Kathrin Anders
einheitSehr geehrter Herr Präsident, werte Kolleginnen und Kolvorgelegen! Das Gesundheitssystem ist unter Druck, sowohl im oft stationären als auch im ambulanten Bereich. In den nächsGeten Jahren gehen viele Mediziner, Apotheker sowie viele Pflegekräfte in den Ruhestand. Gleichzeitig nimmt unsere alternde Gesellschaft immer mehr Leistungen in Anspruch. indiviNirgendwo ist der demografische Wandel so spürbar wie im Gesundheitssystem. erteilt, 40 % der niedergelassenen Ärzte sind schon über 60 Jahre zu alt und werden also in absehbarer Zeit in den Ruhestand gehen. Praxisschließungen drohen nicht nur im ländlichen Raum. Fachkräftemangel gefährdet zukünftig die Versorgibt, gung. Abwarten ist sicherlich keine Strategie. erfolgen (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) einstelEin Schlüssel für mehr Fachkräfte ist die Einwanderung. es in vor Es ist wunderbar, dass das auch endlich die Partei hier am rechten Rand erkannt hat. Das Problem der Gesundheitsim versorgung lösen wir nur durch Einwanderung. befin- (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Andreas Lihier chert (AfD): Ihr Ernst? – Zuruf AfD: Das glauben diesen Sie doch selbst nicht!) Viele Gesundheitsminister – am prominentesten wohl Jens ApproSpahn – sind durch die Welt gereist und haben für Deutschland als Arbeitgeber geworben. automaZur (Dr. Frank Grobe (AfD): Masken verkauft!) Wohl wissend, dass wir mit den Nachwuchskräften hier vor Ort das System nicht erhalten werden können. Ohne Fachkräfte aus dem Ausland wird die Versorgung von Alten und Kranken in den nächsten Jahren nicht zu leisten sein. Deswegen müssen wir für unser Land werben. Vor allem müssen wir uns von unserer besten Seite zeigen. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Zuruf Andreas Lichert (AfD)) Wir konkurrieren als Standort mit vielen anderen Ländern, die auch ein demografisches Problem haben. Kanada will seine Bevölkerung in den nächsten 25 Jahren verdoppeln und setzt dabei vor allem auf die Fachkräfte aus dem Ausland. Umso wichtiger ist es, dass wir diesen Fachkräften hier ein gutes Arbeitsumfeld bieten. Wir müssen Arbeit und Leben im fremden Land nicht komplizierter, sondern einfacher machen. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) In der Realität ist das leider nicht so. Anerkennungen von Qualifikationen brauchen sehr lange. Sie brauchen besonders lange in Hessen. Etliche Zuschriften, auch prominente Zuschriften, der vergangenen Monate haben uns alle, haben sicherlich auch die Ministerin erreicht. Es muss sich also dringend etwas ändern. Wir brauchen schnelle Verfahren. Wir brauchen einfache und digitale Verfahren. Wir brauchen sie jetzt. Bisher ist uns keine Initiative der neuen Landesregierung bekannt, um Fachkräfte schneller anzuerkennen, um sie schneller in die Kliniken, in die Apotheken oder die Alten- und Pflegeheime zu bringen. Alle Akteure müssen endlich an einen Tisch gebracht werden. Ich glaube nicht, dass die Lösung nur mehr Personal in der Verwaltung ist; denn die aufwendigen Verfahren haben durchaus noch mehr Seiten als nur das Abhaken und das schnelle Abarbeiten. Wir brauchen einen Austausch darüber, was konkret nachgewiesen werden muss. Wir brauchen einen Austausch darüber, ob es wirklich immer ein bedrucktes Papier in fremder Sprache sein muss, das die Qualifikation nachweist, oder ob nicht genauso gut Einschätzungen von Vorgesetzten zählen, wenn die Personen schon lange in unserem deutschen Gesundheitssystem arbeiten. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Eine fehlende Anerkennung des Pflegestudiums zum Beispiel, weil das Abiturzeugnis aus dem Ausland nicht mehr vorhanden ist, das sind irrsinnige Vorgänge, die beendet werden müssen. Wenn wir Fachkräfte aus dem Ausland halten wollen, brauchen wir eine moderne und digitalisierte Verwaltung. Wir brauchen eine Willkommensstruktur, damit gut ausgebildete Menschen in Deutschland bleiben und nicht in die europäischen Nachbarländer gehen, die all das schon bieten. Eine solche Initiative habe ich eigentlich im Rahmen des 11+1-Programms erwartet. Landesärztekammer, Apothekerkammer, Krankenkassen und Arbeitgebervertreter müssen an einen Tisch geholt werden, damit gemeinsam beraten werden kann, wie die ausländischen Fachkräfte besser und schneller arbeiten können. Das würde nicht nur den Betroffenen helfen, sondern vor allem den überlasteten Kolleginnen und Kollegen in den Kliniken und in den Praxen. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Es wird Zeit, dass wir endlich über die Lösungen diskutieren; denn die Fachkräfte haben weltweit Alternativen. Wir hier vor Ort haben nur wenige Alternativen. – Danke. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
