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Astrid Wallmann

19.06.2024 Sitzungen 21/13

Vielen Dank. – Als Nächster hat der Abgeordnete Yanki Pürsün von den Freien Demokraten das Wort. Sie haben das Wort, Herr Pürsün. Yanki Pürsün (Freie Demokraten): Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Es steht sicherlich außer Frage, dass die Fußball-Europameisterschaft Millionen von Menschen in ihren Bann ziehen wird und auch schon gezogen hat. Auch für nicht Fußballbegeisterte ist die EM ein nicht zu übersehendes Ereignis, dem man in diesem einen Monat kaum aus dem Weg gehen kann. Es ist auch nicht infrage zu stellen, dass ein solches Sportereignis zumindest die Chance bringt, positive und nachhaltige Effekte für den Fußballsport in Deutschland von der Basis, dem Breitensport, bis hin zum Schulsport bringen. Allerdings überrascht es, dass die Regierungsfraktionen hier und heute feststellen lassen wollen, „dass dem gesamten Sport in all seinen Facetten tens der Landesregierung ein hoher Stellenwert gemessen wird und der Sport gefördert und wird.“ Meine Damen und Herren, alles andere würde auch wundern; denn immerhin sprechen wir beim Thema über ein in der Hessischen Verfassung verankertes ziel. (Beifall Freie Demokraten und vereinzelt BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Wir sollen also letztlich über eine reine Selbstverständlichkeit abstimmen. Das mag den Regierungsfraktionen reichen, uns nicht. Immerhin wäre es doch mehr als wunderlich, wenn die Landesregierung dem Staatsziel derung des Sports keine Bedeutung beimessen würde, ohne Beschluss des Landtages. Als ein politisches Novum ist es wohl zu bezeichnen, in Punkt 2 Ihres Antrags Fair Play von allen Spielern Offiziellen der Mannschaften sowie den vielen nationalen und internationalen Gästen durch den Landtag eingefordert wird, also von Spielern und Offiziellen von 24 Nationalmannschaften und von den bis zu zwölf Millionen die in Deutschland erwartet werden. Selbstverständlich hoffen wir alle auf ein friedliches ballfest. Ob man dies allerdings per Beschluss des tages betonen muss, sei ebenso dahingestellt wie die wort auf die Frage, ob ein solches Bekenntnis auch ansatzweise den Fair-Play-Gedanken an die aufgezählten Teilnehmer der EM transportieren kann. Maßgeblich vielmehr, dass sich die teilnehmenden Mannschaften Fair-Play-Gedanken der UEFA leiten lassen. Was die unzähligen Fußballfans in den zehn Städten geht, wird es für ein friedliches Miteinander in erster auf Prävention und gute Sicherheitskonzepte der zuständigen Behörden und Vereinigungen ankommen. Punkt 2 Ihres Antrages ist also letztendlich ein nettes kenntnis, mehr aber auch nicht. Auf diesem Level man sich auch gut einen Antrag der Koalition vorstellen, wonach der DFB auch zukünftig bitte mit Adidas menarbeiten möchte. Immerhin hat sich der Ministerpräsident persönlich zu der Aussage hinreißen lassen, dass Weltmeister Adidas trägt und nicht irgendeine amerikanische Fantasiemarke. Herr Ministerpräsident, seien Sie versichert, dass es bei Nike nicht um eine amerikanische Fantasiemarke delt. Sie ist ganz real. Der Marktanteil von Nike liegt Deutschland sogar deutlich vor Adidas, und Sie selbst gen diese Marke auch. (Beifall Freie Demokraten – Zuruf Max (CDU)) Aber seien Sie trotzdem beruhigt: Der Weltmeister Adidas. (Vereinzelter Beifall Freie Demokraten) Das Unternehmen mit Sitz in Herzogenaurach ist Ausrüster des amtierenden Weltmeisters Argentinien. zu Nach diesem kleinen Exkurs wieder