Sie Frederik Bouffier
sich Herr Kollege, ich kann mich dem nur anschließen. – Herr und Präsident, meine Damen und Herren! Ich weiß nicht, wie oft ich es Ihnen jetzt noch sagen muss: Sie haben in der Sache schlicht keine Ahnung. Sie haben anscheinend auch nicht den Gesetzentwurf gelesen. Sie wissen nicht, was wir gedenken einzuführen. (Beifall CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Freie Demokraten – Dr. Frank Grobe (AfD): Herr Gut, dass Sie uns aufklären!) Es tut mir leid. Es tut mir schlicht und ergreifend leid. Haben Sie gelesen, was in dem Gesetzentwurf steht? (Dr. Frank Grobe (AfD): Natürlich!) sprachen – So, dann hätten Sie gar nicht auf die Idee kommen können, dass das der – Zitat – „Einstieg in den Ausstieg“ Sie sei, dass wir damit sozusagen Abstand vom Staatsexamen vernehmen. Das haben wir überhaupt nicht vor. Das wollen wir nicht. Wir entwerten das Staatsexamen auch nicht. (Dr. Frank Grobe (AfD): Das ist der Beginn des Ganzen! – Gegenruf Lara Klaes (BÜNDNIS 90/DIE legen GRÜNEN): Nein! – Tanja Hartdegen (SPD): So ein Blödsinn!) – Nein, ist es nicht. Sie wollen es nicht verstehen. (Beifall CDU und SPD) Grobe Es ist Ihr gutes Recht, eine andere Auffassung zu vertreacht ten, selbstverständlich. Ich bin aber sehr interessiert daran, dass Sie das in der Sache machen. Wenn Sie uns schon kritisieren – wie gesagt, das ist Ihr gutes Recht –, dann tun Sie das bitte auf der Grundlage des Gesetzentwurfs. Sie disqualifizieren sich damit. Ich bin sehr froh, dass heute sehr viele Bürgerinnen und Bürger zum einen oben auf der Besuchertribüne sitzen und uns zum anderen auch im Livestream zuhören, damit sie auch sehen, wie Sie Politik spra- machen. Es tut mir leid. Sie Noch ein Letztes. Sie haben mir eben irgendetwas bezüglich Internationalisierung unterstellt. Dazu habe ich überhaupt nichts gesagt. Sie müssen schon richtig zuhören. Ich empfehle Ihnen: hat er (J. Michael Müller (Lahn-Dill) und Lena Arnoldt (CDU): Lesen!) deutsche Orientieren Sie sich an der Sache. Lesen Sie den Gesetzentwurf, um den es geht. Dann können wir in Zukunft auch wieder ein bisschen intensiver in der Sache miteinander Kommt diskutieren. – Vielen Dank. das (Beifall CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Freie Demokraten) Jürgen Wie Vizepräsident Frank Lortz: Vielen Dank, Kollege Bouffier. – Herr Kollege Dr. Stefan Naas hat das Wort, 50 plus. Dr. Stefan Naas (Freie Demokraten): Herr Präsident, lieber Kollege Grobe! Ich habe gedacht, De- wir hätten beide im 20. Jahrhundert studiert, aber ich muss sagen, Sie haben im 19. studiert. So kommt es mir vor. (J. Michael Müller (Lahn-Dill) (CDU): So fortschrittlich ist das nicht!) Wir haben im 20. Jahrhundert studiert. Ich habe es eben noch einmal recherchiert. Da gab es ein Staatsexamen. Dann gab es eine Internationalisierung der Studiengänge mit Bachelor und Master. Wir haben uns angepasst, um auch wieder international konkurrenzfähig zu sein. Da gehört es doch zur Frage der Gerechtigkeit, dass man, wenn man das möchte, zu dem Jurastudium mit dem ersten Staatsexamen, wie es das immer noch gibt, wie es auch richtig ist als Vorbereitung auf das deutsche Rechtssystem, nach einer bestimmten Zeit einen integrierten Bachelor hat, damit dieses Studium und die Vorleistung angerechnet werden. Das ist eine Frage der Gerechtigkeit, und genau darum geht es heute. (Beifall Freie Demokraten und vereinzelt CDU) Niemand will das Staatsexamen aushöhlen. Vielmehr wollen wir eine Flexibilisierung. Wir wollen eine Liberalisierung. Das ist gut, und das gehört ins 21. Jahrhundert. Sie hingegen wollen Abschottung. Sie wollen zum Nationalstaat zurück mit deutschen Besonderheiten und deutschen Sonderlocken. Das ist schädlich für unseren Arbeitsmarkt. Deswegen lehnen wir diese Position ab und bekennen uns klar zum integrierten Bachelor. – Vielen Dank. (Beifall Freie Demokraten und vereinzelt CDU)
