GRÜStefanie Klee
ErgebSehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Damen und Herren! Vor allem begrüße ich die zahlreichen jungen Menschen oben auf der Tribüne, die zusehen. Es sind spannende Themen, und manche machen wirklich schnell damit, ihr Thema rüberzubringen, wie wir eben gemerkt haben. Also: „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“, oder auch: „Gleichberechtigung in allen Lebenslagen muss endlich mit ein essenzieller Bestandteil unserer Arbeitswelt und GeLesellschaft werden“. Daher freut es mich heute, hier sprechen zu dürfen. Vielen Dank, Frau Kollegin Kunz, dass Sie Kardieses wichtige Thema aufgegriffen haben. sich Seit mehr als 100 Jahren demonstrieren Frauen am 8. März, am Internationalen Frauentag, für Gleichberechtigung und ein selbstbestimmtes Leben. In einer Welt, die sich ständig weiterentwickelt, dürfen wir nicht vergessen, Mütter dass Gleichberechtigung der Geschlechter ein Eckpfeiler sie das für den Fortschritt und die Harmonie unserer Gesellschaft ist. (Beifall CDU und SPD) Frauen machen mehr als die Hälfte der Bevölkerung aus, gibt, fürsor- und es ist an der Zeit, dass ihre Stimme genauso gehört Ge- wird wie die Stimme der Männer. klein (Beifall CDU, SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Ich zitiere aus dem Koalitionsvertrag: 90/DIE „Die Gleichberechtigung von Frauen in allen gesellschaftlichen Lebensbereichen ist für uns Ziel und Selbstverständlichkeit.“ sich auch Wir haben uns einige konkrete Ziele gesetzt, damit bestehende Ungerechtigkeiten aktiv angegangen werden; denn, obwohl Kinder und Jugendliche – egal, ob MädSie chen oder Jungen – auf die gleiche Schule gehen, später zur vielleicht die gleiche Ausbildung machen oder dieselbe werden Universität besuchen, gibt es immer noch Unterschiede in auch, der Arbeitswelt: bei der beruflichen Stellung, bei der Besetzung von Führungspositionen oder bei der Bezahlung. Wir haben das Ziel, dass sich Lohnlücken zwischen Frauen und Männern schließen, damit es selbstverständlich ist, dass Frauen und Männer mit der gleichen Ausbildung auch das gleiche Gehalt bekommen. (Beifall CDU und SPD) – Ich habe nur fünf Minuten Redezeit. Wir werden uns dafür einsetzen, Frauen zu stärken und zu fördern, damit es selbstverständlich ist, dass sie Führungspositionen einnehmen – nicht aufgrund der Frauenquote, sondern aufgrund ihrer Qualifikation. (Beifall CDU, vereinzelt SPD und AfD) Auf ein Thema möchte ich aufgrund meiner beruflichen Erfahrung besonders hinweisen: Frauen leisten wie selbstverständlich den Großteil der Care-Aufgaben. Sie tragen einen Großteil der Verantwortung bei der Kindererziehung. Sie sind es, die bei der Erkrankung eines Kindes zu Hause bleiben; das wird oft vom Arbeitgeber nicht gern gesehen. Sie sind diejenigen, die die Eltern oder auch die Großeltern und die Schwiegereltern zu Hause pflegen. Eine große politische und gesellschaftliche Herausforderung ist es daher, dass diese Care-Arbeit gewürdigt wird, die von Frauen geleistet wird, dass es selbstverständlich wird, dass Frauen nach dem Wiedereinstieg aus der Elternzeit keine Probleme in ihrem Beruf oder später beim Renteneintritt haben. (Beifall CDU und SPD) Eine wirklich beklemmende Wahrheit ist aber auch – wir haben jetzt 9:23 Uhr; um 9 Uhr ging das Plenum los –: In einer halben Stunde werden in Deutschland sieben Frauen Opfer von Gewalt. In einer Stunde sind das ungefähr 14 Frauen. Jeden Tag kommt es zu einem Tötungsversuch einer Frau durch Partner oder Ex-Partner. Allein in Hessen wurden im Jahr 2023 9.271 Fälle von häuslicher Gewalt an Frauen erfasst – das sind fast 10.000 Frauen, die wir in unserem Bundesland nicht rechtzeitig schützen konnten. Eine Möglichkeit, Frauen zu schützen, wurde daher in den Koalitionsvertrag aufgenommen. Das hat mich wirklich sehr gefreut; denn mit dem Frauensicherheitspaket wollen wir eine Bundesratsinitiative starten, um Frauen durch den Einsatz von elektrischen Fußfesseln vor Tätern zu schützen, damit sich Frauen, die diese häusliche Gewalt erfahren mussten, wieder in ihrem täglichen Leben, an ihrem Arbeitsplatz und vor allem in ihrer eigenen Wohnung sicher fühlen. (Beifall CDU und SPD)
