René Rock
Daher Danke, Frau Dr. Sommer. – Für die Landesregierung erteile ich Frau Staatsministerin Stolz das Wort. der Diana Stolz, Ministerin für Familie, Senioren, Sport, Füße Gesundheit und Pflege: Sehr geehrter Herr Landtagspräsident, sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Heute sprechen wir über ein ElThema, das viele Menschen in unserem Land betrifft, aber noch immer viel zu oft im Verborgenen bleibt: den Verlust Aneines Kindes durch eine Fehl- oder Totgeburt. Egal, in sein welchem Stadium der Schwangerschaft – der Verlust eines Kindes ist eine Tragödie, die Eltern oft ein Leben lang begleitet. finden. es ist Doch noch immer stoßen betroffene Familien von SternenUnterkindern auf gesellschaftliche Tabus, bürokratische Hürden ist und mangelnde Unterstützung in dieser schweren Zeit. Eltern Auch mir als Familien- und Gesundheitsministerin liegt es Mitam Herzen, das Thema in die Öffentlichkeit zu bringen und den Betroffenen Gehör und Sichtbarkeit zu verschaffen. (Beifall CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN verund Freie Demokraten) zu die Wir dürfen die Familien nicht alleine lassen. Sie brauchen Raum für ihre Trauer und vor allem Unterstützung – emotional, rechtlich und medizinisch. wollen bin Viel zu oft werden beim Thema Familien Schicksale wie wichtig, ungewollte Kinderlosigkeit oder das heutige Thema der Dank Sternenkinder ausgeblendet. Aber all das ist auch Familie. (Beifall CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Freie Demokraten) Einige der vorgeschlagenen Maßnahmen konnten bereits umgesetzt werden. Eltern von Sternenkindern benötigen das Angebot, eine berufliche Auszeit nehmen zu können. Dies gibt die Zeit, um zu trauern und das Erlebte zu verarbeiten. Deshalb haben wir uns auf Bundesebene für eine Erweiterung des Mutterschutzgesetzes eingesetzt. Ab dem 1. Juni dieses Jahres gilt der Mutterschutz bei Fehlgeburten ab der 13. Schwangerschaftswoche. (Beifall CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Freie Demokraten und vereinzelt AfD) Ein weiteres Thema, das Familien von Sternenkindern belastet, haben Sie in Ihrem Antrag angedeutet. Familien möchten Abschied nehmen und ihr Kind möglicherweise bestatten. Die Bestattungspflicht greift erst ab der Grenze von 500 Gramm bzw. dem Erreichen der 24. Schwangerschaftswoche. Die Möglichkeit zur Bestattung eines Sternenkindes, das unter dieser Grenze geboren wurde, besteht bereits heute. Allerdings sind viele Familien darüber nicht hinreichend informiert. Mein Kollege, Herr Staatsminister Prof. Poseck, hat deshalb bereits einen Gesetzentwurf vorbereitet, der sich derzeit in der Regierungsanhörung befindet. Die Möglichkeit der Bestattung soll klargestellt werden. Auf dieses Recht muss das Krankenhaus die Familien dann auch hinweisen, damit eine informierte Entscheidung möglich ist. (Beifall CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Freie Demokraten) Ich glaube, dass das für Familien ein ganz wichtiger Schritt ist, um das Erlebte besser zu verarbeiten und um einen Ort für ihre Trauer zu schaffen. Der Antrag fordert auch eine Verbesserung der Information zur Beurkundung der Geburt von Sternenkindern. Für viele Eltern ist die bürokratische Seite eines solchen tragischen Verlustes eine zusätzliche Belastung. Für Familien muss es einfach möglich sein, einen Namen eintragen zu lassen, damit ihr Kind auch gesehen wird. Der Antrag fordert weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Begleitung oder zu Fortbildungsprogrammen. Den Gedanken dahinter teile ich, dass betroffene Eltern mehr Orientierung und Unterstützung brauchen. Daher haben wir auch bereits auf der Homepage des Ministeriums einige Informationen aufgenommen, die betroffenen Familien helfen können. Die Fachkräfte, die Eltern in solchen Situationen begleiten, müssen ebenfalls gut informiert sein und mit der emotional aufwühlenden Situation sensibel umgehen können. Wir werden uns als Landesregierung auch weiterhin dafür einsetzen, dass Familien von Sternenkindern unterstützt werden. Wir reden über Familien, die ihr Kind verloren haben, die wir sehen. Betroffene Familien müssen spüren, dass sie nicht allein sind. Dazu gehört auch, ihnen eine Sichtbarkeit zu geben. Daher bin ich für die heutige Debatte im Hessischen Landtag sehr dankbar. Auch sie trägt zur Sichtbarkeit der Familien mit Sternenkindern bei. (Beifall CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Freie Demokraten und vereinzelt AfD)