zu Ihrem Entschließungsantrag. Ihrem in diversen Punkten zum Ausdruck gebrachten Dank an Einsatzkräfte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ordnungsdienstes, die rund 1.600 Volunteers, die mehr als eine halbe Million Menschen, die sich in hessischen Sportvereinen ehrenamtlich engagieren, den seibei- Hessischen Fußball-Verband und die Sozialstiftung des gestärkt Hessischen Fußballs können und wollen wir uns selbstverständlich anschließen. Kollegin Ines Claus hat es gerade angesprochen und auch verSport die Stadt Frankfurt erwähnt. Ja, die Stadt Frankfurt ist ein Staats- hervorragender Austrager der Spiele in Frankfurt. Wir haben eine sehr professionelle Tourismus- und Kongressgesellschaft, die wahrscheinlich die Spiele nirgends so schön ermöglicht wie in Frankfurt. (Beifall Freie Demokraten) Wir haben bestimmt die schönste Fanzone in ganz verDeutschland. Das ist auch von der UEFA honoriert worFör- den. Bei dieser Gelegenheit möchte ich darauf hinweisen, auch dass die austragende Stadt Frankfurt auch der Mittler zwischen UEFA und weiteren staatlichen Ebenen ist, zum Beispiel dem Bundesland Hessen. wenn und Ich habe darauf hingewiesen, dass die Stadt Frankfurt ein hervorragender Ausrichter ist. Diese professionelle Hilfe hätte auch das neu gegründete Sportministerium in Anspruch nehmen können; denn die Stadt Frankfurt ist besFans, tens im Bilde, wie es mit den Karten läuft. Es gibt auch ein Sozialkontingent. Dann kann man auch mit der UEFA sprechen, wie man so etwas am besten macht. Es erweckt Fußden Eindruck, als ob die Frau Ministerin auf eine Idee Landgekommen wäre und sich vielleicht privat zu Hause an den AntRechner gesetzt und geschaut hat, was es dort so gibt – da nur gab es nur die eine Kategorie, die ein bisschen mehr Geld kostet –, und es einfach so bestellt hat. Ganz professionell ist ist das nicht abgelaufen. vom (Beifall Freie Demokraten) anWir hatten gestern den Abend des Sports. Alle AbgeordneLinie ten waren eingeladen, Ehrenamtliche aus dem Sport für gestern einzuladen. Das haben sicherlich viele gemacht. Sicherlich haben sich auch viele mit den Vertretern unterhalten. Ich habe es natürlich auch gemacht. Wir haben uns Bekönnte auch darüber unterhalten, was man mit Geld in Hessen für den Sport Gutes tun kann. Da geht es häufig um geringe Summen. Ich glaube, es ist wichtig, dass wir mit dem zusamGeld, das wir einsetzen, viel Gutes in Hessen für den Sport der machen und auch sparsam mit dem Geld umgehen. Denn auch mit kleinen Summen kann man in Hessen sehr viel erreichen. sich Frau Sportministerin, das ist Ihnen misslungen. Wenn wir han- uns dann das nächste Mal in der Fanzone treffen, kann ich auch gerne vermitteln zwischen dem Land Hessen und der in tra- TCF, den Verantwortlichen der Stadt Frankfurt, damit sich so etwas nicht wiederholt. Schad Gesellschaftliches Engagement, insbesondere in ehrenamtlicher Form, hat unsere uneingeschränkte Wertschätzung und unseren ausdrücklichen Dank verdient. Das steht vollträgt kommen außer Frage. Ja, selbstverständlich freuen wir uns auch, dass die Nationalmannschaft der Ukraine ihr Quartier für die Dauer der EM im hessischen Taunusstein-Neuhof aufgeschlagen hat. Der Freude hierüber hat unter anderem der Ministerpräsident in seiner Pressemitteilung vom 13. Juni 2024 schon Ausdruck verliehen. Schauen wir uns daher Ihren zum Setzpunkt erhobenen Entschließungsantrag einmal im Übrigen an. Wo finden wir Substanz, wo finden wir konkrete Ankündigungen für den Bereich Sport? Punkt 5 beispielsweise: „Der Landtag stellt fest, dass dieses freiwillige Engagement auch nach der Europameisterschaft weiter unterstützt werden soll ...