Timon Gremmels
Sehr geehrte Frau Abgeordnete Eisenhardt, die Exzellenzstrategie ist aufgrund ihres hohen Renommees und der beträchtlichen finanziellen Mittel, die vergeben werden, von großer Bedeutung für den Wissenschaftsstandort Hessen. Bislang sind die hessischen Universitäten an den Förderungen im Rahmen der Exzellenzstrategie unterproportional beteiligt. Daher arbeiten das Land und die Universitäten intensiv an der Vorbereitung der neuen Förderrunde, die ab dem 1. Januar 2026 beginnt. Dazu hat das Land verschiedene Maßnahmen ergriffen. So wurde ein breit angelegter Strategieprozess zur Profilschärfung, insbesondere in der Spitzenforschung, initiiert. Daneben hat das Land verschiedene Fördermaßnahmen zur Vorbereitung von Exzellenzclustern eingerichtet und umgesetzt. Hier ist erstens die Förderung von sogenannten Clusterprojekten zu nennen. Hierbei hat das Land besonders leistungsstarke und für den Exzellenzcluster-Wettbewerb aussichtsreiche Forschungsbereiche finanziell unterstützt. In einem wettbewerblichen Verfahren wurden die Vorhaben von einer renommierten Expertenkommission begutachtet. Sechs Vorhaben wurden schließlich zur Förderung ausgewählt. Für diese sechs HMWK-Clusterprojekte wurden im Zeitraum von 2021 bis 2025 insgesamt über 41 Millionen Euro bewilligt. Die Universitäten haben die HMWK-Clusterprojekte zudem mit Eigenmitteln in gleicher Höhe unterstützt. Eine zweite Fördermaßnahme umfasst die Bereitstellung von LOEWE-Professuren. Für all jene Initiativen, die die erste Hürde im Wettbewerb, die sogenannte Skizzen-Phase, erfolgreich genommen haben, hat das HMWK jeweils eine LOEWE-Spitzenprofessur oder wahlweise zwei LOEWEStartprofessuren bereitgestellt. Auf diese Weise wurden im Jahr 2024 fünf LOEWE-Professuren mit einem Fördervolumen von 11 Millionen Euro beantragt und bewilligt. Damit können die Konsortien ihre Wettbewerbssituation im Wettstreit um die klügsten Köpfe deutlich verbessern. Die Universitäten ergänzen auch hier die Landesförderung durch substanzielle Eigenmittel in Höhe von rund 3 Millionen Euro. Zum Dritten hat mein Haus im Sommer 2024 trotz sehr enger finanzieller Spielräume eine weitere Förderung von Bedarfen der sieben hessischen Vollanträge für Exzellenzcluster ermöglicht. Es wurden insgesamt 1,4 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Mit diesen Mitteln haben wir gezielt jene Bereiche der Clusterinitiativen gestärkt, bei denen nach der ersten Begutachtung noch Optimierungsbedarf bestand. So haben wir die bestmöglichen Voraussetzungen für die jetzt anstehende internationale Begutachtung geschaffen. Neben den drei genannten Fördermaßnahmen, die zusammengenommen bereits Landesmittel in Höhe von mehr als 53 Millionen Euro beinhalten, hat das Land durch eine Vielzahl anderer Maßnahmen weiter finanziell unterstützt. Beispielhaft ist die Unterstützung des laufenden Exzellenzclusters CPI mit rund 13,5 Millionen Euro seit 2019 zu nennen. Das Land unterstützt das Exzellenzclustervorhaben M4C im Bereich der Nachwuchsförderung. Das Zukunftszentrum „Mikrokosmos Erde“ wird mit rund 7 Millionen Euro gefördert. Zahlreiche LOEWE-Förderungen mit Schwerpunkten, die in dem Themenfeld Exzellenzcluster verortet sind, haben den Bewerbungen um Professuren einen Boden bereitet. Hier wurde über die letzten fünf bis zehn Jahre ein hoher zweistelliger Millionenbeitrag bereitgestellt. Auch die Hochschulen haben große Anstrengungen zur Vorbereitung von Exzellenzclustern unternommen. Auf die erheblichen Eigenmittel, mit denen die Universitäten die drei von mir genannten Maßnahmen flankiert haben, habe ich bereits hingewiesen. Sie sehen, es wurde viel investiert. Ich bin überzeugt, dass die Investitionen in die einzelnen Clusterinitiativen gute Investitionen waren. Dies gilt im Übrigen auch für den Fall, dass in der Exzellenzstrategie Vorhaben am Ende knapp nicht zur Förderung ausgewählt werden sollten. Es bleiben herausragende Forschungen zu gesellschaftlich hoch relevanten Themen, vom Klimawandel über die Digitalisierung bis zur Energiesicherung. – Vielen Dank. (Vereinzelter Beifall CDU und SPD)
