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Sebastian Sack

SPD 15.05.2025 Sitzungen 21/41

Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich will mich in meiner Rede ernsthaft dem Titel der Aktuellen Stunde in seiner Begrifflichkeit, Geschichte und Deutung nähern. Um es gleich vorweg zu sagen: Hessens Schulen zeigen schon jetzt Flagge, jeden einzelnen Tag auf vielen Ebenen. (Beifall SPD, CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Freie Demokraten) Hessens Schulen zeigen Flagge für eine Bildung, die alle Menschen umfasst, egal woher sie kommen. Sie zeigen Flagge für Partizipation und Freiheit, für Demokratie und Menschenrechte. Und das ist gut so. (Beifall SPD, CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Freie Demokraten) Meine Damen und Herren, sie zeigen auch Flagge für junge Menschen in einer ganz entscheidenden Phase ihrer Identitätsfindung und ihrer Identitätsbildung. Die Bildung der Identität ist ein dynamischer, ein kontinuierlicher Prozess, der Wandlung durchläuft, der manchmal auch krisenhaft verläuft, der aber zum Erwachsenwerden, zum Menschsein gehört und unterschiedliche Identitäten mit sich bringt: familiäre, kulturelle, religiöse Zugehörigkeit zu sozialen Gruppen. Ja, Hessens Schulen und ihre Lehrkräfte zeigen schon jetzt Flagge für diese jungen Menschen. Sie geben ihnen Raum für diese Identitätsbildung. Sie geben Ihnen aber auch Halt und Verständnis durch Pluralität, Partizipation und Rechtsstaatlichkeit, durch eine kritische Auseinandersetzung miteinander und anhand der Geschichte sowie durch einen Fächerkanon, der eine universale Bildung ermöglicht. Und das ist gut so. (Beifall SPD, CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Freie Demokraten) Meine Damen und Herren, Hessens Schulen zeigen auch Flagge für jeden Menschen in unserem Land, für jede Bürgerin, für jeden Bürger, egal woher sie gekommen sind, und auch weit darüber hinaus für Freiheit und Menschenrechte. Und das ist auch gut so. Denn, meine Damen und Herren, der Kollege Sommer hat es eben gesagt, wir haben es anfangs auch schon gehört, und wir wollen es auch noch einmal ganz deutlich festhalten: „Hesse ist, wer Hesse sein will.“ Das ist eine ganz klare Haltung, mit der der damalige Ministerpräsident ein ganz deutliches Zeichen gesetzt hat. In anderen Worten: Ohne die Pluralität, diese Weltoffenheit und die Menschen, die hier Heimat gefunden haben, wäre Hessen kulturell, wirtschaftlich und politisch ärmer, und somit wären auch unsere Schulen ärmer. Ist es das, was Sie meinten? – Es ist das, was wir meinen, meine Damen und Herren. (Beifall SPD, CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Freie Demokraten) Home is, where your heart is, oder: Heimat ist da, wo dein Herz zu Hause ist, deine Familie, deine Freunde, deine Liebe. Denn, meine Damen und Herren, Hessen ist in diesem Sinne für viele Menschen ein Zuhause, eine Heimat. Damit kommen wir zum letzten Begriff des Titels. In Deutschland und damit auch im wunderschönen Hessen haben viele Menschen ein Zuhause, eine Heimat, manche schon immer seit ihrer Geburt, andere haben diese Heimat hier gefunden, in einer offenen und demokratischen Gesellschaft, in gemeinsamen Werten und dem gemeinsamen Einsatz für eben jene Gesellschaft, im Einsatz für Rechtsstaatlichkeit, Einheit und Freiheit. (Beifall SPD, vereinzelt CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Freie Demokraten) All das ist natürlich eine Aufgabe unserer Schulen: Flagge zu zeigen, für die persönliche Freiheit, Demokratie und Bildung, und diese Flagge auch jetzt schon zu hissen. Denn genau dafür steht die Flagge der Bundesrepublik Deutschland. Die Farben Schwarz-Rot-Gold standen von Anfang an für Einheit und Freiheit, und sie wurden 1949 sehr bewusst als die Farben unserer Bundesrepublik Deutschland gewählt. Schwarz-Rot-Gold steht ganz klar für Demokratie, Einheit, Recht und Freiheit. (Beifall SPD, CDU, vereinzelt BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Freie Demokraten – Robert Lambrou (AfD): Das stimmt!) Wir zeigen in Hessen ganz deutlich, nicht nur in der Schule, eben jene Flagge für Demokratie, Einheit, Freiheits- und Menschenrechte. Das ist es, was uns Demokratinnen und Demokraten eint, meine Damen und Herren. Wir stehen absolut hinter den Farben dieser Republik und ihrer Bedeutung – gemeinsam. Ob das allerdings jeder so vorbehaltlos tut, muss man beim Antragsteller der heutigen Aktuellen Stunde aber doch kritisch hinterfragen. Denn man muss bedenken und festhalten, dass auch aus Ihren Reihen die Demokratie und die Freiheitsrechte aller Menschen immer wieder verächtlich gemacht und in Zweifel gezogen werden. Wir sind kein Fähnchen im Wind, wir zeigen weiterhin Flagge für Freiheit, Einheit und Demokratie. Das kann auch gerne weiter Schule machen. – len Dank. (Beifall SPD, CDU, vereinzelt BÜNDNIS GRÜNEN und Freie Demokraten)

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