Andreas Lobenstein
Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! Die Problematik der Sommerarbeitslosigkeit von angehenden Lehrern, auf die die Kollegen der FDP in ihrer Aktuellen Stunde heute hinweisen, ist in der Tat bemerkenswert. Natürlich sollte hier so schnell wie möglich für Abhilfe gesorgt werden. (Beifall AfD) Das Thema ist jedoch bestenfalls aufgrund der Sommerferien, die in ein paar Tagen beginnen, akut, aber kein wirklich aktuelles, da es sich mitnichten um ein völlig neues Phänomen handelt, sondern bereits seit Jahren bekannt ist. Das verwundert dann doch ein wenig, zumal dies der ansonsten so gerne beschworenen Wertschätzung – das haben wir heute auch schon öfter gehört –, die man Lehrern entgegenbringen sollte, diametral widerspricht. Nun mag man einwenden, dass drei Wochen ohne Einkommen schon irgendwie zu überbrücken sind. Aber als Neuling im Hessischen Landtag muss ich schon sagen, dass ich einigermaßen erstaunt war, dass uns als gewählten Abgeordneten bereits ab dem 7. Dezember 2023 eine Entschädigung zustand, obwohl wir uns erst am 18. Januar 2024 konstituiert haben. Mag sein, dass dies nicht 1 : 1 vergleichbar ist, aber ein bisschen ungerecht finde ich es besagten Lehrern gegenüber dann schon. So viel Populismus sei mir an dieser Stelle gestattet. (Beifall AfD – Turgut Yüksel (SPD): Sie gerne darauf verzichten!) Was beim Thema Wertschätzung von angehenden jedoch prinzipiell Sorge bereitet, ist der rote Faden, hier leider zum Vorschein kommt: umständliche und wierige Bewerbungsprozesse – man könnte es auch in sem Bereich als ein Zuviel an Bürokratie bezeichnen damit verbundene lange Wartezeiten, bis es endlich zu ner Einstellung kommt, Einladungen nach Examensnoten, die zu weiteren Verzögerungen führen, und schließlich dann allzu oft genutzten Kettenarbeitsverträge, die Lehrerberuf zu einem Hochrisikoberuf machen, jedenfalls dann, wenn man sich ein Mindestmaß an Planbarkeit Beruf und Familie wünscht. (Beifall AfD) Die Zahl der befristeten Arbeitsverträge – zunächst ein sinnvolles Instrument – ist im Zeitraum von 2016 2021, wie aus zwei Kleinen Anfragen der LINKEN der SPD im Hessischen Landtag hervorgeht, von auf 7.590 gestiegen. Angesichts des lautstark beklagten Lehrermangels sollte man erwarten, dass diese Zahl kleiner werden sollte, damit eben nicht noch mehr aus Hessen von anderen Bundesländern abgeworben den, wie teilweise geschehen. Ganz generell dürfte die relativ hohe Unzufriedenheit Beruf ebenfalls zum beklagten Lehrermangel beitragen. Laut einer Studie der Robert Bosch Stiftung, dem schen Schulbarometer 2024, können sich 27 % der kräfte, insbesondere die Jüngeren, einen Jobwechsel stellen, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten. Als te Herausforderung werden laut dieser Studie das ten der Schülerschaft sowie deren Heterogenität Ich hatte im Juni-Plenum bereits diesen rosa Elefanten wähnt, der, außer von uns, von den allermeisten sehr beschwiegen wird. (Beifall AfD – Zuruf SPD) Wir müssen im Bildungsbereich also sowohl Ärgernisse, wie die genannte Sommerarbeitslosigkeit, abstellen, darüber aber nicht die großen Stellschrauben aus den gen verlieren, die für eine funktionierende Bildungslandschaft in Hessen unabdingbar sind. – Vielen Dank. (Beifall AfD)
