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Prof. Dr. Kristina Sinemus

10.09.2024 Sitzungen 21/18

Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Abgeordnete! Das Förderprogramm Distr@l ist das erste Förderprogramm für digitale Forschung und Entwicklungsprojekte, die den Stand der Technik im Bereich der Digitalisierung im hessischen Mittelstand signifikant fördern. Das Akronym Distr@l steht dabei für „Digitalisierung stärken – Transfer leben“. Distr@l wurde Ende 2019 gestartet, das Fördervolumen beträgt 65 Millionen Euro, und Ziel des Programmes ist es, insbesondere hessische KMUs, aber auch Start-ups bei der digitalen Transformation zu unterstützen. Im Bundesvergleich hat Hessen eines der ersten rein auf digitale Innovation ausgerichteten Förderprogramme aufgelegt. Es bietet hessischen KMUs und Start-ups die Chance, digitale Forschungs- und Entwicklungsprojekte umzusetzen. Dies kann sowohl als Einzelvorhaben als auch in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit anderen KMUs, Hochschulen, aber auch Forschungseinrichtungen erfolgen. Distr@l hat insgesamt vier Förderlinien: einerseits Machbarkeitsstudien, zum anderen Forschungs- und Entwicklungsprojekte für Produkt- und Prozessinnovation, Wissens- und Technologietransfer und auch Wachstumsförderung von Start-ups. Ich möchte zwei Leuchtturmprojekte erwähnen, es sind aber noch viele andere in der Förderung: Bei dem einen machen wir gerade an der Schnittstelle von KI und E-Health deutliche Fortschritte, einem Projekt der Goethe-Universität Frankfurt, genannt Goethe CVI. Bei der Beurteilung von Herzerkrankungen spielt die MRT, also Magnetresonanztomografie, eine wichtige Rolle, aber aufgrund der bislang hohen Komplexität dieser Untersuchungen kann sie weder flächendeckend noch profitabel durchgeführt werden. Im Projekt Goethe CVI wurde eine auf KI beruhende Software entwickelt, die Untersuchungszeiten halbiert und die erforderliche Qualifizierung des Personals reduziert. Das bedeutet unter dem Strich: Herz-MRTs können künftig flächendeckend und kostengünstiger als Routineverfahren in der Gesundheitsprävention angeboten werden. Ein zweites Projekt, das ich nennen möchte, betrifft digitale Zwillinge in der Robotik von VEPer, Virtual Environment Perception, Persival. Es wurde von uns finanziert. Hier geht es um das Thema Verkehr. Im Verkehrssektor werden aktuell die für eine virtuelle 3D-Simulation notwendigen Daten mithilfe von Umfeldsensoren auf Testgeländen oder im Straßenverkehr erhoben. Das ist aufwendig und sehr teuer. Die Persival GmbH entwickelt mithilfe von Distr@l eine Software, die die physikalische Signalausbreitung der Sensormodelle realitätsnah simuliert. Dadurch können Sensormodelle künftig preiswerter und schneller entwickelt werden. Darüber hinaus können Entwickler bei ihren Sensormodellen die 3D-Umgebung selbst aufbauen. Dies sind nur zwei von insgesamt 148 Förderprojekten, die im Rahmen des Programmes finanziert wurden, mit einem Gesamtvolumen von aktuell 44 Millionen Euro. Die Wirtschaft beteiligt sich neben dem von uns finanzierten dervolumen mit 25 Millionen Euro, sodass wir hier nur selbst fördern, sondern auch eine Förderung aus Wirtschaft unterstützend als Kofinanzierung bekommen. Wie gesagt, das sind 25 Millionen Euro zum Stand 05.09. Alle Projekte können auf der Plattform LIDIA recherchiert werden. Diese Plattform ist eine neue Plattform, die Initiativen der Hessischen Landesregierung bezüglich novationsprojekte im Digitalbereich abbildet. Dort Sie sich über die neuen digitalen Technologien, aus angewandter Forschung und Entwicklung, aber verschiedene Best-Practice-Beispiele informieren.

Protokoll ↗