Astrid Wallmann
Das Wort würde ich gerne zur Beantwortung Herrn Staatsminister Schwarz übergeben. Herr Staatsminister, Sie haben das Wort. Bitte schön. Armin Schwarz, Minister für Kultus, Bildung und Chancen: Verehrte Frau Präsidentin, vielen Dank. – Herr Abgeordneter Sommer, gerne beantworte ich Ihre Frage. (Robert Lambrou (AfD): Kurz, kurz!) – Kurz, wie vom Abgeordneten Frömmrich gewünscht. (Jürgen Frömmrich (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Kurze Striche!) – In kurzen Strichen. – Ein Gutachten der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission der Kultusministerkonferenz empfiehlt, zunächst eine möglichst gesicherte Basis solider Deutschkompetenzen als zentrale bildungssprachliche Kompetenz herbeizuführen, um den späteren Erwerb einer Fremdsprache so gut wie möglich vorzubereiten. Weitere Forschungsergebnisse in diesem Bereich bestätigen, dass der Englischunterricht für Kinder nur dann gewinnbringend ist, wenn die Fremdsprache immer wieder in Bezug zur Herkunftssprache gesetzt werden kann und wenn die Schülerinnen und Schüler bereits entsprechende bildungssprachliche Kompetenzen mitbringen, um dem Unterricht folgen zu können. Außerdem möchte ich betonen, dass die Stundentafel in der Grundschule nicht beliebig ausgeweitet werden kann, um den jüngsten Schülerinnen und Schülern ein ausgewogenes schulisches Lernen in Verbindung mit ausreichenden Entwicklungsmöglichkeiten im außerunterrichtlichen Bereich zu ermöglichen. Zudem zeigen einschlägige Studien, dass der frühere Einstieg in das Erlernen einer Fremdsprache mittel- und langfristig keine signifikanten Vorteile mit sich bringt. Die in der Sekundarstufe I deutlich erhöhten Lernraten im Fremdsprachenunterricht sind gemäß diesen Studien dazu in der Lage, die Lernzeit, die in der Primarstufe für eine Fremdsprache aufgewendet wurde, zu kompensieren. Vor diesem Hintergrund präferiert die Hessische Landesregierung die Stärkung der Kompetenzen in der Bildungssprache Deutsch gegenüber einem früheren Fremdsprachenerwerb. Ich darf eines ergänzen. Als Englischlehrer stehe ich sicherlich nicht im Verdacht, der englischen Sprache kritisch gegenüberzustehen. In herausfordernden Zeiten, in denen es tatsächlich darum geht, dass jedes Kind möglichst von Beginn an, ab der 1. Klasse, dem Unterricht in jedem Fach folgen kann, genießen die Bildungssprache Deutsch und deren Vermittlung an hessischen Schulen allerhöchste Priorität, und dazu dienen diese Maßnahmen. (Zuruf AfD: Kurze Antwort!)
