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Astrid Wallmann

11.12.2024 Sitzungen 21/28

Vielen Dank. – Als Nächste hat die Abgeordnete Dr. Sommer von der SPD-Fraktion das Wort. Dr. Daniela Sommer (Waldeck-Frankenberg) (SPD): Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Von Otto Bayer, der in Frankfurt geboren wurde, Gottlieb Haberlandt über Hildegard von Bingen, Paul Ehrlich, Emil von Behring bis hin zu den Gründern von Biontech erstreckt sich die Spannweite der deutschen pharmakologischen Geschichte. Wie kaum ein anderes Ereignis in dieser langen Zeitspanne richtete die Corona-Pandemie den Fokus oder einen intensiven Blick auf die Gesundheitsversorgung, auf die medizinische Forschung und die pharmakologische Produktion. Dabei rückten nicht nur der Forschungsgeist und die Forschungserfolge in den Vordergrund, sondern vor allen Dingen die Versorgungssicherheit mit Medikamenten und pharmakologischen Vorprodukten. Wir wissen alle, dass Arzneimittel heute arbeitsteilig und in einem zunehmenden Spezialisierungsgrad auf der ganzen Welt hergestellt werden; wir haben das eben schon gehört. Vor diesem Hintergrund wurde und wird die Frage nach der Sicherung der medizinischen Versorgung und der Medikamentenversorgung gestellt. Das alles ist nicht unbegründet. Infolge politischer und wirtschaftlicher Krisen sind globale Lieferketten manchmal mit erheblichen Störungen behaftet. Dies führte und führt zu wachsenden Lieferengpässen – gerade auch in der Medikamentenversorgung. Lieferengpässe bei Medikamenten sind ein ernstes Problem; wir haben es eben schon gehört. Das beeinträchtigt die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung. Die Versorgungssicherheit ist nur mit einer starken Pharmaindustrie möglich. (Beifall SPD und CDU) Deswegen haben wir im Koalitionsvertrag vereinbart, dass wir die Medikamentenproduktion in Hessen halten wollen, indem das Land die heimische Produktion unterstützt und nach Möglichkeit zurückholt. Wichtig ist dabei, Regulierungsmaßnahmen zu überprüfen sowie für gute Ansiedlungs- und Standortfaktoren Sorge zu tragen. Liebe Kolleginnen und Kollegen, Sie sehen: Die Stärkung und der Ausbau des Pharmastandorts Hessen sind ein wichtiges Ziel für die Koalition, für das Land, insbesondere aber für die wirtschaftliche Entwicklung und die Sicherstellung einer zukunftsfähigen Gesundheitsversorgung. Die Pharmaindustrie zählt zu den wichtigsten Branchen des verarbeitenden Gewerbes. Sie schafft hoch qualifizierte Arbeitsplätze mit einem hohen Lohnniveau und ist äußerst wertschöpfungsstark. 2022 waren insgesamt rund 142.000 Menschen in Deutschland dort beschäftigt und erwirtschafteten knapp 30 Milliarden Euro. Das ist rund 1 % der gesamten Bruttowertschöpfung in Deutschland. Wenn man sich die hessische Pharmaindustrie mit 25.000 Beschäftigten anschaut, stellt man fest: Das ist der größte industrielle Arbeitgeber im Land mit einem Umsatz von 15,5 Milliarden Euro. Daran sieht man: Hessen ist bundesweit in der Spitze. Deswegen ein herzliches Dankeschön an unsere hessischen Unternehmerinnen und Unternehmer. (Beifall SPD und CDU) Im europäischen Standortvergleich liegt die Pharmaindustrie in puncto Wertschöpfung nach der Schweiz an zweiter Stelle und nimmt somit auch in Europa eine wichtige Rolle ein. Jedoch zeigt sich im internationalen Vergleich, dass die deutsche Pharmaforschung eine mittelmäßige Entwicklung durchläuft. Länder wie China oder Belgien ren überdurchschnittlich in die Forschung. (Dr. Stefan Naas (Freie Demokraten): Tja!) Die Studie aus diesem Jahr mit dem Titel „Gesundheitsstandort Deutschland: Entwicklungen und Potenziale“ die Rolle der Pharmaindustrie für Wirtschaft und schaft des Instituts der deutschen Wirtschaft im von Pfizer zeigt, dass die richtigen Impulse gesetzt müssen, um langfristig erfolgreich zu bleiben. Lieber Herr Kollege Naas, Sie haben die Textbausteine gesucht, die vielleicht mit anderen, vorherigen Anträgen identisch sind. Die sind deswegen nicht falsch. (Dr. Stefan Naas (Freie Demokraten): Die Kollegen auch! Die