Astrid Wallmann
der auf Vielen Dank. – Als Nächster hat der zuständige Minister, Herr Staatsminister Schwarz, das Wort. FrauArmin Schwarz, Minister für Kultus, Bildung und galt, Chancen: Hochverehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und ÜberreHerren Abgeordnete! Herr Abgeordneter Promny, ich finde Auf- es gut, dass Sie dieses Thema auf die heutige Tagesordnung gesetzt haben. Über IT, über Informatik, über die Förderung von Mädchen und Frauen in diesem Bereich den muss man sprechen. Das ist eine wesentliche Aufgabe, die völlig unstreitig ist. unBei genauer Betrachtung Ihres Antrags ist jedoch festzustellen, dass viel oppositionelles Geplänkel mit dabei ist. DePension Ich will Ihnen deutlich machen: Für mich persönlich ist För- nicht wirklich nachvollziehbar, warum Sie die äußerst attraktiven und erfolgreichen Praktikumswochen, bei denen ganz Arbeits- 1.400 Betriebe freiwillig mitgemacht haben, bei denen zahlreiche Praktikumstage entstanden sind, bei denen viele junge Frauen mitgemacht haben und sich im IT-Bereich Einblicke verschafft haben, auf Frauen reduzieren wollen. Ich will Ihnen eines sagen: Eine Fokussierung auf Frauen jüngst und Mädchen im IT-Bereich finde ich gut. Bitte vergessen haSie aber nicht die Jungs. Die gehören auch dazu. Wir sind für Bildungsgerechtigkeit. DemoFleck (Vereinzelter Beifall CDU) Ich möchte noch auf etwas Weiteres eingehen. Sie blicken auf die sechs Länder, die bereits Informatik verpflichtend will, eingeführt haben. Das kann man machen. Ich will Ihnen aber auch eines sagen. Wir gehen in Hessen einen anderen im Weg. Wir haben Gott sei Dank ein föderales Bildungssystem, in dem die Länder Akzente setzen können. Wir haben wie das Schulfach „Digitale Welt“. Be- (Ingo Schon (CDU): Sehr gut!) Es ist in hohem Maße erfolgreich und mittlerweile an 80 Schulen etabliert. (Oliver Stirböck (Freie Demokraten): Wie viel Prozent sind das?) Es wurde Bezug darauf genommen. Ihre Bemessungsgrundlage ist übrigens verkehrt. 1.800 Schulen haben wir in Summe. Wir reden an dieser Stelle aber von weiterführenden Schulen. Insofern bitte ich, die richtige Koordinate zu finden. Wir sind da in der Evaluationsphase. Ich kann Ihnen nur sagen, es ist enorm erfolgreich. Die zweite Wahrheit ist: Die allermeisten Sekundarschulen bieten auch Informatikunterricht an. Insofern ist es wichtig, an dieser Stelle das komplette Lagebild zu zeichnen. Wir gehen hier einen super erfolgreichen und innovativen Weg; denn wir verzahnen Wissenschaften. Das Schulfach „Digitale Welt“ verbindet Informatik mit Ökonomie, mit wirtschaftlichem Denken und mit Ökologie, also mit Nachhaltigkeit. Dieser verbundene Ansatz ist in der Tat etwas ganz Besonderes. Bei der Evaluation zeigt sich, dass das Interesse bei jungen Frauen und bei jungen Männern vergleichbar ist, erstens in der Sache, aber auch mit Blick auf die Ergebnisse wie die Qualität dessen, was dort an unterrichtlichem Erfolg, an Lernerfolg herauskommt. Deswegen bin ich heilfroh, dass wir diesen Weg gehen. Das ist sehr klug. Das ist sehr erfolgreich. Wir werden diesen Weg weiter beschreiten. Des Weiteren will ich Ihnen sagen: Wir begeistern Mädchen und junge Frauen in verschiedenen anderen Bereichen. Das gehört ebenfalls dazu. Ich bin Herrn Abgeordneten Sommer und Frau Kollegin Geis sehr dankbar. Sie haben bereits Bezug darauf genommen. Das prominenteste Beispiel ist zweifelsohne der Girls’ Day, der zwischenzeitlich schon eine große Tradition hat, bei dem junge Frauen an Berufe herangeführt werden, die im klassischen Sinne eher Männerdomänen sind. Wir haben ein hervorragendes Programm, bei dem Programmieren und Robotik erprobt werden. Das ist der Digitaltruck, den wir gemeinsam mit der Kollegin Prof. Sinemus machen. Wer dort hineinkommt und die strahlenden Kinder- und Jugendlichenaugen sieht, die diese Projekte machen, der stellt fest, dass da ganz viel unterwegs ist. Durch die Verknüpfung von klassischem Programmieren mit kreativen digitalen Anwendungen wie Grafikdesign oder multimedialem Storytelling erreichen wir insbesondere Schülerinnen. Ich will nur sagen, dass dort vieles unterwegs ist. Ich bin dabei gewesen, als