Prof. Dr. Kristina Sinemus
Digitalisierung ist die Antwort auf einige der drängendsten kommunalen Herausforderungen. Die Kommune der Zukunft wird ein sehr komplexes und vernetztes „System aus Systemen“ sein, und einen Teil dieser smarten Kommune werden die Elemente des digitalen Zwillings bilden. Daseinsvorsorge modernisieren, Ressourcen schonen, dem Fachkräftemangel in der Verwaltung begegnen, Planungsund Entscheidungsprozesse optimieren und damit Mehrwerte für Bürger vor Ort schaffen: Digitalisierung ist hier der richtige Ansatz auf kommunaler Ebene. Das zeigen auch die vielen Beispiele aus unserer Förderung smarter Kommunen und Regionen im Programm „Starke Heimat Hessen“, mit der wir Kommunen und besonders auch interkommunalen Kooperationen seit 2021 die Umsetzung von Digitalisierungsvorhaben ermöglichen. Jährlich stehen dafür 16 Millionen Euro zur Verfügung. Insgesamt 91 Projekte konnten seit Beginn der Förderung bewilligt werden. Datenplattformbasierte Projekte und digitale Zwillinge spielen dabei eine zentrale Rolle. Tools wie der digitale Zwilling können nachhaltig helfen, um Abläufe zu standardisieren und diese effizienter und zeitsparender zu gestalten. Zudem bleiben die Daten stets auf dem aktuellsten Stand. Davon profitieren nicht nur die Beschäftigten der Verwaltung, sondern durch die Zugriffsmöglichkeit verschiedener Abteilungen auch die Bürgerinnen und Bürger, wenn sie zum Beispiel Anfragen für ein Bauvorhaben stellen. Das ist bürgerfreundliche Verwaltungsmodernisierung. Diesen Nutzen möchte ich an einigen Beispielen verdeutlichen: Die Landeshauptstadt Wiesbaden setzt mithilfe einer „Starke Heimat“-Förderung in Höhe von 371.214 Euro einen digitalen Zwilling um, damit künftig Markierungen und Beschilderungen mit wenig Aufwand geplant und überblickt werden können. Dass der digitale Zwilling nicht nur für größere Kommunen relevant ist, beweist Hofbieber: Mithilfe einer Landesförderung in Höhe von 171.360 Euro hilft hier künstliche Intelligenz beim Finden von Lösungen für den Klimaschutz. In einem weiteren Förderprojekt werden mithilfe von Building Information Modeling mit KI-unterstützter Mess- und Steuerungstechnik Sanierungs- und Optimierungspotenziale an Gebäuden identifiziert. Die retoflow GmbH aus Kassel entwickelte mithilfe einer Distr@l-Förderung in Höhe von 158.115 Euro einen digitalen Zwilling des Strom- und Wärmenetzes, mit dem die Auslastung des gekoppelten Energiesystems untersucht werden kann. Netzplaner von Stadtwerken und Netzbetreibern können mithilfe der digitalen Plattform das Energiesystem ganzheitlich denken und mit dem Simulationsmodell Planungsvarianten für zukünftige Versorgungskonzepte erstellen. Sie sehen: Es passiert dank der engagierten Menschen vor Ort und unserer Unterstützung schon einiges in den hessischen Kommunen. Wie diese Beispiele zeigen: Digitale Zwillinge bieten Kommunen die Möglichkeit, ihre physischen Infrastrukturen und Prozesse in einer virtuellen Umgebung präzise zu simulieren und zu überwachen. Diese Beispiele zeigen auch: Die Landesregierung investiert bereits in die Thematik und ermöglicht Kommunen mithilfe der Mittel aus dem Programm „Starke Heimat Hessen“ die Implementierung digitaler Zwillinge und den Aufbau entsprechender Datengrundlagen. Hier gilt: Um das Potenzial von digitalen Zwillingen auf