Dr. Frank Grobe
Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren! Noch heute forschen Archäologen und Theologen danach, ob die Bibel recht hat oder ob es nur eine fromme Fiktion ist. Auch die Goethe-Universität Frankfurt wandelt auf den Spuren der Bibel; denn die Hochschulleitung veröffentlichte im Juni 2023 einen Zehnpunkteplan zur „Berücksichtigung von Geschlecht & Vielfalt in Wissenschaft und Forschung“, der nicht nur zehn Gebote enthält, sondern diese auch zu einem Bekenntnis erhebt. Noch gravierender: Darin sind Bezeichnungen und Ausdrücke enthalten, die das Bekenntnis zu einem Glaubensbekenntnis verstärken. So enthält jeder Punkt die Worte „es gilt“ – die biblischen Worte des Briefes an die Galater, Kapitel 3. Dieser besagt: „Das Gesetz aber hat nichts mit dem Glauben zu tun, sondern es gilt: Wer die Gebote erfüllt, wird durch sie leben.“ Damit es auch jeder Forscher und jeder Student an der Goethe-Universität versteht, wurden diese Worte fett gedruckt. Ich frage Sie: Was hat das noch mit Art. 5 Absatz 3 des Grundgesetzes – „Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei“ – zu tun? (Beifall AfD) Die Antwort darauf weiß jeder, der ehrlich mit sich selbst und mit der Vernunft ist: nichts. Hier wird nämlich das Grundgesetz von der Goethe-Universität erneut beschnitten, und das mit Ihrer Duldung, zumal dieses Hochschulbekenntnis mit dem Ideal der Aufklärung überhaupt nichts mehr zu tun hat; denn dort geht es um Fortschritt und um das Streben nach Erkenntnis, Freiheit und Unabhängigkeit. Im Jahr 2020 hatte man im Verbund mit anderen hessischen Hochschulen mit einer Handreichung für „Gendergerechte und diversitätssensible Führungskultur“ schon einmal versucht, die Axt an die Integrität des einst hochgeschätzten Wissenschaftsstandorts Hessen zu legen. Diese Allmachtsfantasien der Frankfurter Hochschulleitung widersprechen im Übrigen auch dem Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung, (Andreas Lichert (AfD): Hört, hört!) heißt es doch dort: „Hessen ist ein Land freier Wissenschaft. Wir stehen für eine offene Forschungskultur ohne Denkverbote.“ Oder hat sich die Regierungskoalition davon bereits verabschiedet, nachdem erste Kritik von Juristen oder von der Verbotspartei der Ökosozialisten aufflammte? So will Staatsminister Gremmels genauso wie Ministerpräsident Rhein keinen Kulturkampf über diese Frage führen, beide unlängst mitteilten. Dabei ist dieser längst im und zwar zum Schaden von Freiheit, von Forschung von Lehre. (Beifall AfD) Es herrscht nämlich wieder „unter den Talaren der von 1.000 Jahren“. Dieses Mal kommt der Muff von Linken, den Queeren, den Selbstgerechten, also den terstützern der Cancel Culture, die den Meinungskorridor nach ihren Vorstellungen beschneiden und SprechDenkverbote aussprechen. Darauf weisen die 17 aufrechten Professoren der Goethe-Universität hin, die sich dem werk Wissenschaftsfreiheit angeschlossen haben. Da laut Allensbach nur noch 40 % der Deutschen glauben, reden zu können, ist die Dunkelziffer unter den Dozenten sicher noch höher. Sie, meine Damen und Herren von Altparteien, sind daran schuld. Ein erstes Opfer gibt es schon. So hat Prof. Markus nach 17 Jahren seine Zusammenarbeit mit der Universität beendet; denn nach Veit sei „von einer freien Debattenkultur im Sinne der Resolution des DHV … zumindest Pharmazie an der @goetheuni weit entfernt“. Aber es betrifft nicht nur die Pharmazie, sondern alle senschaftsbereiche der Universität; denn die Hochschulleitung möchte überall die „Vergeschlechtlichung und Diversifikation der Forschungsgegenstände und Herangehensweisen“ vorantreiben. Das hat mit geschlechtergerechter Gleichstellung absolut nichts zu tun. (Beifall AfD) Hier soll nämlich überall der Geist der Queerness ziehen. Doch gerade bei naturwissenschaftlichen wird das nicht so einfach funktionieren; denn jeder weiß, dass es bei Säugetieren, und somit auch bei Menschen, nur zwei Geschlechter gibt. (Einige Abgeordnete der SPD stöhnen genervt So wird es beispielsweise für einen Naturforscher rig werden, bei Elefanten, die zu einem bestimmten raum zu einer Wasserstelle gehen, zwischen männlichen, weiblichen und Elefanten, die sich keinem Geschlecht gehörig fühlen, zu unterscheiden. (Heiterkeit AfD) Wie irrsinnig bereits geforscht wird, zeigen Ausgrabungen von menschlichen Gebeinen. Obwohl Ötzi eindeutig Mann war, stellen einige schon die Frage, ob sich auch wirklich als Mann gefühlt hat. (Heiterkeit