hessischer-landtag.de ↗

René Rock

11.09.2024 Sitzungen 21/19

(AfD): Danke, Herr Abgeordneter Promny. – Für die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN erteile ich der Abgeordneten Herz das Wort. (Zuruf Lara Klaes (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)) De– Frau Abgeordnete Klaes, haben Sie am Präsidenten etWort. was zu kritisieren? – Danke. noch Julia Herz (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Kolleginnen der und Kollegen! Schon in der Bibel steht: „Wer Wind sät, Gemurwird Sturm ernten.“ Nach einem seit neun Monaten vorangetriebenen Projekt der Landesregierung, Menschen vorzuschreiben, wie sie Sprache zu benutzen haben, braucht sich Wir der niemand zu wundern, dass wir heute über diesen absurden Gesetzentwurf der AfD sprechen. AfD: (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Wie man also merkt, sprechen Konservative und Rechte liebend gern über das Gendern. Damit erreichen sie vor allem zwei Dinge. Zum einen wird Politik noch populisBlick tischer, zum anderen wird damit wunderbar von echten HesProblemen abgelenkt. Als wäre das nicht genug, verbreiten viele Befürworterinnen und Befürworter der Sprachverbote AfD. auch noch massenhaft Fake News in Bezug auf das Genwir dern. Also schauen wir es uns heute einmal an, welche FalschbeSprache hauptungen, die man immer wieder hört, es so gibt, wenn Indi- die AfD oder die Landesregierung versucht, ihre Sprachverbote zu rechtfertigen. Zueigenen (J. Michael Müller (Lahn-Dill) (CDU): Verbote, Respekt!) Dame Erste Falschbehauptung: Der Rat für deutsche Rechtschreifolgen bung empfiehlt ein Genderverbot. – In Wirklichkeit hat deutsich das Gremium dazu ursprünglich gar nicht positioniert. eine Der Rat stellt lediglich fest, wie die deutsche Rechtschreinur bung gegenwärtig aussieht. Was in der Schule dann damit gemacht wird, ist eine rein politische Entscheidung und keine sprachwissenschaftliche. Mehr noch, die Geschäftsund führerin des Rechtschreibrats, Frau Dr. Krome, hat ausdrücklich gesagt, dass sich der Rat gewünscht hätte, dass Rat es nicht zu einem Verbot kommt. ja (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Nächste Falschbehauptung: Für blinde Menschen ist der Genderstern ein Problem. – In Wirklichkeit empfiehlt der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband geschlechtsneutrale Begriffe und, wo das nicht möglich ist, die Verwendung des Gendersterns. Auch die Überwachungsstelle des Bundes für Barrierefreiheit von Informationstechnik empfiehlt den Genderstern. Nächste Falschbehauptung: Das generische Maskulinum bezieht ohnehin alle Geschlechter mit ein. – In Wirklichkeit wissen wir aus einer Vielzahl an Studien, dass das nicht der Fall ist. Bei der Verwendung des Begriffs Polizisten denken die Menschen oft oder vorwiegend an Männer und eben nicht auch an Frauen. Das generische Maskulinum funktioniert so nicht und ist und bleibt deshalb ein Mythos. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Nächste Falschbehauptung: Es geht beim Genderverbot darum, Schülerinnen und Schülern die korrekte Rechtschreibung beizubringen. – In Wirklichkeit ist korrektes Gendern viel schwieriger, als nicht zu gendern. Wer konsistent und korrekt mit Genderstern schreiben kann, der kann auch ohne Genderstern richtig schreiben. Hier muss sich wirklich niemand Sorgen machen. Hinzu kommt, dass schon heute Tausende Jobs, beispielsweise in der Öffentlichkeitsarbeit oder Kommunikation von Unternehmen, Fähigkeiten in Bezug auf das Gendern verlangen. (Zuruf AfD: Völlig überflüssig!) Nächste Falschbehauptung: Die GRÜNEN wollen den Leuten das Gendern aufzwingen. (J. Michael Müller (Lahn-Dill) (CDU): Jetzt bin ich aber gespannt!) – Ja, das können Sie sein. – In Wirklichkeit schreiben einzig und allein SPD, CDU und AfD den Menschen in Hessen vor, wie sie Sprache verwenden sollen. Nie haben wir GRÜNE eine Genderpflicht oder sonst irgendetwas in diese Richtung gefordert. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Wir haben immer die Meinung vertreten, dass es allen selbst überlassen bleiben soll, wie sie sprechen. Sprachverbote erlassen nur SPD und CDU unter Applaus der AfD. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Unruhe) Nächste Falschbehauptung: An Unis gibt es schlechtere Noten, wenn Studierende nicht gendern. – In Wirklichkeit gehen bei diesem Punkt viele den Fake News eines meiner damaligen Kommilitonen auf den Leim, der übrigens mit diesen Fake News Karriere in der CDU macht. (Zuruf CDU: Oh!)

Alle Reden von René Rock Protokoll ↗