kommunaler Ebene voll ausschöpfen zu können, müssen vor allem die richtigen Datengrundlagen gegeben sein. Digitale Zwillinge sind Modelle, die aus Daten erstellt werden. Und diese Modelle funktionieren umso besser, je besser die Datengrundlage ist. Genau diese Schaffung von Grundlagen fördern wir mit dem Programm „Starke Heimat Hessen“. Das haben wir nicht nur in der letzten Legislaturperiode mit insgesamt rund 64 Millionen Euro getan. Wir werden die Förderung auch in dieser Legislaturperiode fortsetzen und dabei den Transfer und die Nachnutzung der bereits erfolgreich umgesetzten Projekte in den Fokus rücken. Wesentliche Voraussetzung für die Digitalisierung in den Kommunen bildet eine moderne und leistungsfähige digitale Infrastruktur mit flächendeckendem Zugang zu gigabitfähigem Internet, mobilem WLAN, einer lückenlosen Mobilfunkversorgung und starken Rechenkapazitäten. Hier steht Hessen gut da: Über die Hälfte der Haushalte verfügt über einen Glasfaserzugang, rund 73 % der Haushalte können auf Geschwindigkeiten von bis zu 1 GBit/s zugreifen, 97 % der Schulen und 99 % der Plankrankenhäuser sind gigabitfähig erschlossen, innerhalb von nur zwei Jahren wurden über 4.000 Mobilfunkstandorte neu errichtet oder modernisiert, und mit dem DE-CIX in Frankfurt befindet sich einer der weltweit größten und leistungsfähigsten Internetknotenpunkte in Hessen. Diese Voraussetzungen schaffen die Grundlage für eine Smart Region Hessen. Sie bilden die Basis, um Technologien wie den digitalen Zwilling effizient einzusetzen und so kommunale Prozesse und Entscheidungen nachhaltig zu verbessern. Damit auch noch nicht geförderte Kommunen von den Erfahrungen der geförderten profitieren können, bieten wir über die 2020 gegründete Geschäftsstelle Smarte Region Transferformate wie Erfahrungskreise, eine Best Practice Datenbank, Vorlagen und Blaupausen an. In einem dieser Erfahrungskreise werden regelmäßig auch die Themen Datenplattform und digitaler Zwilling behandelt. Diese Angebote der Geschäftsstelle tragen ebenso zur Qualifizierung von Verwaltungsmitarbeitenden bei wie die Angebote des KommunalCampus oder auf Bundesebene der Koordinierungs- und Transferstelle Modellprojekte Smart Cities, KTS. Denn Hessen agiert hierbei nicht isoliert, sondern vernetzt mit Partnern auf Bundes- und EUEbene: Erstens. In der Arbeits- und Entwicklungsgemeinschaft bane Digitale Zwillinge der Koordinierungs- und Transferstelle Smart Cities, KTS, bearbeiten die geförderten munen aus Hessen gemeinsam verschiedene Einsatzbereiche von digitalen Zwillingen im kommunalen Umfeld „Energieoptimierung und Ressourcenoptimierung“, maschutz, Klimaanpassung und Resilienz“ und tät“. Zweitens. Darüber hinaus entsteht gerade eine DIN-Norm für digitale Zwillinge für Städte und Kommunen. Unternehmen aus Hessen sind hier Teil des mit dieser gabe beauftragten Konsortiums und arbeiten daran, diese wichtige Grundlage für Kommunen geschaffen Mit dem Ausbau einer leistungsfähigen digitalen struktur, der Förderung innovativer, ressourcenoptimierter Lösungen und der Unterstützung des Transfers und Nachnutzung begleiten wir Kommunen und Regionen ihrem Digitalisierungsweg. Digitale Zwillinge sind ein wesentlicher Baustein, auf den wir auch in weiterhin setzen. UrKomwie „Kli„MobiliAuch Aufdass wird. Infrader auf dabei Zukunft