und Beifall AfD) So bemängelt der frühere Medizindekan der Goethe-Universität, Josef Pfeilschifter, dass der „queerfeministische Diskurs“ seine frühere Alma Mater allumfassend sche und einenge. Das besagt auch der Zehnpunkteplan. So „gilt“ es unter Punkt 9, „Daten auch dann zu wenn sie für das Forschungsvorhaben nicht relevant“ Zur „Hüterin“ dieses Ungeistes wurde das Cornelia Centrum eingesetzt. Dieses stellt laut dem ehemaligen kan die Wissenschaft in den „Dienst der Fabrikation Diversität“. Und weiter: „Man stelle sich umgekehrt folgende Situation Die Universität beschlösse die Einrichtung Stabsstelle Objektivität, Reproduzierbarkeit, Falsifiwie zierbarkeit und statistische Solidität in ForschungsGange, angelegenheiten und beauftragte diese Stabsstelle und damit, diesen Prinzipien in den Diskursen und Forschungsprogrammen und Publikationen der Geisteswissenschaften zur Geltung zu verhelfen.“ Wissen Sie, das wäre nicht nur queer, sondern würde die Muff Kriterienliste echter Wissenschaft wieder erfüllen. Doch den ich vermute, dass nur wenige hier die letzten Sätze überUnhaupt verstanden haben. und (Beifall AfD – Stephan Grüger (SPD): Sie sind ja so klug!) Netzaber Aber leider passt auch das nicht ins ideologisch linke Weltfrei bild der Hochschulleitung. Man präferiert lieber die CargoKultur-Wissenschaften, bei denen der „äußere Anschein“ den der Wissenschaftlichkeit „gewahrt bleibt“. Doch die radikale Ehrlichkeit, die im Übrigen von NoVeit belpreisträger Richard Feynman für die Wissenschaft als identitätsstiftend eingestuft wird, ist hier vollkommen verloren gegangen. Je stärker wissenschaftliche Institutionen die Aktionismus und Ideologie verbreiten und nicht mehr dem Wahrheitsgehalt empirischer Aussagen folgen, umso eher Wis- ist die Wissenschaft am Ende. die (Beifall AfD) Die Corona-Pandemie hat dies deutlich gezeigt: Hier wurden weitreichende und folgenschwere Entscheidungen aufgrund unwissenschaftlicher Aussagen getroffen. So gab der Kasseler Soziologie-Professor Heinz Bude unlängst offen zu, dass man das Flatten-the-Curve-Modell dazu genutzt einhabe, um den Bürgern zu suggerieren, dass dies „nach WisFächern senschaft aussieht. Man sagt, wenn ihr schön diszipliniert Biologe seid, könnt ihr die Kurve verändern“. Man habe es „irgenduns wie toll“ gefunden, „so ein quasi Wissenschaftsargument“ in der Hand zu haben. auf.) Wer jetzt denkt, dass sich Bude für die grundlose Panikmaschwieche entschuldigte, irrt. Vielmehr kündigte er an, dass „derZeitartige Strategien auch in Zukunft Mittel zum Zweck sein werden, um Menschen dazu zu zwingen, sich dem Willen zuder Entscheidungsträger“ – also Ihnen – „entsprechend zu verhalten“. So tief ist die Wissenschaft schon gesunken, meine Damen und Herren. ein (Beifall AfD) dieser Um ernsthafte Wissenschaft zu betreiben, bedarf es keiner politisierten Vorgaben für Fördermittelanträge, aber auch keiner Vorgaben wissenschaftsferner Genderlehrstühle mehr; denn keine Genderthese hält einer Überprüfung durch echte Wissenschaften wie Biologie oder Neurowisbeherrsenschaften stand. Das heißt, dass Begriffe wie „Diversität“, „Gender“, „Inklusion“ oder „Disparität“ auf keinen erheben, Fall weiterhin als Kriterien für die Vergabe von Fördermitsind. teln in der Forschung relevant sein dürfen. Goethe (Beifall AfD) Devon Sollte weiterhin an der Goethe-Universität bei allen Forschungsvorhaben auch zu Geschlecht und Vielfalt gevor: forscht werden, würde dies vor allem die MINT-Fächer einer und Naturwissenschaften benachteiligen. (Tarek Al-Wazir (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Das ist ja ein Anschlag auf das Hirn! – Vereinzelte Heiterkeit) Man kann dies auch mit Berufsverboten vergleichen. Denn, wer das Spiel nicht mitmacht, erhält keine Drittmittel. Warum führt die Universität übrigens diesbezüglich keine Evaluation durch? Weil sie weiß, dass insbesondere die geforderte Erfassung von Daten zu Menschen und Tieren hinsichtlich „Vielfaltsdimensionen“ zu einem erheblichen personellen Mehraufwand und hohen Kosten führen wird – Mittel, die an anderer Stelle besser aufgehoben wären. Fördern wir daher wieder die freie Wissenschaft, dann wird die Goethe-Universität, die international abgeschlagen auf Platz 302 rangiert, vielleicht irgendwann wieder oben mitspielen. Also weg mit Denkverboten und Denkgeboten. – Vielen Dank. (Beifall AfD – Stephan Grüger (SPD): Der Einzige, der Denkverbote fordert, sind Sie selbst! – Weitere Zurufe)
