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René Rock

14.05.2025 Sitzungen 21/40

Danke, Frau Abgeordnete Heidt-Sommer. – Für die Landesregierung erteile ich Herrn Staatsminister Schwarz das Wort. Armin Schwarz, Minister für Kultus, Bildung und Chancen: Sehr geehrter Herr Präsident, meine Damen und Herren Abgeordnete! Ich freue mich, dass wir heute über ein wichtiges Thema sprechen können. Die Freien Demokraten greifen ein wichtiges Thema auf: Die ökonomische Bildung ist ein solches Thema. Deshalb ist es gut, dass wir heute darüber sprechen. Meine Damen, meine Herren von der FDP, Sie verengen dieses Thema. Das tut der Sache nicht gut. Sie begründen Ihren Antrag zwar mit ökonomischer Wissensvermittlung, im Ergebnis meinen Sie aber lediglich eine Finanz- und Verbraucherbildung durch Externe. Ich erinnere mich an das Plenum im März. Da haben Sie eine ähnliche Verengung bei einem anderen Thema vorgenommen. Damals haben Sie einen Antrag eingebracht, mit dem Sie die sehr erfolgreichen Praktikumswochen mit dem Schwerpunkt „weiterentwickeln“ wollten, dass zukünftig nur noch junge Frauen und Mädchen daran teilnehmen. Ich habe Ihnen damals die Frage gestellt: Ist das kein Nachteil für die Herren der Schöpfung? – Diese Frage konnten Sie nicht beantworten. (Oliver Stirböck (Freie Demokraten): Da haben Sie etwas falsch verstanden!) Die Verengung von Themen hat noch nie zu etwas geführt, darin sind wir uns einig. (Wiebke Knell (Freie Demokraten): Armin, das stimmt so nicht!) Deswegen will ich auf dieses Thema zurückkommen. Es ist wichtig, dass Schülerinnen und Schüler die Mechanismen unseres Wirtschaftssystems kennen und verstehen. Dazu bedarf es einer fundierten Ausbildung und einer ökonomischen Bildung. Das geht aber weit über die reine Wissensvermittlung hinaus. Man braucht eine Kompetenzvermittlung in diesem Zusammenhang. Wir müssen die Schülerinnen und Schüler zu Staatsbürgern erziehen, die tatsächlich mündig sind. Es geht hierbei um die Verknüpfung von politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zusammenhängen. Das ist entscheidend dafür, dass sich die jungen Menschen eine eigene Meinung bilden können. Das leistet die Schule schwerpunktmäßig in dem Fach Politik und Wirtschaft, aber auch in anderen Fächern wird das gemacht, beispielsweise in den Fächern Deutsch, Mathematik, Geschichte oder Ethik. Eine gelingende Finanzund Verbraucherbildung braucht eine ganz breite Grundlage. Es braucht ein Verständnis für die Funktionsweise und die Grenzen der staatlichen Systeme. Genau das berücksichtigen die Curricula im Fach Politik und Wirtschaft in allen Bildungsgängen der weiterführenden Schulen. Das muss man in dieser Deutlichkeit sagen. Insofern geht der Antrag der FDP an der Wahrheit vorbei, meine Damen und Herren. (Beifall CDU) Selbstredend werden in den Schulen auch zentrale der Finanz- und Verbraucherbildung behandelt. Übrigens – das geht manchmal ein bisschen unter – ist die und Verbraucherbildung seit 2022 als Bildungs- und hungsauftrag ausdrücklich im Hessischen Schulgesetz terlegt. Das ist keine bloße Floskel, sondern es zeigt Bedeutung. Ich bin dem Kollegen Appel sehr dankbar, darauf hingewiesen hatte, wie es eigentlich in unterschiedlichen Schulformen aussieht. In der Grundschule kann man beispielsweise im Rechenunterricht ausprobieren, wie man mit Taschengeld Im Sachkundeunterricht wird thematisiert, warum schen arbeiten und was mit dem Geld passiert, wenn es verdient und dann wieder ausgibt. Sekundarstufe I: Hier geht es schon mehr in die Richtung, die eigene ökonomische Situation zu betrachten. Es zum Beispiel um den Konsumgütermarkt, um Banken Versicherungen. Herr Kollege Meier, an der Stelle darf auf eines hinweisen: Ich fand es ganz bemerkenswert, Sie gesagt haben, man müsse die jungen Menschen bedingt als Erstes auf die Berufsunfähigkeitsversicherung hinweisen. Ich glaube, es gibt da noch andere Aspekte, eine Rolle spielen. (Sascha Meier (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Beispiel?) – Sie haben darauf hingewiesen. Wir können nachher Protokoll schauen. Aber geschenkt. – Die Lehrkräfte nen mit den Schülerinnen und Schülern ganz konkret handeln: Wie funktioniert ein Kredit? Wofür brauche eine Haftpflichtversicherung? Was heißt eigentlich now and pay later“? Sekundarstufe II: Hier wird das Ganze im PoWi-Unterricht in der E-Phase behandelt. Auch das wurde gesagt: Fach Politik und Wirtschaft ist durchgängig bis zum Pflicht. Das haben wir in der Landesregierung entschieden. Das war eine kluge Entscheidung. Das wirkt auch, darauf können wir sehr stolz sein. (Beifall CDU) Der Geldkreislauf, das Sparen, das Investieren, auch das Konsumverhalten werden in den Sekundarstufen selbstverständlich altersgemäß behandelt. Da haben Kolleginnen und Kollegen alle Möglichkeiten, die einzubauen. Selbstverständlich