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Heiko Scholz

AfD 20.06.2024 Sitzungen 21/14

Sehr geehrte Frau Präsidentin, Herr Staatsminister Schwarz, meine Damen und Herren! Lassen Sie mich mit einem Zitat beginnen: „Unsere hessischen Schulen sind bestmöglich mit ausgebildeten Lehrkräften versorgt. Die Unterrichtsgrundversorgung, also die Abdeckung der Stundentafel, liegt bei deutlich über 100 %. So stehen den hessischen Schulen in Summe in diesem Schuljahr über 20 % mehr Lehrkräfte mit einem entsprechenden Lehramt zur Verfügung, als zur Abdeckung des Grundunterrichts notwendig wäre.“ So Kultusminister Schwarz in der Fragestunde des vergangenen Plenums. Herr Staatsminister, nach Ihren Worten bildet Hessen also bundesweit die Insel der Glückseligen: Lehrermangel überall, bloß nicht bei uns. – Da fragt sich der erstaunte Zuhörer: Wozu dann bitte eine Lehrkräfteoffensive? (Beifall AfD) Meine Damen und Herren, ein Blick in die Realität könnte uns eventuell die Antwort geben. Dem linken Zeitgeist folgend, verfährt auch das CDU-geführte hessische Kultusministerium frei nach dem Motto: Jeder kann alles werden, auch Lehrer. Die Zauberformel lautet: Wir überschwemmen unsere Schulen mit Aushilfs- und Vertretungskräften mit schlecht bezahlten TV-H-Verträgen. – Die Liste der dienstlichen Aufgaben dieser Kräfte ist dafür mindestens genauso lang wie bei ihren verbeamteten Kollegen, jedoch werden bei der fachlichen und pädagogischen Qualifikation beide Augen fest zugedrückt. Kriterien für die Erteilung einer Unterrichtserlaubnis sucht man vergebens. Wozu auch, diese würden ohnehin nur stören. Hauptsache, die Zahlen stimmen, nicht wahr, Herr Kultusminister? (Beifall AfD) Mehr noch: Dokumentationspflichten, Verwaltungsarbeit, massenhaft Vertretungsunterricht, der schlechte Zustand unserer Schulgebäude sowie die zunehmenden sogenannten sozialen Herausforderungen verstärken die Überlastung unserer Lehrer im Übermaß. Laut einer GEW-Studie, die im Jahr 2020 an 64 Frankfurter Schulen durchgeführt wurde, arbeitet über die Hälfte der Pädagogen mehr als 48 Stunden pro Woche. Als Norm wurden die 41 Arbeitsstunden der Hessischen Arbeitszeitverordnung angesetzt. Datenerhebungen zu Unterrichtsvertretungen und -ausfällen verschließt sich das HKM seit Jahren standhaft. Herr May, wir kennen das bereits aus der 19. und der 20. Legislaturperiode: wo keine Daten, da keine Probleme und demzufolge auch kein Handlungsbedarf. (Beifall AfD) Die Folge Ihres Versagens war, dass in Hessen alleine im Jahr 2022 122 Lehrer ihre Verbeamtung und damit ihren Beruf vorzeitig aufgaben. 2018 waren es noch 39 Lehrer. Die Teilzeitquote bei hessischen Lehrern erreicht ein neues Allzeithoch. Hessen liegt mit einer Quote von 43,4 % weit über dem Bundesdurchschnitt. Die Kultusministerkonferenz am 14.03.2024 reagierte darauf mit einer erneuten Absenkung der Anforderungen und fördert hiermit eine weitere Entprofessionalisierung des Lehrerberufes. So wird, auf der Grundlage einer erleichterten Anerkennung der Berufsqualifikation ausländischer Lehrkräfte, insbesondere auch auf Ein-Fach-Lehrer abgestellt. Mittels dualer Lehramtsstudiengänge sollen schon Studenten selbstständig Unterricht erteilen dürfen. Ja, auch wir haben uns stets für mehr Praxisanteile im Lehramtsstudium eingesetzt – dies jedoch immer mit professioneller pädagogischer Begleitung durch ausgebildete Lehrkräfte und bei angemessener Vergütung. Studenten sind für uns eben keine Lückenbüßer für eine jahrzehntelang verfehlte Bildungspolitik, meine Damen und Herren. (Beifall AfD) Hinzu kommt das verstärkte Werben für den Lehrerberuf bei Quereinsteigern, die quasi ganz nebenbei, in noch zu schaffenden Studiengängen, das pädagogische Rüstzeug erhalten sollen. Wie wir wissen, hat das bisher nicht funktioniert. Die angeworbenen Quereinsteiger wurden ins kalte Wasser geworfen, man hat sie sich selbst überlassen, sodass viele nach kurzer Zeit desillusioniert wieder das Handtuch warfen. Statt sich nun ernsthaft dieser Probleme anzunehmen, wirbt das HKM derweilen – erzwungen und schon bemüht – mittels einer sozialmedialen Kampagne „Werde Lehrer in Hessen“. (Zuruf Turgut Yüksel (SPD)) Ein „Zukunftsbus“ soll interessierten Schülern mittels virtueller Realität einen Blick in ihre Zukunft als Lehrer gewähren. Meine Damen und Herren, es ist zu hoffen, dass auch Einblicke in die Klassenzimmer unserer Brennpunktschulen in Frankfurt oder Offenbach gewährt werden, (Beifall AfD – Zuruf Stephan Grüger (SPD))

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