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Timon Gremmels

06.02.2025 Sitzungen 21/31

Sehr geehrter Herr Präsident, meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich habe am 18. Dezember bei der letzten Aufsichtsratssitzung der documenta und der anschließenden Pressekonferenz gesagt: „Die documenta lebt!“ Dass sie immer noch einen großen Reiz hat, große Begeisterung weckt, hat man auf dieser Pressekonferenz gesehen. Die Idee, eine weltweite Ausstellung aus Kassel für die Welt zu machen, für zeitgenössische Kunst des 21. Jahrhunderts, begeistert die Menschen, die Künstlerinnen und Künstler. Das war nach dem letzten documenta-Skandal nicht selbstverständlich. Herr Dr. Bürger, sosehr ich Sie schätze und auch Ihre Rede mag und mochte, machten Sie es sich an einer Stelle etwas zu einfach. Es war eben genau das Problem, dass das Strafrecht nicht ausgereicht hat. Die in Rede stehenden Kunstwerke, von denen wir der Auffassung sind, dass sie antisemitisch sind, dass sie eine antisemitische Bildsprache benutzen, sind alle nicht strafrechtlich zu sanktionieren gewesen. Deswegen ist es eben nicht so einfach, dass die Freiheit nur durch das Strafrecht eingeschränkt wird. Das ist doch gerade die große Herausforderung für uns, wie wir das hinbekommen, zum einen die Kunstfreiheit und zum anderen die Menschenwürde zu achten. Diesen schmalen Grat zu beschreiten, ohne eine international anerkannte Ausstellung zu gefährden, war das, was wir tun mussten. In der Tat hat Angela Dorn, meine Vorgängerin, eine gute Vorgabe geleistet. Wir haben die Ergebnisse dieses Beratungsinstitutes zum Großteil 1 : 1 umgesetzt, aber in ein paar Punkten haben wir es anders gemacht, meine sehr verehrten Damen und Herren. Wir haben die Größe des Aufsichtsrats so belassen, weil wir der Auffassung sind, auch die Kasseler Stadtgesellschaft, auch die ehrenamtlichen Stadtverordneten gehören in so ein Gremium. Uns war es wichtig, dass die zwei leeren Stühle des Bundes wieder besetzt werden, und zwar nicht von der Bundeskulturstiftung, sondern von der BKM, um auch den Bund in eine echte Verantwortung zu bringen. Uns war es wichtig, dass wir dort einen Wissenschaftlichen Beirat haben, der aber getrennt vom Aufsichtsrat ist und nicht sozusagen originäres Mitglied dieses Aufsichtsrats ist. Entscheidend war: „Ja zum Code of Conduct für die gGmbH“, aber auch zu sagen: Die künstlerische Leitung muss selbst im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung erklären, wie sie sich mit diesen Fragen der Zeit auseinandersetzt, um der im Raum stehenden Sorge, die berechtigt war, die künstlerische Leitung würde durch den Code of Conduct eingeschränkt, entgegenzutreten. – Deswegen haben wir diesen, wie ich finde, klugen Weg gewählt, das dort im Rahmen einer eigenen Veranstaltung darstellen zu können. Ich kann Ihnen heute sagen, dass diese Veranstaltung Mitte März in Kassel stattfinden wird. Naomi Beckwith wird dort ihr Konzept präsentieren. (Beifall SPD und vereinzelt CDU) Ich bin von der AfD viel gewohnt, wenig überrascht mich. Aber wie Sie es schaffen, eine anerkannte, honorige Kuratorin so zu diskreditieren und Beispiele an den herbeizuziehen, überrascht mich dann doch. Weil sie Chicago eine Ausstellung mit queerem Bezug organisiert hat, sei sie nicht geeignet? Was ist denn das für eine weise, die Sie an den Tag legen? Das ist doch eine schämtheit. Das ist homophob. Das ist klar zu verurteilen, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Freie Demokraten – Zuruf Jochen K. (AfD) – Robert Lambrou (AfD): Das hat er so nicht gesagt! Sie unterstellen Dinge, die nicht fen!) Natürlich ist zeitgenössische Kunst und Kultur immer litisch; sonst wäre sie langweilig, und es würde hingehen. (Jochen K. Roos (AfD): Sie wissen, dass das stimmt, dass ich das nicht gesagt habe! Das ist sinn!) Sie muss politisch sein. Sie darf nicht rassistisch sein, darf nicht antisemitisch sein. Aber eine documenta, nicht politisch ist, ist keine documenta. Das ist einfach langweilig. Das will niemand. Das würde auch nicht Besucherzahlen generieren, meine sehr geehrten und Herren. (Beifall SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN vereinzelt CDU) Schauen Sie sich die Vita von Frau Beckwith an, Sie sich auch die Geschichte des Guggenheim Museums an, wer die Gründer des Guggenheim Museums in York waren. Schauen Sie sich das doch einmal an. unterstellen, mit dieser Kuratorin würden wir dem mitismus wieder Tür und Tor öffnen, ist aus meiner gelinde gesagt, eine Unverschämtheit. Das weise ich dieser Stelle auch zurück. (Beifall CDU, SPD und BÜNDNIS 90/DIE NEN – Jochen K. Roos (AfD): Habe ich gar gesagt! Habe ich gar nicht gesagt, Herr Minister! Zuruf Robert Lambrou (AfD) – Glockenzeichen) Sich dann hierhin zu stellen und in einer solchen auch noch einen Vorgang an der Kunsthochschule heranzuziehen, ist auch eine Unverschämtheit. Da Sie auch wieder mit Halbwahrheiten gearbeitet. Es keine öffentliche Veranstaltung. Es war eine hochschulinterne Veranstaltung. Es wurde eine Prüfungsleistung geben. Die Studentin wird nach derzeitigem Stand beschuldigt. Es geht darum, dass gegen einen der Künstler, deren Werke sie benutzt hat, wegen eines anderen im Internet, das nicht Teil der Prüfung war, ermittelt ob das strafrechtlich relevant sein kann. (Jochen K. Roos (AfD): Aha!) – Ja, aber Sie haben es hier anders dargestellt. (Jochen K. Roos (AfD): Nein, habe ich nicht!) – Na ja, Sie können es alles nachlesen. (Jochen K. Roos (AfD): Ja, mache ich!) Ich sage an der Stelle: Ja, wir gehen der Sache nach so, wie es sich gehört. Wir arbeiten mit der Hochschule sammen. Die Hochschule hat auch die Polizei eingeschaltet, wie es sich gehört. Haaren (Jochen K. Roos (AfD): Aha!) in Es wird sachlich und ordentlich abgearbeitet. Ich habe heute Mittag in einer Obleuterunde die Obleute darüber Denkinformiert. Wir gehen ordentlich damit um. Aber hier eine UnverStudentin zu diskreditieren, das geht nicht. Da müssen wir uns schützend vor diese Absolventin stellen. (Beifall SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt CDU) Roos alles Wir arbeiten das ordentlich auf, wie wir das überall mazutrefchen. An dieser Stelle sage ich Ihnen allen: Ich bin froh und poniemand dankbar, dass es uns gelungen ist, die documenta aufs richtige Gleis zu schicken. Ja, es gibt keine Garantie, dass nicht wieder irgendetwas passiert. Die kann es überhaupt nicht nicht geben. Un- (Robert Lambrou (AfD): Dann tragen Sie aber die Verantwortung!) sie die Wir haben aber jetzt den Instrumentenkoffer, den es bei nur der letzten documenta eben nicht gab. Damals wusste niedie mand, wie man damit umzugehen hat. Jetzt haben wir Damen einen guten Instrumentenkoffer. Lassen Sie uns die documenta nicht zerreden. Geben Sie ihr eine Chance. Die hat sie verdient. Ich freue mich auf die documenta 2027 in und Kassel. – Glück auf. (Beifall CDU, SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜschauen NEN) New Zu

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