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Frank Lortz

21.11.2024 Sitzungen 21/26

Vielen Dank, Frau Kollegin Förster-Heldmann. – Das Wort hat der Abgeordnete Dr. Bürger, FDP-Fraktion. Dr. Matthias Büger (Freie Demokraten): Herr Präsident, meine sehr geehrten Damen und Herren! Der vorliegende Antrag der AfD-Fraktion zur hessischen Filmförderung erfordert es, dass ich zunächst einmal einige grundsätzliche Bemerkungen mache. Als Freie Demokraten sehen wir uns in der Verantwortung sowohl für die wirtschaftliche Freiheit als auch für die künstlerische Freiheit der Filmförderung. Beides wollen wir verteidigen. Deswegen lassen Sie mich zunächst auf die beiden Punkte 1 und 2 ihrer – ich würde einmal sagen – sehr konstruierten Bedrohung eingehen. Da spricht die AfD von „ideologischen Einflüssen“ – ich glaube, von Ideologie verstehen Sie etwas –, und sie bezeichnet Nachhaltigkeitskriterien und Diversitätsstandards als „ideologische Gängelung“. Diese Darstellung verkennt aber die Realität vollständig. Deswegen will ich Ihnen hier ein paar Fakten entgegenhalten. Schauen wir uns einmal ganz konkrete Beispiele an. Die internationale Koproduktion „Im Westen nichts Neues“ – an der im Übrigen auch hessische Produktionsfirmen und Schauspieler beteiligt waren – wurde nach GreenFilming-Standards gedreht. Was war das Ergebnis? – Vier Oscar-Auszeichnungen und weltweite Anerkennung. (Beifall Freie Demokraten und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Zuruf Andreas Lichert (AfD)) – Ja, ich glaube, das ist einen Applaus wert. – Die in Frankfurt gedrehte Serie „Bad Banks“ überzeugte mit einem diversen Cast und wurde in über 40 Länder verkauft. Diese Produktionen zeigen übrigens exemplarisch: Moderne Produktionsstandards und wirtschaftlicher Erfolg gehen Hand in Hand. (Beifall Freie Demokraten, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, vereinzelt CDU und SPD) Wenn Sie, Kollegen von der AfD, unter Punkt 3 fordern, die Förderung auf „bundesweit erfolgreiche Filme“ zu beschränken, dann ignorieren Sie die Erfolgsgeschichte der hessischen Independent-Kinos völlig. Der Film „Frankfurter Gold“ – mit einem bescheidenen Budget gestartet – entwickelte sich zu einem internationalen Festivalhit. Er gewann den Hessischen Filmpreis. Das preisgekrönte Drama „Dreaming & Dying“ – in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Gestaltung Offenbach entstanden – hätte nach Ihren Kriterien ja gar keine Förderung erhalten können. Heute gilt es als Meilenstein des jungen deutschen Kinos. (Beifall Freie Demokraten, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, vereinzelt CDU und SPD) Besonders entlarvend – einige meiner Vorredner sind schon darauf eingegangen – ist Ihre Warnung vor der Thematisierung ausländischer Konflikte. Der vielfach ausgezeichnete Dokumentarfilm „Nasim“ – im Übrigen produziert von der hessischen Filmakademie – erzählt die Geschichte einer afghanischen Geflüchteten. Was ist am Ende passiert? Er gewann nicht nur den Deutschen Dokumentarfilmpreis – den deutschen, nicht den hessischen –, sondern er brachte auch noch wichtige gesellschaftspolitische Debatten in Gang. (Zuruf AfD) – Das stimmt, nicht bei Ihnen in der AfD. Da wäre die Debatte wirklich nötig. (Beifall Freie Demokraten, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, vereinzelt CDU und SPD) Aber lassen Sie mich unsere Position an der Stelle klarstellen: Erstens. Filmförderung ist für uns ganz besonders Standortpolitik. Der Filmstandort Hessen generierte im letzten Jahr einen Umsatz von über 300 Millionen Euro, mehr als 25.000 Menschen arbeiten in der hessischen Film- und Medienwirtschaft. Das ist eine Erfolgsgeschichte, das wollen wir darstellen. (Beifall Freie Demokraten, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt CDU) Zweitens. Wir stehen für die Filmförderung, die sich nach marktwirtschaftlichen Prinzipien orientiert. (Dr. Frank Grobe (AfD): Och!) Das bedeutet transparente Förderkriterien, faire Wettbewerbsbedingungen und innovationsfreundliche Rahmenbedingungen. Die haben wir. Drittens. Die künstlerische Freiheit – auch da bin ich mit meinen Vorrednerinnen und Vorrednern ganz einer Meinung – ist für uns nicht verhandelbar. Die Vielfalt der Perspektiven, auch und gerade bei kontroversen Themen, macht doch die Stärke unseres Filmstandorts Hessen aus. Der Erfolg des Medienstandorts Hessen basiert auf der klugen Balance zwischen wirtschaftlichem Erfolg und künstlerischer Innovation. Meine Damen und Herren von der AfD, Ihr Antrag würde genau diese Erfolgsgeschichte – vielleicht ist das auch beabsichtigt – beenden. Er würde den Filmstandort Hessen isolieren, er würde ihn schwächen. Sie fordern unter dem Deckmantel von Ideologiefreiheit tatsächlich eine ideologische Einengung von Filmförderung. Das werden wir definitiv nicht zulassen. (Beifall Freie Demokraten, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt CDU) Ich kann es in einem Satz zusammenfassen: Gefördert oder nicht, Sie, liebe AfD, sitzen im falschen Film. – Vielen Dank. (Beifall Freie Demokraten, BÜNDNIS GRÜNEN, vereinzelt CDU und SPD)

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