Angela Dorn
Als nächstem Redner erteile ich Herrn Abgeordneten Pürsün, Fraktion der Freien Demokraten, das Wort. Yanki Pürsün (Freie Demokraten): Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Deutsche Athleten, aber auch Athleten aus Hessen haben bei den Olympischen Sommerspielen und bei den Paralympics ganz hervorragende Leistungen erbracht. Das wurde hier im Landtag bereits deutlich gewürdigt. Die Sportler können wahrlich stolz auf die von ihnen erbrachten Leistungen sein. Wir sind stolz auf diese Menschen, die derartige Leistungen erbringen. Dies verdient Respekt. Gern wiederhole ich für die Freien Demokraten nochmals unseren bereits zum Ausdruck gebrachten Dank und unsere Anerkennung. Diese Leistungen haben unsere Wertschätzung. Wir sind dennoch der Überzeugung, dass man diese Wertschätzung nicht durch eine Steuerfreistellung von Siegprämien zum Ausdruck bringen kann. Wir können auch nicht erkennen, dass eine Erhebung von Einkommensteuer auf Prämien für olympische und paralympische Medaillengewinner der Wertschätzung des Spitzensports in Deutschland und Hessen im Wege steht. Dass Medaillengewinner ihre Einkünfte versteuern müssen, sei es je nach Fallkonstellation aus nicht selbstständiger Tätigkeit oder aus Gewerbebetrieb, ist kein Alleinstellungsmerkmal der deutschen Spitzenathleten. (Beifall Freie Demokraten) Denken Sie beispielsweise an den Breitensport in Deutschland, eine Sparte, in der wohl die meisten der späteren Spitzensportler die Grundlage für ihre sportlichen Erfolge gelegt haben. Dieser Breitensport ist stark von ehrenamtlichem Engagement geprägt. Tausende von Menschen engagieren sich als Trainer, Betreuer, Schiedsrichter oder in anderen Bereichen. Dieses Ehrenamt ist von großer Bedeutung für den Erhalt und die Weiterentwicklung des deutschen Sportangebots und fördert eine Kultur des freiwilligen Engagements, die für das Gemeinwohl wichtig ist. Die aufgezählten Ehrenamtler im Sport haben eines gemeinsam: Auch sie müssen ihre Einkünfte versteuern, wenn diese einen gewissen Freibetrag übersteigen. Dazu ist die AfD anscheinend sprachlos. Der Vorschlag der AfD schafft neue Ungerechtigkeiten und wäre ein Systembruch. Insofern sollte Wertschätzung für Sport an anderer Stelle ansetzen. Wir Freie Demokraten betonen immer wieder, wie wichtig der Breitensport für die Gesundheitsförderung und das gesellschaftliche Zusammenleben ist. Sportvereine sollten mehr Unterstützung erhalten, damit sie ihre Arbeit aufrechterhalten und ausbauen können. Dazu gehören sowohl finanzielle Mittel als auch administrative Erleichterungen. Wir Freie Demokraten fordern beispielsweise, dass der bürokratische Aufwand für Sportvereine verringert wird, um deren Arbeit effizienter gestalten zu können. Wir setzen uns für einen besseren Zugang zu Sportstätten und Anlagen insbesondere auf kommunaler Ebene ein. Wir fordern Investitionen in die Infrastruktur von Sportstätten, um allen Bürgern unabhängig von ihrer sozialen Herkunft den Zugang zum Sport zu ermöglichen. Wir fordern, dass Schulsport stärker in den Fokus gerückt wird, auch im Hinblick auf die Berufung von qualifizierten Sportlehrern und Pädagogen. Wir betonen die Bedeutung von außerschulischen Sportangeboten und fordern mehr Kooperationen zwischen Schulen und Sportvereinen. Wir setzen uns für eine verstärkte Förderung von Sportangeboten für junge Talente ein, ohne jedoch den Breitensport zu vernachlässigen. Natürlich spielt auch der Leistungssport eine Rolle in diesen Forderungen, insbesondere in Bezug auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Daher müssen talentierte Athleten durch bessere Trainingsbedingungen und mehr finanzielle Unterstützung gefördert werden, auch durch eine stärkere Kooperation zwischen Sportverbänden und privaten Sponsoren, die Athleten eine professionelle Karriere ermöglichen. Das wären aus unserer Sicht die geeigneten und notwendigen Maßnahmen, um Breiten- und Spitzensport gleichermaßen zu fördern und wertzuschätzen. – Danke schön. (Beifall Freie Demokraten)
