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Heike Hofmann

14.03.2024 Sitzungen 21/7

Herr Präsident, meine Damen und Herren! Ja, Hessens Frauen sind stark. Ich sage das mit einem Augenzwinkern: Wir Frauen sind doch das stärkere Geschlecht, oder? (Zuruf: Schon immer gewesen!) Aber in der Tat: Trotz der Stärke unserer Frauen, der Frauen in unserem Land gibt es einiges zu tun bei der Frage der Gleichberechtigung und der Gleichstellung. Seit 1911 feiern Frauen, Menschen den internationalen Tag der Frauen. Lassen Sie mich deutlich sagen: Wir sind nach über 100 Jahren nicht müde geworden, auf die Probleme hinzuweisen, auf die vielen Gleichstellungsfragen. Hier gibt es noch einiges zu tun. Da sind wir als Landesregierung auch wirklich dran, (Beifall CDU und SPD) und zwar in der Tat, Frau Herz, als Querschnittsaufgabe über alle Ressorts. Es stimmt mich auch nachdenklich, wenn man sieht, dass wir leider Rückschritte durch die Corona-Pandemie bei der Gleichberechtigungsfrage erlebt haben. Das zeigt der Gleichstellungsindex des Europäischen Instituts für Gleichstellungsfragen. Es ist angesprochen worden von der Kollegin, dass wir beim Gewaltschutz, bei der Gewalt an Frauen – siehe die aktuelle Polizeiliche Kriminalstatistik – einiges zu tun haben oder unsere Anstrengungen verstärken müssen. Wenn über 12.000 Fälle in der Polizeilichen Kriminalstatistik auffallen und wenn vor allem gerade Frauen in ihrem häuslichen Umfeld, wo sie eigentlich geschützt sein müssten, oft Opfer werden, dann zeigt uns das, dass wir mit unserem Frauensicherheitspaket, mit der Unterstützung der Frauenhäuser, den zwei Mädchenzufluchtsstellen, der hessischen Landeskoordinierungsstelle zur Umsetzung der Istanbul-Konvention oder der Öffentlichkeitskampagne des Landes richtig liegen, aber unsere Anstrengungen noch weiter verstärken müssen, meine Damen und Herren. (Beifall CDU und SPD) Frau Weegels, Ihre Rede, die Sie eben hier abgeliefert haben, (Zuruf AfD: War sehr gut! – Dr. Stefan Naas (Freie Demokraten): Peinlich!) in der Sie erneut gezeigt haben, dass die AfD die Mutterschaft ideologisch aufwertet und Frauen auf diese Rolle des Mutterseins reduziert, zeigt deutlich, dass die AfD in unserem Land niemals Verantwortung übernehmen darf, meine Damen und Herren. (Beifall CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Freie Demokraten) Wie sieht denn die Realität der Frauen in unserem Land aus? Ich will hier an die Ausführungen der Vorrednerinnen anknüpfen. Frauen übernehmen als Mütter einen Großteil der Familienarbeit, haben immer alles im Kopf. Sie sind quasi multitaskingfähig, obwohl ein Mensch das eigentlich gar nicht sein kann. Sie koordinieren die Kinderbetreuung, die Hausarbeit, kümmern sich um die Pflege der Eltern und verdienen selbstverständlich auch noch Geld. Sie das alles irgendwie unter einen Hut. Wir haben deutliche Unterschiede im Bereich des Pay Gap festzustellen. Auch bei der Gender-Care-Diskussion müssen wir dranbleiben. Ich sage Ihnen Frauen sind viel zu oft in der Teilzeitfalle, und das ist Problem, das zu Altersarmut führen kann. (Beifall SPD und vereinzelt CDU – Volker (AfD): Das Problem ist, dass die Arbeit der nicht anerkannt wird!) Ich will einen Punkt noch einmal besonders hervorheben: die Lohnlücke. Frauen verdienen immer noch für die che Arbeit im Durchschnitt 8,4 % weniger als ihre chen Kollegen. Das sind die Zahlen aus dem Hessischen Lohnatlas. Der Hessische Lohnatlas ist ein wichtiges strument, um Lohnlücken differenziert aufzuzeigen. decken mit dem Hessischen Lohnatlas vor allem Ungleichgewichte zwischen dem ländlichen Raum und dem schen Raum auf. Was ich aber besonders auffällig und dem muss man nachgehen: Insbesondere bei lernten haben wir ein größeres Delta, nämlich 9,1 %. Fachkräften beträgt die Lohnlücke 4 %; auch da besteht so ein erhebliches Ungleichgewicht. Was in negativer sicht besonders bemerkenswert ist: Frauen in Führungsverantwortung verdienen sogar ein Fünftel weniger als ner mit der gleichen Qualifikation, und die Entgeltlücken bei akademisch Qualifizierten sind sozusagen eingefroren. Da tut sich überhaupt nichts. Dazu sage ich Ihnen: Wir müssen im Dialog mit den alpartnern, mit den Arbeitgebern, den Unternehmensleitungen und den Gewerkschaften, daran arbeiten, dass Probleme angesprochen werden und dass es vor zu einer Verantwortungsübernahme durch den Einzelnen kommt, der sagt: „Ja, ich sehe das in meinem in meinem Unternehmen, und ich fördere Frauen chend.“ Dem dient zum Beispiel das Bemühen, mehr en in Teilzeit in Führungsverantwortung zu bringen. denke, das ist eine wichtige Maßnahme. (Beifall SPD und vereinzelt CDU)

Protokoll ↗