anderen auch!) – Ja, auch die anderen Kollegen. – Sie sind aber deswegen nicht falsch. (Marcus Bocklet (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Die waren auch super!) Zweitens hätte ich mich gefreut, wenn Sie sich alle mit neuen Passagen beschäftigt hätten. (Beifall SPD und CDU – Dr. Stefan Naas (Freie mokraten): Ach, die neuen! Lassen Sie mal hören!) – Genau. Sie haben auch nach Konkreterem – Konkret ist uns neben dem wichtigen Hebel für ne gestärkte Pharmaindustrie durch die Transformation der Grundlagenforschung in die angewandte Forschung als Koalition und für das Land wichtig, gute Rahmenbedingungen zu schaffen, die innovations- und investitionsfreundlich sind, sowie die bürokratischen Hürden abzubauen. (Dr. Stefan Naas (Freie Demokraten): Das schon im allerersten Antrag von 2013!) Wir haben starke Pharmaunternehmen in Hessen. (Dr. Stefan Naas (Freie Demokraten) hält Schriftstück hoch.) Damit das aber so bleibt, wollen wir die Wirtschaft, schung und Entwicklung in Hessen sowie das Pharma und Gesundheit, aber auch das House of – lieber Herr Bocklet, das steht in unserem Antrag lich drin; vielleicht lesen Sie es nach – weiterhin tig unterstützen. (Marcus Bocklet (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Sensationell! – Dr. Stefan Naas (Freie Demokraten): Weiterhin unterstützen? Wow!) Das ist wichtig. Ein neuer Punkt sind auch die seltenen Erkrankungen, die wir in den Antrag aufgenommen haben. Das ist so wichtig. Deswegen möchte ich das in der Debatte greifen. Wir haben den Förderverein für unerkannte seltene Erkrankungen in Hessen. Wir haben FUSE in Antrag aufgenommen, weil wir diese großartige Arbeit die Hilfe sehr wertschätzen. (Dr. Stefan Naas (Freie Demokraten): Was wollt denn?) FUSE setzt sich für die Unterstützung von Menschen seltenen und unerkannten Krankheiten ein. Sicherlich sen Sie: Die Erkrankungen stellen ganz oft Herausfordeinvestie- rungen dar – sowohl für die Betroffenen als auch für die medizinische Gemeinschaft. Sie werden oft erst ganz spät diagnostiziert oder nach langer Zeit erkannt. FUSE mit den entsprechenden Zentren trägt mit all seinem Engagement dazu bei, die Lebensqualität von Menschen mit seltenen und unerkannten Krankheiten zu verbessern. Dafür ein über Gesell- herzliches Dankeschön. Auftrag (Beifall SPD und CDU) werden Mit ein paar Kollegen konnte ich mich im Sommer bei unserem hessischen „Dr. House“, Herrn Prof. Dr. Schäfer, von der Arbeit überzeugen. Ich bin dem Verein FUSE, aber auch Zentren wie ZusE sehr dankbar, dass daran gearbeitet wird, das öffentliche Bewusstsein für seltene und unanderen erkannte Krankheiten zu erhöhen, insbesondere auch Wissenschaft, Forschung, Aus-, Fort- und Weiterbildung auf dem Gebiet zu fördern und damit die Diagnostik, Therapie erstens und Patientenzentriertheit weiterzuentwickeln. Das ist so essenziell, um neue Diagnosemethoden und Behandlungsmöglichkeiten voranzubringen, um Daten zu sammeln, Register zu schaffen, Innovationen in der Diagnostik, in der Therapie zu generieren, aber auch um geeignete Medikaden mente zu entwickeln, meine Damen und Herren. (Beifall SPD und CDU) DeWir haben die Förderung und Stärkung unserer hessischen Zentren für unerkannte und seltene Krankheiten ganz begefragt. wusst als zentralen Punkt in unseren Koalitionsvertrag eiaufgenommen. Die Arbeit in den Zentren zeigt uns, wie nicht nur erstklassige Lehre und Forschung, sondern auch eine erstklassige patientenorientierte Versorgung aussehen kann. Diese Versorgungsstrukturen und die herausragende Arbeit müssen für die Zukunft sichergestellt werden. Dafür endlich wollen wir Sorge tragen, meine Damen und Herren. (Beifall SPD und CDU) stand Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit, wünsche Ihnen und uns allen Gesundheit und den Betroffenen zukünftig schnellere Diagnosen, neue Therapien und Medikamenein te für eine bessere Versorgung und damit auch für eine bessere Lebensqualität. – Herzlichen Dank. (Beifall SPD und CDU) ForCluster Pharma

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