Gerhard Bärsch
Sehr geehrter Herr Präsident, werte Kollegen, meine men und Herren! Wir haben es eben gehört: „Nie an Hand, aber immer im Herzen“ – das sind Sternenkinder. Kinder, die vor, während oder kurz nach der Geburt sterben und eine unvorstellbare Lücke hinterlassen. Sie sich vor: Ein Kinderzimmer, liebevoll eingerichtet, bleibt leer. Kleine Schuhe, die nie getragen werden. Familie, deren Freude in tiefste Trauer umschlägt. ei- Wir begrüßen die Initiative der FDP-Fraktion ausdrücklich. finden. Sie rückt die Belange von Familien mit Sternenkindern in den Fokus des Landtags – ein Thema, das uns alle angeht sich und das zu oft im Verborgenen bleibt. freut einen Werte Kollegen, wir alle wissen, dass dieses emotionale Thema einen der sensibelsten und schmerzlichsten Bereigegeben che menschlichen Erlebens berührt. An alle betroffenen Familien, die uns heute vielleicht zuhören: Wir hören Sie, wir sehen Ihren Schmerz, und wir stehen an Ihrer Seite. (Beifall AfD) Es ist unsere gesellschaftliche Verantwortung, betroffenen bereits Familien mit Mitgefühl, Verständnis und konkreter Unterzur stützung zur Seite zu stehen. Es geht um TrauerbewältiBungung, um würdevolle Bestattungsmöglichkeiten, um psychologische Betreuung und um die Sensibilisierung unseTraurer Gesellschaft für dieses leider oft tabuisierte Thema. Jede Initiative, die darauf abzielt, die Situation dieser Fadigitale milien zu verbessern, ist grundsätzlich zu begrüßen. Die zur Ausweitung des Mutterschutzes – es wurde eben schon enangesprochen – auf Fehlgeburten ab der 13. Schwangerzu schaftswoche, wie vor wenigen Wochen mit breiter Mehrheit, auch mit Stimmen der AfD, im Deutschen Bundestag beschlossen, war auf jeden Fall ein erster, ein richtiger in Schritt. Damit wurde Punkt 4 a des FDP-Antrages bereits mit umgesetzt. von Doch lassen Sie mich eines klarstellen: Dies darf nur der diesem Anfang sein. Jeder Schritt, den wir heute gehen, ist ein Schritt für die Würde jedes verlorenen Kindes und für die und Unterstützung jeder trauernden Familie. niederde- (Beifall AfD) Aus Erfahrungen im Freundes- und Bekanntenkreis, ja, sogar in der eigenen Familie, kann ich Ihnen sagen: Nur sagen, Eltern, die die Erinnerung an ein Sternenkind im Herzen auf tragen, wissen, wie schwer und oftmals traumatisch es ist, das den Verlust und die damit verbundene Trauer zu verarbeiErbach ten. Bestehende bürokratische Hürden nach diesem Verlust und können die Traumata des Erlebten sogar noch verschlimmern. Den Forderungspunkten 1 bis 3 Ihres Antrags gibt es nichts Antrag, an hinzuzufügen, diese teilt die AfD-Fraktion vollumfänglich. Ich Richtig ist auch, dass es weder einen Begleitungsleitfaden, im Punkt 4 b, noch ein einheitliches, wissenschaftlich fundiertes Konzept zur Begleitung von Familien nach Fehl- und Totgeburten, Punkt 4 e, gibt. Hierzu sollte eine bundesweite Leitlinie zum Umgang mit Familien nach Fehlgeburten in Kliniken und Praxen entwickelt werden. Dadurch könnte die Versorgungsqualität verbessert werden. Ein solches integriertes Konzept könnte beispielsweise konkrete Aspekte wie die Vermeidung der Verlegung auf WochenbettAfDstationen umfassen, aber auch allgemeine medizinische, psychologische und soziale Aspekte berücksichtigen. Ihr Ansinnen des Forderungspunktes 4 d, die Zugänglichkeit von Informationen zur Beurkundung zu verbessern, ist prinzipiell ebenfalls unterstützenswert. Dabei ist allerdings Dazu bedenken, dass Standesämter auf Gemeindeebene orgader nisiert sind und damit der kommunalen Selbstverwaltung unterliegen. verStellen Für eine Modernisierung des hessischen Bestattungsrechts, in Anlehnung an die Regelungen in unserem NachbarbunEine desland Rheinland-Pfalz, wie in Punkt 4 f gefordert, sind wir ebenfalls offen. Natürlich sind auch Orte des Gedenkens und der Begegnung wichtig und unverzichtbar; das steht ebenfalls außer Frage. Der vorliegende Antrag kann daher ein wichtiger Schritt sein. Er öffnet die Tür für einen breiteren gesellschaftlichen Diskurs und zeigt den betroffenen Familien, dass ihre Sorgen und Nöte gehört werden. Wir sehen Ihren Antrag daher als Ausgangspunkt für weitere konkrete Maßnahmen und als Sensibilisierung für die Thematik. Wir als Politik, kindern den Schmerz nicht nehmen, aber wir können zumindest dafür sorgen, dass sie die Unterstützung erhalten, die sie benötigen und verdienen. Das Thema Sternenkinder ist vor allem ein Thema der Menschlichkeit. Es geht um Familien, und es geht um Würde. Wir werden dem Antrag der FDP daher zustimmen; denn Sternenkinder sind wie zarte Lichter am Nachthimmel: kurz aufblitzend, aber für immer in unseren Herzen leuchtend. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall AfD)
