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René Rock

11.09.2024 Sitzungen 21/19

Danke, Frau Abgeordnete Heidt-Sommer. – Für die Freien Demokraten erteile ich Moritz Promny das Wort. Moritz Promny (Freie Demokraten): Herr Präsident, meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Lehrermangel ist eine der größten Herausforderungen im Bildungssystem. Angesichts des Lehrermangels hat auch die Kultusministerkonferenz eine Lockerung der Vorgaben für den Lehrerberuf beschlossen. Künftig soll es auch Ein-Fach-Lehrkräfte geben; man soll sozusagen mit nur einem Studienfach Lehrer werden können. Das hat die KMK bereits im Juni mitgeteilt. Laut dem Nationalen Bildungsbericht von 2024 hatten im vergangenen Jahr rund 12 % der neu eingestellten Lehrkräfte keine klassische Lehramtsausbildung. Meine Damen und Herren, sosehr wir auf Quereinsteiger angewiesen sind, müssen wir uns doch fragen: Ist das wirklich die Antwort auf die tiefer liegenden Probleme in unserem Bildungssystem? Die Landesregierung hat uns einen Gesetzentwurf vorgelegt, der den Quereinstieg durch den sogenannten EinFach-Vorbereitungsdienst erleichtert. Menschen, die in Mangelfächern wie Mathematik oder Physik einen Hochschulabschluss haben, aber kein zweites Unterrichtsfach, sollen dennoch Lehrer werden können. Ich gehe davon aus, dass diese Maßnahme für uns eine kurzfristige Entlastung bringen wird. Doch genau hier beginnt die Debatte. Dazu eine Feststellung: Die Landesregierung hat sich offenbar dazu durchgerungen, endlich anzuerkennen, dass es einen Lehrkräftemangel in Hessen gibt. (Zurufe AfD: Immerhin! – Das ist schon einmal gut! – Juhu!) Die zweite Feststellung: Was wir hier sehen, ist zwar eine Lösung, die kurzfristige Entlastung bringt, aber die eigentlichen Ursachen für den Lehrermangel bleiben weiterhin bestehen. Wir müssen uns doch fragen: Warum entscheiden sich so wenige junge Menschen für den Lehrerberuf? Wir müssen uns fragen: Warum arbeiten so viele Lehrerinnen und Lehrer nur in Teilzeit oder verlassen den Beruf nach wenigen Jahren? Das sind die Fragen, die diese Landesregierung auch beantworten muss. (Beifall Freie Demokraten und Heiko Scholz (AfD)) Überlastung, steigende Anforderungen und zunehmende Gewalt an den Schulen: All das und einiges mehr schreckt viele ab. Genau diese Probleme müssen wir wieder in den Fokus rücken. Die Landesregierung folgt mit dem Quereinstig zwar der Kultusministerkonferenz, aber das ist nur ein kleines Pflaster für eine viel tiefer liegende Wunde. Wir brauchen nämlich strukturelle Reformen, um den Lehrerberuf insgesamt wieder attraktiver zu machen. Wir brauchen eine spürbare Entlastung der Lehrkräfte durch bessere Arbeitsbedingungen. Es geht natürlich darum, junge Menschen langfristig für den Lehrerberuf zu gewinnen und dann auch im System zu halten. Gleichzeitig sehen wir, dass auch im Rahmen des einstiegs nicht jeder den Vorbereitungsdienst problemlos antreten kann. Bislang war ein Masterabschluss in zwei chern nötig, um sich überhaupt zu qualifizieren. Jetzt es möglich sein, auch nur mit einem Fach zugelassen werden. Meine Damen und Herren, das klingt nach Vereinfachung; aber ob es ausreicht, am Ende des auch die Qualität im Unterricht zu sichern, bleibt abzuwarten. Es gibt Unterschiede in den pädagogischen und didaktischen Fähigkeiten zwischen Quereinsteigern und traditionell ausgebildeten Lehrkräften, die nicht schätzt werden dürfen. Fachliche Stärke ist wichtig, es sind die pädagogischen und sozialen Kompetenzen, den Unterschied im Klassenzimmer ausmachen. (Beifall Freie Demokraten) Ein neuer Quereinsteiger, stark in Mathematik, steht einer Klasse mit aufgeregten Schülern. Doch ohne die tigen pädagogischen Werkzeuge, um auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Schüler einzugehen, sind auch besten fachlichen Kompetenzen wenig wert. Genau da setzt die Notwendigkeit an, Quereinsteiger zielt zu begleiten. Wir müssen sicherstellen, dass steiger gut begleitet werden, um den Herausforderungen des Schulalltags gerecht zu werden. Nur so können gewährleisten, dass sie den Ansprüchen, die wir an Lehrkräfte in diesem Land stellen, auch wirklich werden. Meine Damen und Herren, es bleibt in diesem Zusammenhang viel zu tun. Der Quereinstieg ist ein Schritt in richtige Richtung, aber er ist eben nur ein Teil der denn am Ende des Tages geht es darum, was unsere lerinnen und Schüler verdienen, und das ist eine gute qualitätsvolle Bildung. – Herzlichen Dank. (Beifall Freie Demokraten)

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