Anna-Maria Schölch
um Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, meine Damen und Herren! Ich stehe hier nicht Jetzt nur als waschechte Nordhessin – wir sprachen gerade darzu über –, sondern auch als Landtagsabgeordnete des WahlArbeitskreises 2. In diesem ist Baunatal die größte Kommune. den Dort findet man das weit über die Stadtgrenzen von BaunaAusland tal hinaus gut sichtbar leuchtende Logo in Blau: VW. grünen Mein direkt gewonnener Wahlkreis ist deutlich geprägt durch den VW-Standort in Baunatal. Um zu verstehen, Glowarum die Beschäftigten auf die Straße gehen und eine ganze Region von den Sparplänen entsetzt ist und mit banein- gem Blick nach Wolfsburg schaut, muss man kurz zurückdie blicken. Wir Nordhessen haben es geschafft, sozusagen wie Phönix aus der Asche zu steigen. Wir haben es mit Fleiß und Innovation geschafft, aus einem Gebiet, das als Zonenrandgebiet verschrien war, eine Boomregion zu machen, gemeinsam beispielsweise mit der Universität, mit SMA und VW. (Beifall CDU und SPD) Wir Nordhessinnen und Nordhessen haben Start-ups und Uni-Ausgründungen geschaffen, die weltweit agieren und moderne und nachhaltige Technologien entwickeln. Wir Nordhessinnen und Nordhessen sind stolz auf unsere Region und unsere Leistung. Wir identifizieren uns stark mit unserer Region, und unsere Region ist untrennbar von VW. (Beifall CDU, SPD und vereinzelt BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) Meine Damen und Herren, wenn der größte Arbeitgeber in der Region schwächelt, betrifft das nicht nur die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Volkswagen in Baunatal, sondern die gesamte Region Nordhessen. Volkswagen ist in Baunatal nicht nur Arbeitgeber. VW ist eine zentrale Säule der regionalen Wirtschaft. Seit Jahrzehnten spielt das Werk eine Schlüsselrolle für die wirtschaftliche Entwicklung Nordhessens. Es sichert Tausende Arbeitsplätze direkt im Werk und viele weitere in der Zulieferindustrie und bei Dienstleistern wie zum Beispiel Rudolph Logistik, Hujer Lasertechnik aus Lohfelden, das Bauunternehmen Emmeluth aus Fuldabrück, die Baunataler Werkstätten, aber auch die Firma Backmeyer aus Kassel-Bettenhausen, um nur ein paar zu nennen. Das VW-Werk in Baunatal ist zudem ein Innovationsmotor. Mit hoch qualifizierten Fachkräften und modernster Technologie hat es sich über die Jahre hinweg als unverzichtbarer Bestandteil des Konzerns etabliert, mit dem weltweit größten Komponentenwerk von Volkswagen, aber auch Europas größter Leichtmetallgießerei. Der Standort sorgt nicht nur für Arbeitsplätze, nein, sondern auch für eine hohe Kaufkraft, starke kommunale Einnahmen und einen stabilen Mittelstand. Ein Stellenabbau in Baunatal ist nicht nur eine innerbetriebliche Entscheidung. Er hätte auch massive Auswirkungen auf die gesamte Region Nordhessen. Die wirtschaftliche Struktur Nordhessens, die stark auf die Automobilindustrie ausgerichtet ist, würde ins Wanken geraten. Allerdings bin ich als Unternehmerin auch der Meinung, dass ein Unternehmen selbst die richtigen Weichen stellen muss. Die Politik setzt dabei die richtigen Rahmenbedingungen, (Unruhe AfD) aber die Politik kann nur unterstützen und nicht die grundsätzlichen Probleme bei VW lösen. (Beifall CDU und vereinzelt SPD) Jetzt muss das Management reagieren, indem kreative sozialverträgliche Lösungen und Kompromisse gefunden werden. Für VW ist es eine Strategie- und Zukunftsfrage. Für Nordhessen ist dies eine wirtschaftliche Schicksalsfrage. Für VW gilt das Gleiche wie für Ahle Wurscht, Hütt Naturtrüb und den Herkules: nordhessisch eben, es geht nicht ohne. – Vielen Dank. (Beifall CDU und SPD)
