Birgit Heitland
Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Der 8. Mai 1945, die Stunde null der schen Geschichte, ist ein Tag, den wir alle und die schen weltweit wohl niemals vergessen werden und auch niemals vergessen dürfen. Der 8. Mai 1945 ist ein Tag des Gedenkens, der Trauer über die vielen Millionen Ermordeten, aber auch ein Tag der Befreiung Deutschlands von den Gräueltaten der Nationalsozialisten unter Adolf Hitler. die die (Beifall CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Freie Demokraten) vor- Er ist auch ein Tag des Aufbruchs in eine demokratischfreiheitliche Gesellschaft auf deutschem Boden, für den wir alle dankbar sein wollen. Hessen war 1945 das erste neu gegründete deutsche Land. Schon ein Jahr nach auf Kriegsende trat unsere Landesverfassung mit einem klaren Bekenntnis zu Demokratie, Menschenwürde und sozialer Gerechtigkeit in Kraft. im (Beifall CDU, SPD, vereinzelt BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Freie Demokraten) auf einem Der 8. Mai 1945 stellt den Endpunkt eines bis heute beiim spiellosen Verbrechens an Menschlichkeit und eines Krieges dar, der mehr als 65 Millionen Menschen – davon allein sechs Millionen europäische Juden – das Leben kostete. Nie zuvor gab es ein solches Ausmaß an UnmenschSPD lichkeit, Barbarei, Leid und Vernichtung wie in den sechs seitens Jahren des Zweiten Weltkrieges. ab Das Schicksal von Millionen von Juden, Sinti und Roma, politischen Gegnern, Menschen mit Behinderungen, Homosexuellen, Menschen anderer Hautfarbe oder einfach di- Andersdenkenden – dieser Bruch mit dem Prinzip der Sitzung Menschlichkeit darf niemals vergessen werden. Staaten (Beifall CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Freie Demokraten und Dirk Gaw (fraktionslos)) Abend Deshalb möchte ich heute all jenen herzlich danken, die der sich in der Erinnerungs- und Gedenkarbeit wie in der der Gedenkstätte Hadamar engagieren und dafür sorgen, dass stattfinauch den Nachfolgegenerationen dieser schreckliche Zeitabschnitt der deutschen Geschichte verdeutlicht wird. um Eine lebendige Erinnerungskultur und das Gedenken an die deutsche Geschichte sind Grundsteine unserer Demokratie, und besonders in Zeiten, in denen die Demokratie von innen und außen angegriffen wird, sind sie wichtiger denn angeje. Besonders möchte ich dabei auch an die verstorbene Holocaust-Überlebende Margot Friedländer erinnern, setzte sie sich doch bis zu ihrem Tod am vergangenen Freitag dafür BÜNDein, ihre Erlebnisse weiterzugeben und so das Erinnern lebendig zu halten. Gerade für uns Deutsche muss klar sein, dass wir gegen jede Form von Antisemitismus, Extremismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit sowie menschenverachtenund den Bestrebungen ganz entschieden eintreten und wir als Demokraten gemeinsam für unsere freiheitlich-demokratischen Grundwerte einstehen müssen. (Beifall CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Erster Freie Demokraten und Dirk Gaw (fraktionslos)) HeitDas Existenzrecht Israels und der Schutz jüdischen Lebens in Hessen sind unverhandelbar und müssen in unserer heutigen Zeit sowohl gegen extreme Kräfte von rechts als auch in Richtung linksextremer Bestrebungen verteidigt werden. Das sind wir den Opfern der NS-Terrorherrschaft und auch deut- den vielen Heimatvertriebenen und Geflüchteten, die alles Men- verloren haben und auf der Flucht großes Leid ertragen mussten, auch 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs schuldig. (Beifall CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Freie Demokraten und Dirk Gaw (fraktionslos)) Der demokratische Geist, der aus dem 8. Mai 1945 entstand, hat zu einer beispiellos langen Zeitspanne des Friedens und der Freiheit auf dem europäischen Kontinent geführt. Durch wirtschaftliche Zusammenarbeit und demokratische Werte wurde ein Zusammenhalt zwischen den Völkern Europas ermöglicht. Unser Bekenntnis zur NATO und zur Europäischen Union, das aus den Lehren des Zweiten Weltkriegs erwachsen ist, ist für uns unverrückbar. Deshalb ist es ein starkes und wichtiges Zeichen, dass Bundeskanzler Friedrich Merz bereits am ersten Tag seiner Kanzlerschaft zu unseren Partnern nach Frankreich und Polen gereist ist und das Weimarer Dreieck und damit Europa stärkt. Meine Damen und Herren, ich möchte abschließend den vier Fraktionen im Hessischen Landtag danken, die diesen Antrag gemeinsam eingebracht haben. Ich möchte abschließend auch sagen, dass der 8. Mai ein Tag der Erinnerung, aber auch ein Tag des Mutes ist – Mut, die Geschichte zu benennen, Mut, unsere Demokratie gegen ihre Feinde zu verteidigen, und Mut, auch heute wieder Verantwortung zu übernehmen und für unsere klaren Werte einzustehen. „Was war, können wir nicht mehr ändern, aber es darf nie wieder geschehen.“ Mit diesen Worten Margot Friedländers möchte ich schließen und dieser bemerkenswerten Frau gedenken. – Vielen Dank. (Lang anhaltender Beifall CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Freie Demokraten und Dirk Gaw (fraktionslos))
