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Astrid Wallmann

26.03.2025 Sitzungen 21/36

wisVielen Dank, Herr Abgeordneter Schmitz. – Als Nächster fordern, die hat der Abgeordnete Dr. Büger für die Freien Demokraten das Wort. wir Dr. Matthias Büger (Freie Demokraten): wir Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine sehr geehrten Damen und Herren, Kolleginnen und Kollegen! Wissenschaft ist (AfD): ein Prozess nachvollziehbaren Forschens und Erkennens in Vorsteleinem bestimmten Bereich, der ein begründetes, geordnetes und gesichertes Wissen hervorbringt. In diesem Sinne sehen; ist Wissenschaft unpolitisch. Im Übrigen ist es auch gut, haldass es so ist. der Die Qualität von Wissenschaft hängt ausschließlich von gerade der Güte der Methoden und sicherlich auch von der Relevanz der Erkenntnisse ab, nicht jedoch von der Person des gleichen Forschers – oder der Forscherin –, seinem Geschlecht, seiner Herkunft, seinem gesellschaftlichen Stand oder seinen politischen Überzeugungen. Genau das ist das Erbe der BundesAufklärung. Dieses Erbe ist – das müssen wir auch feststellen – leider plagivon verschiedenen Seiten unter Druck, im Übrigen von links wie von rechts. Wir als Freie Demokraten – darauf In lege ich Wert – verteidigen das Erbe der Aufklärung mit –: Nachdruck. (Beifall Freie Demokraten) Der Begriff der Agendawissenschaft, den Sie, Herr Grobe, in Ihrem Antrag benutzt haben, ist als solcher bereits eine Anklage, nämlich Wissenschaft, die vorrangig eine politische Agenda verfolgt. Diesem Generalvorwurf, der in diesem Begriff steckt, schließe ich mich ausdrücklich nicht an. Natürlich haben Wissenschaftler politische Vorstellungen und gerne auch eine persönliche Agenda, nur darf diese eben nicht die wissenschaftliche Arbeit als solche dominieren. Ernest Renan, ein Franzose und zu seiner Zeit ein scharfer Kritiker des deutschen ethnischen Nationalismus, sagte einmal so treffend: „Nur die Wissenschaft ist rein; denn sie hat nichts Praktisches, sie berührt die Menschen nicht, Propaganda geht sie nichts an. Ihre Pflicht ist, zu beweisen, nicht zu überzeugen und zu bekehren.“ Deshalb sehe ich zwei Dinge mit Sorge, und zwar erstens den Versuch mancher Wissenschaftler, die mit guter Absicht einen Irrweg einschlagen. So schreibt die „Neue Zürcher Zeitung“ in einem bemerkenswerten Artikel aus dem Jahr 2020 – ich zitiere –: „Die Welt nicht verstehen, sondern verbessern: Das ist das Ziel neuer akademischer Aktivisten. So gut die Absicht sein mag, so schlecht ist oftmals das Resultat. Denn am Ende zählt die richtige Gesinnung mehr als das echte Wissen.“ Aber zweitens sehe ich auch den Versuch der AfD mit Sorge, insbesondere die Geisteswissenschaften pauschal zu verdächtigen, eine politische Agenda zu verfolgen, und ihnen dann gleich pauschal die Qualität abzusprechen. Beides sehe ich mit großer Sorge. Und warum der Kampf um die Wissenschaft, den wir häufiger in diesem Plenarsaal führen? Na ja, weil schon Roger Bacon gesagt hat: „Wissenschaft ist Macht“. Am Ende geht es genau darum. Es geht um einen Machtkampf. Es geht um Deutungshoheit. Das ist im Übrigen auch genau das zentrale Problem; denn dieser Machtkampf, egal von welcher Seite er geführt wird, missbraucht die Wissenschaft. Das möchte ich auch selbst als Wissenschaftler hier sagen. (Dr. Frank Grobe (AfD): Das machen Sie doch selbst!) Deshalb gibt es ein Problem. Das Problem leugnen wir Freie Demokraten nicht, auch wenn es von falscher Seite angesprochen wird. Warum sage ich „von falscher Seite“? Weil die AfD selbst Teil des Problems und mit Sicherheit nicht Teil der Lösung ist. (Beifall Freie Demokraten, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt CDU) Wir leugnen das Problem aber nicht. Wir müssen uns dessen sicher annehmen. Sehr geehrte Damen und Herren, ich möchte daher mit einem Wort des ehemaligen Präsidenten der Max-PlanckGesellschaft, Prof. Dr. Martin Stratmann, schließen. Ich finde, er hat es treffend zusammengefasst. Er hat gesagt: „Natürlich ist eine freie Wissenschaft auch unbequem. Sie führt zu Wahrheiten, die nicht jeder gerne hört.“ Das gilt im Übrigen für jeden in diesem Raum, wenn es manchmal um etwas geht, was anders ist als die eigene politische Überzeugung. Weiter sagt Stratmann: „Gerade deshalb ist sie aber so wichtig.“ Deswegen werden wir den AfD-Antrag selbstverständlich ablehnen. – Vielen Dank. (Beifall Freie Demokraten, vereinzelt SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Dirk Gaw (fraktionslos))

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