“ Selbstverständlich. Es ist nicht mehr und nicht weniger als die selbstverständliche Wertschätzung des Ehrenamtes, wenn ich dieses nach besten Kräften unterstütze und fördere. Vereinsarbeit, das wissen wir alle, funktioniert ohne die vielen Menschen, die sich in ihrer Freizeit in den Dienst der Allgemeinheit stellen, nicht. Dann stellen Sie fest, dass den Vereinen Ehrenamtliche fehlen, die zum Beispiel bei der Vorstandsarbeit unterstützen. Auch diese Feststellung ist sicherlich zutreffend. Dieses Phänomen ist seit geraumer Zeit zu beobachten. Das Vereinsleben hat sich gewandelt. Viele sehen heutzutage im Verein einen Dienstleister: Mitgliedsbeitrag gegen Leistung. Mitarbeit im Vorstand oder bei Festen ist eher Fehlanzeige. Was es aber braucht, sind Antworten und ein Plan, wie man diesen Mangel beheben will. Auf die Antwort der Landesregierung darf man gespannt sein. In Punkt 6 thematisieren Sie unter anderem das bekannte Phänomen der zunehmenden Gewalt gegen Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter. Die Gewalt gegen Schiedsrichter wurde von uns Freien Demokraten Mitte letzten Jahres zum Gegenstand eines Dringlichen Berichtsantrages gemacht. In der Beantwortung der Frage, welche Maßnahmen die Landesregierung ergreift, um solche Übergriffe zu verhindern, wurde in erster Linie auf die Förderung diverser präventiver Maßnahmen verwiesen. So hat das Projekt „Fair Play Hessen“ für das letzte Jahr 150.000 Euro erhalten. Nach Aussage des damals zuständigen Staatssekretärs sollte durch vielfältige Maßnahmen mehr Sicherheit in allen Ligen des Hessischen Fußball-Verbandes erreicht werden. Über das, was seit Jahren bei den gleichzeitig rückläufigen und hinlänglich bekannten Nachwuchszahlen bei den Schiedsrichtern schon unternommen wird, geht der heutige Antrag nicht hinaus. Aber vielleicht erfahren wir noch von Ihnen, dass die im Wesentlichen auf Verbandsebene durchgeführten Maßnahmen zu einem Wandel geführt haben und erste Erfolge zeigen. Zu wünschen bleibt auch, dass sich die Landesregierung und die regierungstragenden Fraktionen die im Jahr 2023 verfasste sportpolitische Agenda des Landessportbundes Hessen zu Herzen nehmen. Danach ist der hessische Sport auf zeitgemäße Rahmenbedingungen angewiesen. Die Verbesserungsbedarfe zeigen: infrastrukturell, finanziell und ideell. Klar formuliert ist daher auch die Forderung des Landessportbundes Hessen, in der jetzt laufenden Legislaturperiode eine zukunftsorientierte Stärkung des Sportsystems in den Blick zu nehmen. Wenn der LSB von einem umfassenden Modernisierungs- und Sanierungsstau im Netz der hessischen Sportanlagen spricht, dann muss dringend auf den Prüfstand, ob die finanzielle Ausstattung, insbesondere die der Sportstättenförderung, noch zeitgemäß ist. Offensichtlich ist sie es nicht; denn sonst gäbe es den festgestellten Modernisierungs- und Sanierungsstau nicht. Es reicht also nicht, seine Freude über ein aktuell stattfindendes sportliches Großereignis zum Ausdruck zu bringen. Sport in Hessen ist deutlich mehr als nur eine EM, die gerade hier stattfindet. Worauf es ankommt: Man muss die tatsächliche und wichtige Arbeit von 2,1 Millionen Menschen in den über 7.400 Vereinen in Hessen in den Fokus nehmen. (Beifall Freie Demokraten – Ingo Schon (CDU): Ein Feuerwerk!)

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