hessischer-landtag.de ↗

Katy Walther

GRÜNE 27.03.2025 Sitzungen 21/37

Ja, Stefan, ich weiß, dass du mich gerne im Baumhaus gesehen hättest, aber ich hatte da eine andere Funktion. (Dr. Stefan Naas (Freie Demokraten): Wir hatten einen Platz reserviert!) – Ja, ich weiß. Sehr geehrte Frau Präsidentin, werte Kolleginnen und legen! Die A 49 ist eine Autobahn mit vielen Gesichtern. Leider finden sich in den Pressemitteilungen der genen Tage der Landtagsfraktionen zur Verkehrsfreigabe nur sehr wenige. Natürlich freuen sich die Unternehmen, zum Beispiel Ferrero oder die Eisengießerei Fritz in Stadtallendorf, und die Menschen, die vom Durchgangsverkehr entlastet wurden, zum Beispiel in den Orten serberg oder Jesberg. Aber es gibt eben auch die Geschichten und Gesichter, und von denen habe ich nichts gehört. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Kennen Sie zum Beispiel Carsten oder Bernhard – das sind die Landwirte, die für den Bau der A 49 eignet wurden –, oder Susanne Gellert, die im Forsthaus Dannenrod aufgewachsen ist und ihre Heimat nicht dererkennt? Kennen Sie Marco Degenhardt oder Schumann? Sie gehören der Interessengemeinschaft schutz A 49 in Holzhausen am Hahn an. Das sind schen, die nach dem Lückenschluss unter noch mehr und Erschütterungen ihrer Häuser leiden. Kennen Sie Karl-Heinz Schäfer, den früheren Geschäftsführer des Zweckverbands Mittelhessische Wasserwerke, der unter Inkaufnahme beruflicher Nachteile auf die fahren durch die Eingriffe in Wasserschutzzonen und nen, und damit für das Trinkwasser von Millionen Menschen, hingewiesen hatte, oder Heinz Frank – von Tausenden Polizisten, die im Zuge der Rodungen und Nacht an der Trasse Dienst getan haben? Die A 49 ist nicht zu Unrecht das umstrittenste Verkehrsprojekt der letzten Jahre. Das Projekt ist ewig alt. vor über 60 Jahren begannen die Planungen für die bahn, die Kassel und Frankfurt verbinden und und Gießen autobahntechnisch anbinden sollte. Der stand aus Marburg und dem Ebsdorfergrund führte zeit dazu, dass der Plan verworfen wurde und es nur darum ging, irgendwie die A 5 zu erreichen. wurde eine Parallelautobahn gebaut, die die vorgegebenen Zwecke nicht erfüllt. Auch wurde die Strecke nicht tant kürzer. Wir reden über 13 Kilometer weniger, chen mit der Route A 5/A 7. Bei einer Geschwindigkeit von 120 Stundenkilometern sind das sechs Minuten zeitgewinn. (Stephan Grüger (SPD): Quatsch! 25 Minuten!) – „auto motor und sport“ hat es ausgerechnet, liebe Leute. (Stephan Grüger (SPD): Ich habe es selbst ren! 25 Minuten für mich! – Gegenruf Dr. Naas (Freie Demokraten): Das liegt aber vielleicht am Tempo! Da würde ich mir einmal Gedanken machen! – Stephan Grüger (SPD): Ich würde nicht von dir auf andere schließen!) noch – Aber dann bist du nicht 120 gefahren, Stephan Grüger. – Diesen Reisezeitgewinn haben wir uns mit 1,5 Milliarden Euro erkauft. Nicht eingerechnet sind die 30 Millionen Euro für den Polizeieinsatz. Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich erinnere daran: Die 1,5 Milliarden Euro sind zum Beispiel die Hälfte der Kosdir ten für das Deutschlandticket für 13 Millionen Menschen. (Jennifer Gießler (CDU): In den Städten!) Es wurden auch nicht exorbitant viele Menschen entlastet. KolDie Belastungen wurden nämlich nur verlegt. Durch Homberg (Ohm) fahren künftig zum Beispiel dreimal so viele verganAutos und Lastwagen wie heute. (Unruhe – Glockenzeichen) Winter Auch die Mär der Umfahrung für die Kasseler Berge ist Gilvom Tisch; denn auch die neue Strecke gilt aufgrund ihrer anderen Topografie als besonders kurvig und wellig. Sie wurde hier bereits im Vorfeld der Inbetriebnahme als Achterbahn-Autobahn bezeichnet. (Dirk Bamberger (CDU): Ach, das ist doch Unsinn!) Simmer entUm Unfälle zu vermeiden, wurden zahlreiche Leitplanken installiert und sogenannte Irritationsschutzwände für Wildwietiere aufgestellt. Letztlich verschlang die A 49 auch enorGünther me Flächen. Insgesamt 750 Hektar Naturausgleichsflächen Lärmwurden geschaffen. Wir haben auf diese Dinge in allen MenDiskussionen immer wieder hingewiesen und immer wieLärm der Diskussionen über dieses Uraltprojekt angestoßen. Als Rechtsstaatspartei haben wir das Baurecht aber respektiert und auch umgesetzt. (Beifall Stephan Grüger (SPD)) GeBrunIch weiß nicht, welche Partei so viele Proteste wegen dievon ses Projekts auszuhalten hatte wie wir. einer Tag (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Stephan

Alle Reden von Katy Walther Protokoll ↗