Claudia Ravensburg
Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Am vergangenen Wochenende sind die großartigen Paralympischen Spiele in Paris zu Ende gegangen. Die „Sportschau“ hat es treffend formuliert: Es waren Spiele, die nicht einfach die Spiele nach Olympia waren, sondern die Paralympics waren die zweite Halbzeit des Weltsports. Wir konnten Sportler mit besonderen Handicaps erleben, die großartige Leistungen vollbracht haben und die das eigene Schicksal als Herausforderung begreifen. Paris hat den Aufschwung des Parasports befördert. Die Leistungsstärke vieler Nationen hat zugenommen. Paralympics-Sportler arbeiten inzwischen genauso hart wie die Olympioniken ohne Handicap. Die Athleten zeigen uns, und das beeindruckt mich wirklich sehr, was man auch mit einer Behinderung leisten kann. Aber da ist noch mehr: Da sind ganz besondere Geschichten und Schicksale, die uns tief berührt haben, von Sportlern, die uns zu begeisterten paralympischen Fans gemacht haben – ob jubelnd fröhlich in der unglaublichen Atmosphäre in den Sportstätten in Paris oder bei den spannenden Fernsehübertragungen in unseren heimischen Wohnzimmern. Zu den Zuschauern in Paris gehörte auch unsere Sportministerin Diana Stolz, die damit ihre Sympathie mit den zwölf hessischen Athletinnen und Athleten und ihren Begleitern und Trainern bekundet hat. Zweimal Gold, einmal Silber und fünfmal Bronze haben unsere hessischen Paralympics-Sportler gewonnen, und die anderen haben auch tolle Leistungen vollbracht. (Beifall CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Freie Demokraten) Herzlichen Glückwunsch für zweimal Gold im Sportschießen an unsere erfolgreichste Sportlerin, Natascha Hiltrop, die am Bundesstützpunkt in Wiesbaden trainiert. (Beifall CDU, SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Glückwunsch an Juliane Wolf mit Silber und Bronze im Tischtennis, Felix Streng für Bronze im 100-Meter-Sprint und an die hessischen Rollstuhlbasketballer Thomas Böhme, Nico Dreimüller und Matthias Güntner, mit deren Team wir im Turnier so mitgefiebert haben. Sie alle haben nicht verzagt, sie kämpfen gegen ihr eigenes Schicksal. Sie trainieren hart, weil sie sich Ziele gesetzt haben und erreichen wollen. Doch wie alle erfolgreichen Sportler brauchen auch die paralympischen Leistungssportler Unterstützung. Hessen handelt hier vorbildlich: Unsere Sportler werden durch langfristige Aufbauarbeit am Olympiastützpunkt Hessen gefördert und unterstützt. Unser Dank geht deshalb an die Begleiter und Trainer, wie den Landestrainer für Para-Tischtennis, Fabian Lenke. Doch nichts geht ohne die hessischen Sportvereine, das will ich klar betonen. Das sind Vereine, die im Behindertensport aktiv sind und sich großartig in der Nachwuchsarbeit engagieren und vielleicht auch ein Beispiel für andere Vereine sind. (Beifall CDU, vereinzelt SPD und Freie Demokraten) Finanzielle Hilfe leistet die Sportstiftung für das HessenTeam. Gefördert werden Nachwuchsleistungssportler und Spitzensportler mit und ohne Handicap unter der Trägerschaft des Landessportbundes Hessen. Die Sportstiftung finanziert nicht nur laufende Kosten wie für Fahrten, die Wohnung oder Trainingsmaßnahmen; eine umfassende Betreuung der Sportler leistet der Olympiastützpunkt durch die sportmedizinische Begleitung und Trainingswissenschaft. Aber genauso wichtig ist die berufliche Perspektive; denn auch an die Zukunft, an die Zeit nach dem Sport muss gedacht werden. Hierfür haben wir die duale Karriereplanung. In der Sportfördergruppe der Polizei, seit 2020, aber auch in der Sportfördergruppe Verwaltung finden unsere Sportler eine hervorragende berufliche Perspektive, wobei sie parallel dazu ihren Sport ausüben können und auch ihr Unterhalt in der Zukunft gesichert ist. Meine Damen und Herren, wir müssen jetzt die Begeisterung von Paris mitnehmen. Es müssen Wege gefunden werden, die Leistungssportförderung des Bundes und der Länder weiter auszubauen. Keinen Weg dagegen darf es für vermeintliche Comedians wie Luke Mockridge geben, der Hassreden über Menschen wie du und ich, nur mit Handicap, hält. (Beifall CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Moritz Promny (Freie Demokraten))
