Anna Nguyen
Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! Der Antrag der FDP, die digitale Bildung in Hessen zu fördern, klingt zunächst merkwürdig vertraut, fordert doch die AfD schon lange in ihrem Landtagswahlprogramm einen verpflichtenden Informatikunterricht, der grundlegende Programmierkenntnisse, Softwarebeherrschung und insbesondere den Erwerb von kritischer Medienkompetenz abdeckt. (Beifall AfD und Maximilian Müger (fraktionslos)) Doch dieser Antrag geht in die falsche Richtung. Zwar lautet der erste Teil der Überschrift Ihres Antrags „digitale Zukunft für alle“, aber der zweite Teil erwähnt, dass es Ihnen nur um die Förderung von Frauen in der IT geht. Also doch nicht „digitale Zukunft für alle“, sondern eher „digitale Zukunft für Mädchen“. Aber, es fehlen nicht nur Frauen in der IT, sondern auch Männer. Das heißt, dass wir allen Schülern IT-Kompetenzen vermitteln müssen, nicht nur den Mädchen. Mädchen müssen nicht gesondert gefördert werden. (Beifall AfD) Ja, Frauen sind in der IT unterrepräsentiert. Fakt ist, dass sich Frauen einfach weniger als Männer für bestimmte Bildungsbereiche interessieren, und daran werden staatliche Programme nichts ändern können. Bevor Sie sich jetzt über diese Aussage echauffieren, möchte ich die anwesenden Damen einmal bitten, sich ihren eigenen Lebenslauf anzuschauen. (Beifall AfD) Kaum eine unserer werten Damen Abgeordneten hat eine IT-Ausbildung vorzuweisen, (Wiebke Knell (Freie Demokraten): Ja, weil es keinen Informatikunterricht gab!) bzw. gar keine, außer mir. (Wiebke Knell (Freie Demokraten): Ich habe aber drei Sprachen in der Schule gelernt!) Betrachtet man deren Vita auf den Landtagsseiten, stößt man auf viele Abschlüsse bzw. keine Abschlüsse, (Kathrin Anders (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Wer hat denn hier keinen Abschluss?) Abschlüsse in Soziologie, Jura und, wenig überraschend, Politikwissenschaften. (Dr. Frank Grobe (AfD): Hört, hört!) Nur ein paar Abgeordnete haben jemals in der freien Wirtschaft gearbeitet. (Beifall AfD – Stephan Grüger (SPD): Ich zum Beispiel!) Viele sind direkt von der Uni in der Politik oder in politiknahen Bereichen gelandet. Meine Damen, haben Sie diese Bildungswege gewählt, weil Sie sich vom „bösen Patriarchat“ dazu gezwungen sahen oder weil Sie nicht richtig informiert waren? Oder haben Sie diese Fächer gewählt, weil Sie Interesse an ihnen haben? (Beifall AfD) Erweitern wir einmal diese Frage: Wieso sind Sie lich nicht Handwerkerin geworden? Warum nicht irgendetwas, das schwere körperliche Arbeit erfordert? – Sie sich diese Frage noch einmal in einer stillen und denken Sie über Ihre Erkenntnisse nach. (Beifall AfD und Maximilian Müger (fraktionslos)) Wenn Ihnen das nicht weiterhilft, schauen Sie gerne auf Statistiken: Von 1976 bis 2022 haben sich die prozentualen Anteile der Geschlechter bei den Studiengängen kaum ändert. MINT-Fächer sind bei Frauen weniger beliebt, für sind Fächer der sozialen Studienbereiche bei Männern weniger beliebt. So einfach ist das. (Beifall AfD und Maximilian Müger (fraktionslos)) Meine Damen und Herren, als eine Frau, die sich staatliche Programme dazu entschied, ihren Master Technologie und Management zu absolvieren, (Wiebke Knell (Freie Demokraten): Sind Sie nicht die Schule gegangen?) und über zehn Jahre in der IT tätig war, (Dr. Frank Grobe (AfD): Hört, hört!) sage ich Ihnen, dass es nicht besonders glaubhaft ist, ein solcher Antrag von einer Fraktion kommt, deren liche Abgeordnete keinen entsprechenden bildungstechnischen Hintergrund aufweisen. (Beifall AfD und Maximilian Müger (fraktionslos)
