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Astrid Wallmann

20.11.2024 Sitzungen 21/25

Vielen Dank. – Als Nächster hat der Abgeordnete von der Fraktion der Freien Demokraten das Wort. braucht, Moritz Promny (Freie Demokraten): allem Frau Präsidentin, meine sehr geehrten Damen und Herren! FörderWie fühlt sich die Realität vieler junger Menschen an? von Sie haben eine vielfältige Wahl, und häufig fällt dann diese Wahl auf die Entscheidung zwischen Studium und Ausbildung. Prognosen zufolge können in Hessen bis zum Jahr 2028 etwa 200.000 Fachkräfte fehlen. Der größte Teil, etwa 135.000 davon, wird aus dem Bereich kommen, der Wohngerade keine akademische Ausbildung erfordert. verbesWelcher Weg ist jetzt der richtige? Die gesellschaftliche Zukunft Antwort darauf ist relativ einfach, aber für junge Menschen ist das eine extreme Herausforderung. Es geht hier um mehr als Zahlen – es geht um Lebenswege, es geht um Geschichten, um Motivation und am Ende des Tages natürund lich auch um die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Junge Menschen suchen ihren Weg, und wir sollten sie nicht nur wählen lassen, sondern sie natürlich auch aktiv dabei unterstützen. Berufsorientierung muss hier natürlich mehr die sein als nur reine Theorie. (Beifall Freie Demokraten) Es braucht die praktischen Erfahrungen, die den Jugendlichen helfen, sich selbst zu entdecken. Dieser Weg ist nicht allein im Klassenzimmer zu finden, sondern es geht natürlich um reale Erfahrungen, es geht um Praktika, es geht schafums Ausprobieren. Am Ende des Tages geht es auch um den Kontakt zu den Unternehmen in unserem Land. Wenn wir das nicht bieten, wird die Entscheidung für die erst Schülerinnen und Schüler natürlich nur schwerer. Wenn Bau- wir unseren Jugendlichen heute nicht die Zeit und den Raum geben, sich auszuprobieren, dann wird die EntscheiAntkommen dung natürlich umso schwerer und frustrierender. Wir Freie viele Demokraten sind überzeugt: Berufsorientierung muss mehr sein als nur ein Lehrbuchkapitel in einem Schulbuch. (Beifall Freie Demokraten) Herr behal- Hier setzt auch der Entschließungsantrag der die Landesregierung tragenden Fraktionen an. Ich bin der Meinung, die einem Stärkung der Berufsorientierung in der Mittelstufe ist ein erwarten guter, ein erster und ein richtiger Schritt an dieser Stelle. Hand Doch umso wichtiger wäre es natürlich auch, hier einmal In- konkret zu werden. Wie genau soll denn jetzt die Berufsorientierung in der Mittelstufe aussehen? CDU und SPD begrüßen ein praxisnahes Konzept der Mittelstufenschule mit Schwerpunkt auf dem ländlichen Raum, und sie wollen diese Schulform auch fördern. Aber was heißt das denn SPD, jetzt konkret? Wie wollen sie denn diese Schulform förAntrag dern? Gibt es dann auch Haushaltsposten dazu? – Leider finden sich hierauf keine konkreten Antworten von CDU In- und SPD in ihrem Antrag. drinJa, praktische Erfahrungen sind natürlich entscheidend, an und ja, wir Freie Demokraten unterstützen diesen Ansatz eben auch. Aber die Jugendlichen brauchen natürlich auch den beRaum, sich auszuprobieren. Sinnvollerweise wird das naum türlich auch von den Schulen begleitet. stärken. CDU und SPD sprechen natürlich noch einen weiteren wichtigen Punkt an: das Handwerk. Ja, Handwerksberufe dürfen nicht länger die zweite Wahl sein. Diese Berufe sind das Rückgrat unserer Gesellschaft – das Handwerk baut Häuser, das Handwerk repariert die Autos, und das Handwerk stellt am Ende des Tages