arbeiten wir auch mit Kooperationspartnern sehr erfolgreich zusammen. „School meets Finance“ das machen unsere Schulen bereits, nicht nur durch Verwendung vermeintlich schicker Arbeitstitel, ganz konkret mit festen Partnern wie der Deutschen tenversicherung. Wir arbeiten mit der Bundesbank oder der Verbraucherzentrale zusammen. Ich glaube, das die zentralen Akteure. Das sind seriöse Akteure, die Partner sind. Im Übrigen werden zusammen mit Akteuren Fortbildungen für die Kolleginnen und Kollegen angeboten, die auch ein herausragendes Interesse und gut angenommen werden. Viele hessische Schulen engagieren sich außerdem in Arbeitskreisen SCHULEWIRTSCHAFT; sie arbeiten bei, beispielsweise in Projekten, mit Unternehmen, und anderen eng zusammen. Ein anderes Beispiel will ich auch gern noch nennen: Initiative business@school. Hier werden Schülerinnen Themen Schüler darüber informiert, wie man eine Geschäftsidee entwickelt: Wie ist das eigentlich mit fundierten betriebsFinanz- wirtschaftlichen Kenntnissen? Wie sehen zum Beispiel die Erzie- Zusammenhänge zwischen Betriebswirtschaft und Unterhin- nehmen aus? die Ein weiteres schönes Beispiel sind die FRESCH-Botschafder ter. In diesem Projekt werden den Schulen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Finanzämter als Partnerinnen und Partner zur Seite gestellt. Dabei schaut man sich beispielsweise ganz konkret an, wie man eine Steuererklärung erumgeht. stellen kann. Herr Abgeordneter Meier, das, was Sie forMendern, wird gemacht. man Selbstverständlich führen Schulen vielfältige Exkursionen durch, wie im Antrag der FDP – zu Recht, finde ich – gefordert wird. Auch Herr Stirböck sagte das eben. Diegeht se Exkursionen gehen zur Europäischen Zentralbank, zur und Bundesbank, zur Börse und zu anderen Einrichtungen. ich dass Besonders lernwirksam ist – ich finde, das muss einfach un- einmal beschrieben werden –, es konkret umzusetzen. Schülerfirmen sind hierbei eine wesentliche Lernmöglichdie keit. Sie ermöglichen tatsächlich, einmal Unternehmergeist zu spüren und Eigeninitiative zu zeigen. Besonders toll finde ich den Onlinewettbewerb „Planspiel Börse“ mit dem Zum Sparkassenverband, an dem unsere hessischen Schulen sehr erfolgreich teilnehmen, auch beim Bundeswettbewerb. ins Erst im letzten Jahr konnte ich einen Preis überreichen: Die kön- Beruflichen Schulen Korbach und Bad Arolsen hatten den dritten Platz erreicht. Das zeigt, wie gut wir hier arbeiten beich und wirken. „Buy An vielen Schulen gibt es zudem Arbeitsgemeinschaften, Projekttage und Projektwochen, die einen Fokus auf das Thema Finanzen legen. Jährlich findet zum Beispiel der Das Tag der Finanz- und Verbraucherbildung statt. Workshops Abitur für Lehrkräfte sowie für Schülerinnen und Schüler werden hier durchgeführt. und Zudem haben wir seit Anfang 2025 – das finde ich besonders schön; da schaue ich Finanzminister Prof. Dr. Lorz an, meinen wertgeschätzten Kollegen – eine interministerielle Arbeitsgruppe von Kultusministerium und Finanzmiaber nisterium. Hier werden Handreichungen für Lehrkräfte zur Finanz- und Verbraucherbildung in der Sekundarstufe I die entwickelt, die schon zum nächsten Schuljahr erscheinen Dinge sollen. Das liegt also nicht in weiter Ferne, sondern das findet jetzt ganz konkret statt. Außerdem werden wir unsere Fortbildungsangebote sukzessive weiter ausbauen und – sie immer wieder aktualisieren. Die Dinge entwickeln sich. – Herr Abgeordneter Promny, Sie nicken. Ich danke für die sondern Ihre Unterstützung und für die Bestätigung seitens der LiRen- beralen. mit (Lachen und Zurufe Freie Demokraten) sind gute – Es ist schön, wenn Sie auch diese Einschätzung teilen. diesen – Noch einmal, liebe Kolleginnen und Kollegen von der FDP: Machen wir einen Strich darunter. Was Sie fordern, wecken machen wir längst. Sie lassen die Dinge weg, die sehr erfolgreich sind. den Eines will ich noch sagen – ich glaube, die Kollegin HeidtdaSommer hatte darauf hingewiesen –: Seit dem Schuljahr Banken 2022/2023 gibt es in der Hauptschule für das Fach Politik und Wirtschaft bzw. für das Fach Gemeinschaftskunde eine die Stunde mehr; zwei Stunden mehr sind es in den integrierund ten Gesamtschulen. Insofern: Wir sind da längst gut unterwegs und passen die Dinge an. Meine Damen und Herren Abgeordnete, deswegen sind wir auch so erfolgreich in dem Bereich. (Oliver Stirböck (Freie Demokraten): Warum sind die Ergebnisse im Monitor so schlecht? Der Monitor sagt etwas anderes!) – Das war ein Ansporn. – Aber wir werden nicht müde, noch besser zu werden. Die Dinge sind in der Tat nicht unterkomplex. Wir arbeiten weiter erfolgreich an guter ökonomischer Bildung in den hessischen Schulen. – Ich bedanke mich ganz herzlich für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall CDU und SPD)

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