René Rock
Danke, Herr Abgeordneter Pürsün. – Ich erteile für SPD-Fraktion Frau Dr. Sommer das Wort. (Vereinzelter Beifall SPD) Dr. Daniela Sommer (Waldeck-Frankenberg) (SPD): Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Das tische Jahr bildet den dritten Abschnitt des Medizinstudiums und vollendet die medizinische Ausbildung. steht der praktische Umgang mit den Patientinnen Patienten im Mittelpunkt. Alle im Studium erworbenen Kenntnisse werden nun in die Praxis umgesetzt. Man in den Stationsalltag eingebunden. Man macht Visiten Besprechungen. Man nimmt Patientinnen und Patienten auf, legt Verbände an, nimmt Blut ab, legt venöse Zugänge, führt andere medizinische Techniken durch, damit man die Praxis hineinkommt – und das eigentlich immer unter Aufsicht einer Ärztin oder eines Arztes. der Beklagt wird von den Studierenden – Herr Pürsün, Sie die weil sind schon darauf eingegangen –, dass PJler oftmals als daran „Arbeitsreserve“ genutzt, um nicht „ausgenutzt“ zu sagen, werden. Zur Wahrheit gehört, dass Medizinstudierende im unterder PJ aufgrund des Personalmangels in den Krankenhäusern und Kliniken oftmals stark belastet und im Dauereinsatz sind. Dass sie selten und zu wenig gefördert werden, zeigt auch das PJ-Barometer aus 2023, das die Rahmenbedingungen beleuchtet. bislang Ein Studierender berichtet: Chirurgie-Tertial, 6:15 Uhr anfangen zu arbeiten, bis 7:15 Uhr mit den 40 Blutabnahmen das auf Station fertig sein. 7:05 Uhr Frühbesprechung, aber Ge- spätestens 7:30 Uhr im OP, Lagern ohne Operateur, bis 14:30 Uhr mindestens täglich im OP, bis dahin keine Pauder se. Mensa hat schon zu. Dann zurück auf Station. Zugänge die legen, Arztbriefe schreiben, danach eventuell noch einmal in den OP, weil sonst keiner da ist. Bleiben bis 18 Uhr die ohne Pause, ohne Essen und ohne Trinken. Praktisch daran ist nur, dass man nicht mehr auf Toilette muss. Und all das nur für sagenhafte 1 Euro die Stunde. Höhe Eine Marburgerin, die Medizin studiert, drückt es so aus: RegeLand Es geht im PJ um die Vertiefung der im Studium erworim benen ärztlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten – nicht darum, uns als Lückenbüßer zu missbrauchen. – UniverAusbil- Genau das ist der Punkt, meine Damen und Herren. (Beifall SPD) Deswegen sind wir der FDP dankbar, dass sie dies zum (BÜNDThema gemacht hat. Allerdings: Wäre es nach Ihnen gegangen, hätten wir das in der letzten Plenarsitzung ohne für Aussprache einfach durchgewinkt. Sie wollten auf der Welle der Aktionswoche „Gemeinsam für ein faires PJ!“ die mitschwimmen und sich profilieren. noch (Zuruf Yanki Pürsün (Freie Demokraten)) Uns ist das Thema aber zu wichtig, Herr Pürsün. Deswedaher gen haben wir schon im Ältestenrat bekräftigt, dass wir uns mit Ihnen hier und auch im Ausschuss dazu austauschen Freie wollen; denn die Studierenden sind die Zukunft unserer Praxen und unserer Krankenhäuser. Meine Damen und Herren, das eint uns. Wir wollen sie besser unterstützen. BÜND- (Beifall SPD und CDU) Konkret wollen wir – Herr Pürsün, da sind auch Ihre Forderungen einbegriffen –, dass die Ausbildung im PJ im Rahmen der Reform der Studien- und auch der Apdie probationsordnung weiterentwickelt wird, dass die Aufwandsentschädigung für die Studierenden endlich auf den BAföG-Höchstsatz angepasst wird und dass wir in Hessen schnellstmöglich darauf hinwirken: Wir wollen die Arbeits- und Rahmenbedingungen an den Universitätskliniken und an den akademischen Lehrkrankenhäusern verbessern. Wir wollen die Qualität der Ausbildung im PJ Prakhinsichtlich der Betreuung der Studierenden verbessern. Dabei Ich möchte an diesem Punkt sagen, dass viele Fakultäten und in Hessen bereits Anstrengungen für verbesserte Lehrund Arbeitsbedingungen unternehmen, wie Monitoringprowird gramme, hybride Seminarfortbildung, interprofessionelle und Ausbildungsstationen, Ausbildungsprogramme zu Pharmakotherapie, Patientensicherheit und zu klinischen Entscheidungsfindungen. Zudem finden regelmäßige Evaluationen in statt. Das alles, lieber Herr Pürsün, liebe Kolleginnen und Kollegen, soll weiterentwickelt werden, soll verstetigt werden und soll vor allen Dingen zukünftig allen PJlern zugutekommen. Ich glaube, das eint uns, und das wollen wir gemeinsam auf den Weg bringen. Darüber hinaus werden wir auch die Regelung der krankheitsbedingten Fehltage anschauen und uns für eine gute Lösung einsetzen. Das sind Forderungen, die aber – das gehört zur Wahrheit auch dazu – nicht erst gestern laut geworden sind, sondern schon in den letzten Jahren erhoben wurden. Wir werden nun tätig und machen die Augen nicht länger zu, liebe Kolleginnen und Kollegen. Was die Vorgängerregierung bislang nicht gemacht hat, packen wir jetzt an. (Daniel May (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Dafür ist meiner Kenntnis nach der Bund zuständig!) Unser Antrag geht aber – das gehört auch zur Wahrheit dazu – über denjenigen der FDP hinaus. Deswegen, Herr Pürsün, werben – –
