Astrid Wallmann
Das Wort hat Herr Kultusminister Schwarz. Armin Schwarz, Minister für Kultus, Bildung und Chancen: Hochverehrte Frau Präsidentin! Gerne gehe ich auf die Frage des Abgeordneten May ein. Sehr geehrter Herr Abgeordneter May, als Kultusminister und ehemaliger Lehrer ist mir die Gesundheit der hessischen Lehrkräfte eine Herzensangelegenheit. Sie ist von hoher Bedeutung; wir müssen die Gesundheit der Lehrkräfte selbstredend immer im Blick behalten. Erlauben Sie mir aber, dass ich die besagte Umfrage für alle, die sie nicht kennen, kurz einordne. Beim Schulbarometer 2024 – das ist wichtig zu wissen – handelt sich um Ergebnisse aus einer Onlinebefragung von 1.608 Lehrkräften. Die Umfrage wurde seitens der Robert-Bosch-Stiftung in Auftrag gegeben. Es ist eine Zufallsstichprobe aus Lehrkräften, die bereit waren, an der Onlinebefragung teilzunehmen. Wie viele hessische Lehrkräfte daran teilgenommen haben, ist nicht ausgewiesen. Aus der Umfrage geht zudem hervor, dass die Fallzahlen vor allem für die drei bevölkerungsreichsten Bundesländer – BadenWürttemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen – belastbar sind. Mein Haus und ich nehmen die Ergebnisse der Befragung ernst, und wir bieten Lehrkräften, die ihre individuelle Belastung als hoch empfinden, ein umfassendes Unterstützungsangebot an. Da Sie mich nach der Bewertung der Umfrageergebnisse fragen, ist es mir zugleich wichtig, die positiven Ergebnisse der Studien zu nennen. Eine sehr große Mehrheit der befragten Lehrkräfte gab an, mit ihrem Beruf und ihrer Schule zufrieden zu sein. Ich will unterstreichen: eine sehr große Mehrheit. Zudem schätzt die Mehrheit der Kolleginnen und Kollegen ihre Selbstwirksamkeit als hoch ein und fühlt sich in der Lage, in ihrem Unterricht flexibel auf unterschiedliche Lernbedürfnisse einzugehen. Das zeigt: Der Lehrerberuf ist ein schöner Beruf. Das weiß ich aus eigener Erfahrung, und das erlebe ich regelmäßig auch bei meinen Besuchen an den hessischen Schulen. Sehr geehrter Herr Abgeordneter May, ich sehe es als unsere gemeinsame Aufgabe an, dass wir die schönen Seiten des Berufs in den Blick nehmen. Das fördert die Nachwuchsgewinnung und kommt den hessischen Schülerinnen und Schülern zugute. Gestatten Sie mir abschließend einen kurzen Blick über die Schulen hinaus. Verschiedene Studien zum Grad der emotionalen Belastung zeigen, dass sich rund ein Drittel aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer emotional erschöpft fühlt. Es handelt sich folglich leider um ein gesamtgesellschaftliches und nicht um ein schulspezifisches Phänomen. Die Gründe liegen zudem nicht ausschließlich im Arbeitsverhältnis begründet, sondern haben auch private und gesellschaftliche Ursachen.
