sondern auch zu Unfruchtbarkeit führen kann. Eine weitere Krankheit, die fast ausschließlich Frauen betrifft, ist das Lipödem. Das wird häufig als Schönheitsproblem abgetan. Aber die Betroffenen leiden an den Beinen und an den Hüften unter extremen Schmerzen. Das brennt, drückt und pocht. Aber niemand hört ihnen zu. Die Ärzte sagen dann auch noch häufig: Das kommt vom Übergewicht, nehmen Sie einmal ab. – Aber das ist halt mehr. Es ist eine Erkrankung, bei der die Fettverteilung im Körper gestört ist. Warum wird das nicht ernst genommen? Warum sind die Frauen auf sich allein gestellt, wenn sie medizinische Hilfe brauchen? (Beifall Freie Demokraten, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, vereinzelt CDU und SPD) Das geht noch weiter. Genannt wurden nur die Wechseljahre. Aber es gibt noch eine Phase davor. Das ist die Perimenopause. Das ist der Übergang zur Menopause. Der kann bereits im Dreißigerjahrzehnt beginnen. In dieser Zeit schwanken die Hormonspiegel massiv. Diese Schwankungen führen zu Beschwerden, die viele Frauen zunächst überhaupt nicht einordnen können. Das sind Schlafstörungen, Hitzewallungen, Gelenkschmerzen, Haarverlust und Stimmungsschwankungen. Die betroffenen Frauen denken noch nicht an die Wechseljahre. Oft sind sie einfach auf sich alleine gestellt. Warum ist das so? Das ist so, weil das Thema in der gynäkologischen Ausbildung fast überhaupt nicht vorkommt. Ich finde, das ist irre. Das betrifft jede Frau. Die Frauenärzte wissen oft nicht Bescheid. Das ist besonders dramatisch, weil man den Frauen oft mit einer einfachen Hormontherapie helfen könnte. Wie aber soll eine Frau wissen, was mit ihr los ist, wenn selbst viele Ärzte keine Ahnung haben? Deswegen wiederhole ich mich: Es reicht. – Es ist nicht mehr hinnehmbar, dass Frauen in einem System leben, das ihre Gesundheit nicht ernst nimmt, das ihre Bedürfnisse ignoriert und ihre Beschwerden als nicht real bezeichnet. Wir brauchen die gesundheitspolitische Wende, und zwar sofort. (Beifall Freie Demokraten, vereinzelt CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Deshalb fordern wir Freie Demokraten mehr Forschung zu frauenspezifischen Krankheiten wie Endometriose oder Lipödem. Die Gendermedizin muss endlich verbindlich in das Medizinstudium integriert werden. Die Frauen brauchen eine medizinische Versorgung, die ihre spezifischen Bedürfnisse erkennt und berücksichtigt. Wir brauchen vor allem eine bessere Ausbildung und Aufklärung der Ärztinnen und Ärzte. Die medizinische Ausbildung muss sicherstellen, dass die Frauen als individuelle Patientinnen behandelt werden. Sie dürfen nicht in eine Norm gepresst werden, die ihre spezifischen Beschwerden ignoriert. Liebe Kolleginnen und Kollegen, das ist nicht nur eine Forderung an das Gesundheitssystem. Das ist auch eine Forderung an die Gesellschaft. Das sind viele Tabuthemen. Wir müssen darüber reden. (Beifall Freie Demokraten, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt CDU) Wenn wir wollen, dass die Frauen in allen Lebenslagen gleichbehandelt werden, dann müssen wir anfangen, ihre Gesundheit ernst zu nehmen. Die Fraktion der Freien Demokraten unterstützt den Antrag, weil er auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert. Er stellt die individuellen Bedürfnisse der Patientinnen in den Mittelpunkt. Ich bin da bei Frau Kollegin Anders. Da sind viele Problembeschreibungen. Da ist noch viel zu tun. Deswegen würde ich mich freuen, wenn es jetzt öfter Initiativen zu diesem Thema geben würde. Ich bringe mich da gerne selbst ein. Ich habe jetzt leider nicht mehr genug Zeit, um auf die AfD groß einzugehen. Aber einen Satz muss ich Ihnen doch mitgeben: Nur weil man eine Frau ist, muss man noch lange keine Frauenpolitik machen. Dafür sind die Frauen der AfD leider das beste Beispiel. – Vielen Dank. (Beifall Freie Demokraten, CDU, SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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