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Frank Lortz

26.02.2025 Sitzungen 21/33

Herzlichen Dank. – Das Wort hat der Kollege Promny, FDP-Fraktion. Moritz Promny (Freie Demokraten): Herr Präsident, meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben eine echte Krise in der Bildungspolitik; denn, während in Hessen immer mehr Lehrerstellen unbesetzt bleiben, leiden unsere Kinder unter dem Unterrichtsausfall. Das dürfen wir nicht hinnehmen. (Beifall Freie Demokraten und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Mittlerweile erkennt die Landesregierung an, dass es einen Lehrkräftemangel gibt. Doch Ihr Haushalt bietet dafür keine dauerhaften Lösungen an. Jeder Blick in die Schule zeigt: Es fehlen qualifizierte Fachkräfte, ganz besonders in den sozialen Brennpunkten und im ländlichen Raum. Zwar werden neue Lehrerstellen auf dem Papier ausgewiesen. Doch offen bleibt: Wer soll die eigentlich besetzen? Diese Frage bleibt bestehen. Schon heute können Hunderte Stellen nicht mit qualifiziertem Personal besetzt werden. Immer mehr Schülerinnen und Schüler erhalten nicht den Unterricht, den sie brauchen. Überlastete Lehrkräfte und zusammengelegte Klassen sind die Folge, was natürlich am Ende des Tages das Problem der Chancengerechtigkeit in diesem Land weiter verschärft. Im Haushalt finden sich Summen für Digitalisierung, für das Ganztagsangebot und auch Vertretungsmittel. Mit 1.800 zusätzlichen Stellen für Seiteneinsteiger hofft man wohl, den Personalbedarf kurzfristig zu decken. Meine Damen und Herren, all das greift ins Leere, wenn wir nicht genug ausgebildete Lehrkräfte haben, um diese Stellen am Ende des Tages auch sinnvoll zu besetzen. Ohne genügend qualifiziertes Personal bleiben moderne Technik und Ganztagsausbau bloße Absichtserklärungen. (Beifall Freie Demokraten und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Notprogramme und Quereinstiegslösungen sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Was wir eigentlich brauchen, ist ein grundlegendes und innovatives Ausbildungskonzept. Die Ausbildung von Lehrkräften muss praxisnäher werden. Abbruchquoten müssen gesenkt werden, damit wir mehr Menschen für den Lehrerberuf gewinnen können. (Beifall Freie Demokraten und vereinzelt BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Wir denken, ein duales Lehramtsstudium könnte frühzeitig Praxiserfahrung vermitteln, Studierende finanziell entlasten und die Motivation deutlich erhöhen, sich wieder für den Lehrerberuf zu entscheiden. Mehrere Bundesländer, darunter etwa Baden-Württemberg und SchleswigHolstein, haben bereits duale Modelle eingeführt. Erste Ergebnisse zeigen geringere Abbruchquoten und eine bessere Vorbereitung auf den Schulalltag. Zudem werden neue Zielgruppen erschlossen. Theorie und Praxis greifen besser und enger ineinander, sodass angehende Lehrkräfte von Anfang an echte Unterrichtserfahrungen sammeln. Das steigert nicht nur die Qualität, sondern beugt auch der Fehleinschätzung vor, den Lehrerberuf zu ergreifen. Wir fordern deshalb eine Pilotphase für ein duales Lehramtsstudium in Hessen, finanziert durch eine Umschichtung von 5 Millionen Euro. Diese Investition wäre nicht nur bildungspolitisch sinnvoll, nein, sie wäre auch haushaltstechnisch sehr nachhaltig; denn, statt teure Notlösungen zu verfestigen, schaffen wir so eine solide Basis für mehr qualifiziertes Personal in unseren Schulen. (Beifall Freie Demokraten) Nach unserer Konzeption sollen Studierende während der gesamten Ausbildung Praxisphasen an den Schulen durchlaufen und dafür eine Vergütung erhalten. Es ist eine Evaluation vorgesehen, um die Erfahrungen zu bündeln und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen. So ließe sich erkennen, ob das Konzept flächendeckend in Hessen eingeführt werden kann. Wir denken, das wäre eine gute Variante, eine gute Konzeption, gerade angesichts der alarmierenden Prognosen für die kommenden Jahre mit weiter wachsenden Schülerzahlen und altersbedingten Pensionierungen bei Lehrkräften. (Beifall Freie Demokraten) Wir brauchen eine echte Reform. Wer nur auf die Schaffung neuer Stellen setzt, wie es die Landesregierung derzeit tut, der kauft die gleiche Stelle in wenigen Jahren erneut teuer ein; denn das Problem mit dem Personal löst sich ja nicht von selbst. Wir dürfen nicht länger nur reagieren, sondern wir müssen vorausschauend handeln und strukturell richtig agieren. Meine sehr geehrten Damen und Herren, der Haushalt bietet in vielerlei Bereichen beeindruckende Zahlen, aber dort, wo das Problem seine Wurzel hat, bleibt er unverbindlich. (Beifall Freie Demokraten) Das ist ein Problem. Es fehlen innovative Ausbildungsmodelle – die tauchen im Haushaltsentwurf kaum auf –, und es fehlt an einer finanziellen Unterfütterung Studiengänge. Dabei geht es gar nicht um Luxus, um eine Notwendigkeit, wenn wir dem Lehrkräftemangel nachhaltig begegnen wollen; denn jede unbesetzte stelle ist in diesem Land nicht hinnehmbar. (Beifall Freie Demokraten und BÜNDNIS GRÜNEN) Wir wissen: Die Zukunft Hessens entscheidet sich in Klassenzimmern. Wir müssen hier umsteuern. Wir endlich in die Ausbildung investieren. Ein duales amtsstudium ist keine Utopie, sondern ein bereits erprobter Weg, mehr Praxisbezug zu schaffen, die Studienabbruchquote zu senken und dem Fachkräftemangel entgegenzutreten. Lassen Sie uns hier einen mutigen Schritt wagen zum Wohl unserer Kinder. (Beifall Freie Demokraten und vereinzelt BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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