die Grundsteinlegung des MINT-Zentrums an der Bergstraße in Bensheim war. Ich bin ganz sicher, dass dort in der Kooperation mit Universitäten, auch mit der Technischen Hochschule Darmstadt, wirklich eine große Synergie entstehen wird. Da liegt auch der Fokus darauf, junge Frauen zu begeistern. Eine Professorin hat dort vorgetragen, wie sie vernetzt ansetzt und gezielt junge Frauen anspricht. Da sind wir auf einem großartigen Weg. Hierfür stellt mein Haus – das will ich auch einmal feststellen – eine abgeordnete Lehrkraft zur Verfügung, sozusagen die Schulleitung. Die Verbindung ist da, aus dem Haus abgestellt. Aber auch weiterführende Schulen bekommen dort Abordnungsstunden. Deswegen greifen wir da tatsächlich in die Speichen, um IT- und MINT-Berufe zu unterstützen, aber auch ganz gezielt jungen Frauen zu helfen. Das Unterrichtsformat im Zusammenhang mit den Projektwochen und im Ganztag kann wunderbar umgesetzt werden. Da will ich Bezug nehmen auf das Projekt „Open Roberta“ – ein sehr gelungenes Beispiel für einen weiteren Ansatz, den wir gehen. Ich glaube, man muss hier unterschiedliche Ansätze wählen, weil das Leben auch sehr farben- und facettenreich ist. Das entspricht im Grunde genommen auch der Forderung aus Ihrem Antrag, wenn ich ihn richtig verstanden habe, dass man spielerisch und kreativ an das Programmieren herangeht und mit dem Programmieren umgeht. Genau das geschieht beispielsweise bei „Jugend forscht“. Auch da darf ich sagen, ich war erst vor Kurzem dabei. Bei B. Braun in Melsungen war der Regionalentscheid. Ich habe nicht durchgezählt, wie viele Preise gewonnen wurden und Preisträger sich dann auch entsprechend weiterqualifiziert haben. Aber ich würde behaupten, mehr als die Hälfte derer, die dort tatsächlich auch einen Preis bekamen, waren Damen. Das bedeutet: Wir haben hier richtig die Vorhand. Wir haben hier richtig Schub drin. Das hat mich riesig gefreut. Deswegen dürfen wir auch nicht versuchen, das schlechtzureden. Wir müssen hier weitermachen. Da bin ich sehr bei Ihnen. Aber wir dürfen nicht so tun, als hätten wir da keinerlei Erfolge. Das entspricht ausdrücklich nicht den Tatsachen. Im Hochschulbereich fördert die Landesregierung beispielsweise das Hessen-Technikum: Hochschulen für angewandte Wissenschaften bieten Schülerinnen nach der Schule ein Schnupperstudium in MINT-Fächern an. Das will ich auch nicht unerwähnt lassen. Zwei dreimonatige Praktika in zwei Betrieben bzw. Unternehmen werden hier durchgeführt. Die Programmevaluation zeigt, dass sich die überwiegende Mehrheit der Teilnehmerinnen ein Studium im MINT-Bereich vorstellen kann. Das ist das eine. Erste Ergebnisse zeigen auch, dass die Teilnehmerinnen ihr Studium danach mit einer geringeren Abbrecherquote durchziehen. Auch das ist ein schöner Erfolg, wie ich finde. Jetzt kommt noch eine Zahl. Herr Abgeordneter Promny, Sie wissen, dass ich ein großer Freund von Zahlen bin. 98 % sagen: Wir würden das erneut machen. – Das bedeutet, von 100 sind es nur zwei, die sagen: Das war jetzt nicht mein Weg. – Das ist eine 98-prozentige Trefferquote. Ich finde das großartig. Das ist genau der Ansatz, den wir weiterverfolgen. Ich will auch noch auf zwei weitere Dinge hinweisen, die wir in Kooperation mit dem Digitalministerium, mit der Kollegin Sinemus machen – einfach nur, damit es nicht unerwähnt bleibt: die „Tech-IT-out-Tour“ für weiterführende Schulen und „Women go digital“. Die Kollegin Geis und der Abgeordnete Sommer haben eben schon darauf Bezug genommen. Ich will abschließen, meine Damen und Herren Abgeordnete. Die Landesregierung unternimmt seit vielen Jahren zahlreiche Maßnahmen und zahlreiche Programme und ist hier wirklich sehr innovativ und mit dem Schulfach „Digitale Welt“ in der Bundesrepublik Deutschland auch in der Vorhand. Das ist auch etwas ganz Besonderes, was wir machen und was sehr erfolgreich ist. Im Übrigen, darauf will ich hinweisen, profitieren alle Schülerinnen und Schüler, unabhängig vom Alter vom Geschlecht. Das ist der Ansatz der Hessischen desregierung. Das ist auch Bildungsgerechtigkeit, niert mit Erfolg. – Vielen Dank fürs Zuhören. (Beifall CDU und SPD)