die Infrastruktur in diesem Land sicher. Promny (Beifall Freie Demokraten) Ohne das Handwerk geht nichts, und wir müssen den Jugendlichen natürlich zeigen, dass auch gerade das Handwerk goldenen Boden hat und hier echte Zukunftsperspektiven liegen. Das erreichen wir, indem wir frühzeitig den Zugang zum Handwerk erleichtern. Wir brauchen Lehrkräfte, die den Schülerinnen und Schülern die Begeisterung für das Handwerk vermitteln, und wir müssen den Jugendlichen helfen, diese Berufe natürlich ohne Vorurteile zu wählen. Damit sind wir an einem wichtigen Punkt: Wir brauchen natürlich auch mehr Mädchen für technische und vor allem für handwerkliche Berufe. Wir müssen sie begeistern. Gerade im MINT-Bereich sehen wir eine unbesetzte Quote von 32 %, und das ist ein enormer Anteil, den wir hier nicht einfach ignorieren können. Wir Freie Demokraten denken, hier liegt ein riesiges Potenzial, das wir dringend heben und fördern müssen. Es ist an der Zeit, die tradierten Rollenbilder in diesem Bereich endlich zu überwinden. (Beifall Freie Demokraten und Sascha Meier (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)) Unsere Aufgabe ist klar: den jungen Menschen die Wahl zu überlassen, ohne diese Wahl dann zu werten. Es gibt viele Wege, und jeder hat natürlich seine Berechtigung. Die Entscheidung muss aber selbstbestimmt getroffen werden, und wir dürfen nicht den Fehler machen, dabei Bildungswege hierarchisch zu ordnen. Eine Ausbildung, das Handwerk oder eben das Studium – all diese Wege sind natürlich am Ende des Tages gleichwertig, doch leider zeigt uns die gesellschaftliche Realität immer noch eine andere Perspektive. 2023 blieben in Hessen 6.247 Ausbildungsplätze unbesetzt, während auf der anderen Seite die Studierendenquote auf 53,2 % angestiegen ist. Das kann uns hier in diesem Land nicht zufriedenstellen, meine Damen und Herren. (Beifall Freie Demokraten und Lara Klaes (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)) Ich habe es dargelegt: Wir befürworten die Absichten, die mit diesem Antrag verfolgt werden. Sie sind auf der Metaebene begrüßenswert. Sehr bedauerlich ist allerdings, dass der Inhalt insgesamt wenig Konkretes bietet. Das Einzige, was in dem Antrag tatsächlich dann konkret als Maßnahme genannt wird, ist leider kritikwürdig, nämlich die Einführung der berufswahlapp. Jetzt sind wir als Freie Demokraten natürlich nicht gegen die Digitalisierung – verstehen Sie mich bitte nicht falsch –, ganz im Gegenteil. (Zuruf SPD: Aber!) – „Aber“, genau. – Aber man muss natürlich feststellen – – (Bijan Kaffenberger (SPD): Doch Bedenken! – Heiterkeit Minister Armin Schwarz) – Kollege Kaffenberger, nicht im Hinblick auf die Digitalisierung. Wo wir allerdings – zu Recht – Bedenken anmelden, ist, dass Sie verkennen, dass es bereits einschlägige Cloud-Lösungen in dem Bereich gibt und es gar keine staatliche Lösung bzw. ein staatliches Angebot dafür geben muss. Diese App erscheint uns deshalb eher fragwürdig. Aber, meine Damen und Herren, ich fasse mit Blick auf den Entschließungsantrag von CDU und SPD zusammen. Es sind viele gute Absichten, und es ist wenig Konkretes. Das einzig Konkrete, das genannt wird, ist dann noch fraglich. Deswegen werden wir uns bei diesem Antrag entschieden enthalten. – Vielen Dank. (Beifall Freie Demokraten und vereinzelt BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Lachen CDU und SPD – Zuruf SPD: Tapfer, tapfer!)

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