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Kathrin Anders

GRÜNE 16.05.2024 Sitzungen 21/10

Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Kolleginnen Kollegen! Der demografische Wandel ist eine der Herausforderungen, denen wir uns in den nächsten Pflege- stellen und denen wir vor allem mit klugen Konzepten bereits entgegnen müssen. werUnser Gesundheitssystem ist von diesem demografischen die Wandel in doppelter Form betroffen. Wir haben auf der einer einen Seite eine alternde Gesellschaft mit mehr Bedarf an Gesundheitsleistungen, und wir haben auf der anderen Seiwäre te ein Gesundheitswesen mit deutlich weniger Fachkräften. PfleHier brauchen wir aus meiner Sicht parteiübergreifend eine gemeinsame Strategie, eine gemeinsame Anstrengung, um werte dem entgegenzuwirken. Maß- (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) SiEine neue Hochrechnung zeigt, dass wir 2030 – das ist in wenigen Jahren, auch wenn die Zahl weit weg klingt; Frau Eisenhardts Baby wird dann gerade in die Schule gehen dass – mehr als sechs Millionen Pflegebedürftige in Deutschdurch land werden versorgen müssen. Jetzt ist es schon so – die Zahl wurde genannt –: 84 % der zu Pflegenden werden die- zu Hause versorgt. Von diesen Menschen ist es auch nur koordi- ein ganz kleiner Teil, der von Pflegediensten versorgt wird. Der allergrößte Teil wird alleine von Angehörigen, von sein. Nachbarinnen und Nachbarn versorgt. Ohne diesen unermüdlichen Einsatz dieser Angehörigen Pflegewürde das System kollabieren. Deswegen gilt mein Dank in heute diesen Menschen, die zu Hause pflegen, die 24/7 für ihre Angehörigen da sind und oft an ihre eigenen körperliVor- chen Grenzen kommen. Vielen Dank für Ihr Engagement. weiter- (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, CDU und MaßSPD) der ihre Deswegen ist es gut, dass die Bundesregierung und auch könn- die Landesregierung sich dieses System jetzt genauer anschauen. Es ist wirklich schon kurz vor zwölf, wahrscheinlich kurz nach zwölf. Aber das System der Pflege muss hat zukunftsfähig aufgestellt werden. keine Die Herausforderungen in der Pflege werden nur auf allen sie Ebenen gemeinsam gelöst werden können. Es braucht gute der gesetzliche Rahmenbedingungen. Es braucht auch mehr wäre, Kompetenzen für die professionelle Pflege, damit Pflege endlich das machen darf, was sie kann. Aber es braucht auch die guten Angebote vor Ort. Es braucht sie in den so Kommunen: niedrigschwellig erreichbar, passgenau und Bevernetzt, nahe an den Menschen, nahe an den zu Pflegenden und Angehörigen. Es braucht Angebote zur Versorgung, aber es braucht auch Angebote zur Prävention. Pflege Deswegen freuen wir uns, dass die etablierten Pflegestützden punkte nun weiterentwickelt werden. Case- und Care-Matätigen nagement vernetzt die Angebote, stellt die Menschen in Auden Mittelpunkt und berät passgenau. Die Leistungen komTamen zu den Menschen, und vor allem werden die Ressourcen des Umfelds eingebunden. So kann Gesundheit erhalten werden, und Menschen können auch im Alter selbstbestimmt leben. Seit August 2023 gibt es schon fünf Modellprojekte zum Case- und Care-Management: im Rheingau-Taunus-Kreis, im Main-Kinzig-Kreis, im Schwalm-Eder-Kreis. Neu dazu Kollegin sehr. kommen jetzt Projekte in Hersfeld-Rotenburg und im Vogelsbergkreis. Es ist gut, dass diese Pflegestützpunkte mit 150.000 Euro zusätzlich gefördert werden, um Case-Management zu etablieren. und Eine Bemerkung muss ich doch zu Herrn Pürsüns Rede größten machen. Denn, wenn Sie hier vorrechnen, wie wenig das Jahren Land Hessen in die Pflege investiert, muss ich erst einmal sagen: Ja, es gibt sicherlich immer noch größere Finanzierungsbedarfe. Aber am Ende müssen wir doch vor allem schauen, dass die Angebote, die Pflegenden zustehen, die ihre Pflegekasse zahlt, zu den Menschen kommen. Es ist vorrangig nicht die Aufgabe des Landes, Pflegeangebote zu finanzieren, sondern es ist die Aufgabe des Landes, diese Angebote zu vernetzen, diese Angebote in den Kommunen zu den Menschen zu bringen. Das tut die Landesregierung, und das hat auch schon die letzte Landesregierung getan. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU – Zuruf Yanki Pürsün (Freie Demokraten)) Die Pflegekompetenzzentren sind ein wichtiger Teil, aber die großen Bedarfe, die in den nächsten Jahren entstehen, brauchen mehr Angebotsstruktur. Wir werden auf allen Ebenen mehr leisten müssen, und wir werden auch mehr investieren müssen in Tagespflegeplätze, in die soziale Infrastruktur und in Case- und Care-Management. Es muss überall da sein. Es muss in allen Stadtteilen die Möglichkeit geben, dass Angebote zu den Menschen kommen. Die Bedarfe steigen enorm, und deswegen sehen wir es weniger als Parteipolitik, sondern echte Strukturentwicklung muss im Vordergrund stehen. Das sollten wir alle gemeinsam auf allen Ebenen tun. Deswegen hat die Landesregierung an diesem Punkt ganz sicherlich auch die Unterstützung von uns. – Herzlichen Dank. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, CDU und vereinzelt SPD)

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