Astrid Wallmann
Vielen Dank. – Als Nächster hat der Abgeordnete Sebastian Müller von der CDU-Fraktion das Wort. Sebastian Müller (Fulda) (CDU): Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Hessen kann als waldreichstes Bundesland Deutschlands – der Kollege der SPD hat gerade schon ausgeführt, wo genau unser Vorsprung gegenüber Rheinland-Pfalz liegt – stolz auf seine Wälder sein. Sie sind ein Schatz, der viele Funktionen erfüllt, weil der Wald umweltschonend und nachhaltig bewirtschaftet wird und uns mit dem wichtigen Rohstoff Holz versorgt. Im Rahmen der multifunktionalen Forstwirtschaft sehen wir insbesondere auch den Erhalt der biologischen Vielfalt, den Schutz von Klima, Wasser und Boden sowie die Möglichkeit zur Erholung und zu Naturerlebnissen für den Menschen als festen Bestandteil der Waldbewirtschaftung an. (Beifall CDU und SPD) Dem Staatswald kommt mit einem Flächenanteil von gut 40 % der gesamten Waldfläche in Hessen eine große Bedeutung zu. Auch das haben wir schon gehört. Die Nutzung des Staatswaldes richtet sich aktuell vor allem nach dem Hessischen Waldgesetz, der Naturschutzleitlinie, der Richtlinie zur Bewirtschaftung des Staatswaldes und den Zertifizierungen nach PEFC- und FSC-Standards. Sie sehen: Uns mangelt es in Hessen nicht an einem sehr differenzierten Regelungsrahmen im Staatsforst. Der hessische Wald hat sich aber in den letzten Jahren radikal verändert. Lange Trockenperioden haben große Kahlflächen verursacht. Bisher sind rund 40.000 Hektar und damit eine Fläche von ca. 12 % des hessischen Staatswaldes durch Großkalamitätsereignisse stark geschädigt und müssen überwiegend wieder aufgeforstet oder natürlich verjüngt werden. Die Wiederbewaldung ist daher die drängendste Aufgabe der Waldbewirtschaftung. (Beifall CDU und SPD) Denn nur eine konsequente Wiederbewaldung sichert den Wald als CO -Speicher, Rohstofflieferant und auch als Lebensraum. Um die vielfältigen Waldfunktionen zu sichern, ist aber ein detaillierter Blick auf die geltenden Bewirtschaftungsvorgaben erforderlich. Für den Aufbau klimastabiler Wälder halten wir auch die Nutzung klimaangepasster Baumarten und -varietäten, die längere und wärmere Trockenphasen aushalten, für erforderlich. In der Praxis zeigt sich, dass dies mit den Vorgaben des FSC nur bedingt möglich ist. Deswegen macht der Antrag der GRÜNEN, ein einfaches „Weiter so“, leider keinen Sinn. Ein konkretes Beispiel ist der Einsatz der Douglasie, der durch den Anteil von maximal 20 % fremdländischer Baumarten durch die FSC-Zertifizierung stark beschränkt wird. Die Douglasie wird in Deutschland seit 1831 angebaut. Das invasive Risiko ist äußerst begrenzt. Die Douglasie bietet uns aber die Chance, dringend benötigtes Bauholz für klimaschonendes Bauen heimisch zu erzeugen, da die Fichte ihre Funktion als Bauholzlieferant leider zunehmend verliert. Wir wollen durch ein Moratorium FSC ruhen lassen und bis 2028 die Folgen für den Waldumbau, die Auswirkungen auf die Arbeit der Beschäftigten, die Kosten und damit einhergehenden bürokratischen Vorgaben sowie naturschutzfachlichen Nutzen überprüfen. (Beifall CDU und SPD) Meine Damen und Herren, unser Ziel ist eine praxisnahe Ausrichtung der Zertifizierung. Dabei sollen besonders die langjährigen Erfahrungen der Försterinnen und einbezogen werden und konsequent Bürokratie vermieden werden. (Beifall CDU und SPD) Wir formulieren in unserem Antrag ferner, dass für Zeitraum des Moratoriums weiter ein hoher Umwelt-, zial- und Naturschutzstandard in der Bewirtschaftung Staatswaldes und eine Ausrichtung am Prinzip der haltigkeit sichergestellt werden und die weiteren geltenden Richtlinien auch Anwendung finden. Das Moratorium gibt den FSC-Gremien die Chance in die Zukunft gerichteten Ausrichtung ihrer Organisation. Daher halten wir einen sofortigen Austritt, den die fordert, auch für voreilig. Ihre wenigen dürren Sätze Antrag haben uns jetzt in dieser Debatte auch nicht gebracht. (Beifall CDU und SPD – Zuruf Wiebke Knell Demokraten)) Wir fordern stattdessen eine ausführliche Überprüfung Vorgaben, der Standards, insbesondere für ihre Folgen den Waldumbau, die Arbeit der Beschäftigten, die und die naturschutzfachlichen und bürokratischen Regeln. Mein Dank gilt den vielen Försterinnen und Förstern wie den Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern, die einer besonderen Arbeitsbelastung stehen und die für Zukunft unseres Waldes große Leistungen erbringen. (Beifall CDU und SPD) Wir müssen ihnen taugliche Werkzeuge für die Arbeit an die Hand geben. Dazu brauchen die Försterinnen und Förster weniger Bürokratie, Gestaltungsspielräume, aber vor allem unser Vertrauen. – Danke schön. (Beifall CDU und SPD)
