Dr. Josefine Koebe
Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Wir alle, jede und jeder von uns, haben die COVID-19-Pandemie durchlebt. Ich glaube, ich kann sagen: Es war eine Zeit, die uns nachhaltig geprägt hat, die uns vor Augen geführt hat, wie fragil unsere Systeme sein und wie tiefgreifend staatliche Maßnahmen in das Leben und in die Privatsphäre eines jeden Einzelnen eingreifen können. Corona war mehr als nur eine Herausforderung. Es war eine Zerreißprobe – ja, auch für unsere Demokratie, unsere sozialen Strukturen und unser aller Miteinander. Kitas und Schulen wurden geschlossen. Unternehmen standen vor dem Aus. Für viele war der Alltag plötzlich von Einsamkeit und Isolation geprägt. Jede und jeder von uns hat diese Zeit anders erlebt. (Volker Richter (AfD): Das kann man wohl sagen!) Ich denke noch oft daran zurück, mit kleinen Kindern Homeoffice gewesen zu sein. Zwei Kinder habe ich dieser Zeit zur Welt gebracht. Ich war mit Maske im saal. Für uns hat all diese Zeit Spuren hinterlassen, die wir heute noch sehen und fühlen und die mir mit sehr Regelmäßigkeit in meinen Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern begegnen. Viele Kinder, gerade Kinder Jugendliche, leiden bis heute unter den Nachwirkungen der Schulschließungen, sei es in Form von Bildungslücken oder auch psychischen Belastungen. Unternehmen kämpfen bis heute mit den wirtschaftlichen Konsequenzen. In unseren sozialen Beziehungen gibt Brüche, nicht nur in meinem familiären Umfeld, die von selbst heilen werden. Die staatlichen Eingriffe, damals notwendig erschienen, waren drastisch und bei vielen Menschen ein Gefühl von Entfremdung lassen: Einschränkung der Bewegungsfreiheit, Kontaktverbote, Maskenpflicht. Diese Maßnahmen waren im der damaligen Informationen richtig. (Andreas Lichert (AfD): Auch damals schon nicht!) Sie waren richtig, aber sie waren auch Eingriffe in persönliche Freiheit, die wir aufarbeiten müssen. (Beifall SPD und CDU) Die Langzeitfolgen sind nicht nur wirtschaftlicher und sundheitlicher Natur, sie sind auch gesellschaftlich emotional. Genau deshalb ist es so unglaublich dass wir uns mit diesen Erfahrungen auseinandersetzen. Ich glaube an eine starke Demokratie. Eine starke kratie muss immer die Kraft haben, ihre eigenen Entscheidungen zu reflektieren und daraus zu lernen. Genau unterscheidet sie nämlich von anderen Systemen. (Beifall SPD und CDU) Sehr geehrte Damen und Herren, unser Antrag setzt hier an. Wir wollen nämlich nicht wie Sie zurückblicken. (Volker Richter (AfD): Das kann ich mir vorstellen!) Wir wollen den Blick nach vorne richten. (Andreas Lichert (AfD): Und von den eigenen lern ablenken!) Für den Schritt nach vorne braucht es die gesellschaftliche Aussprache, der wir mit diesem Antrag einen geben wollen. Unser Ziel ist es, dass Hessen wird, nicht nur in der Krisenbewältigung, sondern auch der Krisenvorsorge. Dabei möchten wir nicht nur auf Expertise von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Fachleuten bauen, sondern auch auf die Erfahrungen und Meinungen von uns allen, von allen Menschen draußen, von allen Bürgerinnen und Bürgern, die Krise selbst erlebt haben. Sie sind es, die diese Krise nah erlebt haben. Ihre Perspektiven sind für uns wichtig wie die der Expertinnen und Experten. Das geplante Forum wird einen Querschnitt der schaft abbilden und Menschen aus verschiedenen bereichen zusammenbringen. In extern moderierten gruppen werden sie darüber sprechen, was wir aus Pandemie lernen und wie wir uns auf zukünftige vorbereiten sollen – konstruktiv mit dem Blick nach Dieser Dialog wird nicht nur Erkenntnisse liefern, auch dazu beitragen, dass das Vertrauen der Menschen im gestärkt wird. Sie werden sehen, dass auch ihre Meinung in zählt. Kreiß- (Zuruf AfD: So wird es kein Vertrauen geben!) Auf diesem Forum aufbauend, wird eine parlamentarische auch Expertenanhörung stattfinden. Hier werden wir die gewontrauriger nenen Erkenntnisse aus den Fokusgruppen mit wissenschaftlichen Analysen verbinden und in einen breiten geund sellschaftswissenschaftlichen Kontext stellen. Diese konstruktive Zusammenarbeit von Bürgerinnen und Bürgern, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie politischen Entscheidungsträgern ist für uns, für diese Regierungskoalition ein zentraler Baustein, um ein umfassendes es Bild zu zeichnen und konkrete Handlungsempfehlungen nicht abzuleiten. die (Beifall SPD und CDU) haben hinterAm Ende steht dann ein klarer Auftrag an die Landesregierung, vor dem wir uns auch nicht scheuen, auch wenn Lichte Sie immer wieder versuchen, dieses Bild zu zeichnen. Wir wollen uns besser auf zukünftige Krisen vorbereiten. Wir wollen den Zusammenhalt stärken; denn die Bewältigung der Pandemie hat gezeigt, dass Resilienz mehr ist als ein die Begriff. Sie ist die Basis für eine funktionierende Gesellschaft, für eine stabile Demokratie. Meine Damen und Herren, lassen Sie uns diese Chance nutzen, gemeinsam diesen Schritt nach vorn zu gehen. geLassen Sie uns im Sinne der Bürgerinnen und Bürger Hesund sens nicht nur auf das schauen, was war, sondern auch wichtig, auf das, was kommen kann. Ich bin überzeugt davon, dass wir nur dann, wenn wir aus der Vergangenheit lernen und Demouns gemeinsam damit beschäftigen, eine bessere Zukunft gestalten können. Das geht nur im Gespräch. Das geht nur das zusammen. Das geht ganz sicher nicht mit dem Tribunal, liebe AfD, das Sie fordern, das Sie vorantreiben. (Robert Lambrou (AfD): Ein Untersuchungsausschuss ist kein Tribunal! – Weitere Zurufe AfD – genau Glockenzeichen) Wir haben mit dem heutigen Antrag eine echte Alternative angeboten, (Volker Richter (AfD): Nee!) Feheine echte Alternative, die den Menschen da draußen zeigt, dass wir es ernst meinen, dass wir den Blick nach vorn richten. – Vielen Dank. Rahmen Vorreiter (Anhaltender Beifall SPD und CDU) in die
