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Ingmar Jung

06.02.2025 Sitzungen 21/31

Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! Nach den Debatten des heutigen Tages muss man einmal sagen, im Grundsatz herrscht bei der Beurteilung der Situation mit dem Waschbären eine bedeutende Einigkeit. Die Naturschützer, die Jäger, die Landnutzer und auch die Politik sind sich grundsätzlich einig, dass er ein ernsthaftes Problem darstellt. Er ist eine invasive Art, fast ohne natürliche Feinde, die sich rasant vermehrt und unsere heimische Artenvielfalt massiv bedroht. Wir haben schon gehört, was er alles bedroht. Das will ich um diese Uhrzeit nicht wiederholen. Aber nicht nur unsere Tierwelt, auch der Mensch ist bedroht. Der Waschbär richtet massive Schäden an Gärten, Obstwiesen und Dachstühlen an, und jeder, der einmal Waschbären im Dach hatte, weiß, dass das alles andere als harmlos ist. Herr Müller, ich muss sagen: Alle Experten, mit denen wir gesprochen haben, liefern uns eine andere Antwort. Die Antwort ist nämlich klar: Wenn wir des Problems irgendwie Herr werden wollen, müssen wir den Waschbären konsequent und intensiv bejagen. Sonst kriegen wir das nicht in den Griff. Selbstverständlich geschieht das immer unter Einhaltung der Grundsätze von Tierschutz, von Waidgerechtigkeit, aber auch ohne falsche Zurückhaltung. Die Jagd ist das einzige wirksame Mittel, um die Population zu kontrollieren und letztlich unser Ökosystem zu schützen. Ich will mich an dieser Stelle bei der Jägerschaft bedanken, die seit Jahren in dem Bereich Herausragendes leistet. Sie entnimmt jährlich jetzt schon etwa 30.000 Waschbären. Diese Arbeit der Jägerschaft werden wir mit der Abschaffung der Schonzeit unterstützen – ein Beschluss, den SPD und CDU in ihrem Koalitionsvertrag gefasst haben, den wir fachlich sauber umsetzen werden. Meine Damen und Herren, erlauben Sie mir, zu sagen: Dazu hätten wir auch keinen Antrag der AfD mehr gebraucht. (Beifall CDU, SPD und Freie Demokraten) Die FDP hat heute auch noch einen Antrag gestellt, der sicher in die richtige Richtung geht, in dem vernünftige Sachen drinstehen, die wir uns genau anschauen werden, bei dem aber der eine oder andere Punkt noch einer etwas genaueren fachlichen Prüfung bedarf. Ich habe ihn heute zum ersten Mal gesehen. Ich freue mich auf die weitere Beratung auch dieser Vorschläge im Ausschuss und bin mir sicher, dass wir auch da gemeinsam pragmatische und tragfähige Lösungen finden, um das Problem in den Griff zu kriegen. Das gilt auch für weitere Arten. Wir haben sie alle eben gehört. Wenn man die Reden zusammenfasst, sind alle gefallen. Deswegen wiederhole ich auch diese nicht. Auch da ist bei einigen eine Anpassung der Jagdzeiten erforderlich. Aber gestehen Sie uns zu: Das werden wir sorgfältig machen, das werden wir rechtssicher machen, damit wir nicht noch einmal vor dem Staatsgerichtshof landen und wieder Teile kassiert bekommen. Das verspreche ich Ihnen. Die Landesregierung wird einen Entwurf vorlegen, der rechtssicher, praxistauglich und aus einem Guss ist. Damit schützen wir unsere heimische Artenvielfalt. – Herzlichen Dank. (Beifall CDU und SPD)

Protokoll ↗