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Heike Hofmann

13.03.2024 Sitzungen 21/6

Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! Ich bin den regierungstragenden Fraktionen von CDU und SPD sehr dankbar, dass sie ganz bewusst dieses zentrale Thema der Landesregierung mit diesem Setzpunkt an den Anfang der ersten Plenardebatten, der ersten Plenartage gestellt haben. Es geht in der Tat, so, wie Herr Rock es auch gesagt hat, um eine Zukunftsfrage unseres Landes. Es geht darum, wie wir die Zukunft unseres Landes, nämlich unsere Kinder, bestmöglich fördern und stärken können. Deshalb ist es wichtig, weiter in die Qualität und in die Fachkräfte, in die frühkindliche Bildung und in die Zukunft unserer Kinder im Sinne einer Offensive zu investieren. (Beifall CDU und SPD) Uns geht es bei diesem Thema immer auch um Chancengleichheit und Chancengerechtigkeit. Wenn wir am Anfang am meisten investieren, sichern wir auch gelungene Bildungsbiografien in einem späteren Lebensalter. verhindern wir womöglich Armut. Indem wir Kita-Plätze schaffen, ermöglichen wir auch die Vereinbarkeit von milie und Beruf. Wir begegnen auch an anderer dem Fachkräftemangel. Sie sehen, bei diesem Thema wieder alles mit allem zusammen. Eine kluge Frau hat einmal gesagt: Wer die Welt mit deraugen sieht, kann ihre Geheimnisse entdecken. – wir sehen in diese Kinderaugen. Ich finde es wichtig und richtig, dass diese Landesregierung das als gesamtgesellschaftliche Aufgabe betrachtet. Wir lassen die Kita-Träger nicht allein. Im Gegenteil, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die wir mit Kommunen, aber im Übrigen auch mit dem Bund, allen freien Trägern, den Elternvertretern, den Eltern, Erzieherinnen und Erziehern, aber auch dem Kind entwickeln. Wir nehmen dabei alle ins Boot; denn es geht um Zukunft unserer Kinder und unseres Landes. Es ist so, dass wir da nur reden. Im Gegenteil, wir handeln konkret Schritt für Schritt. Wir knüpfen natürlich an währtes an – das ist auch eine Frage der Verantwortungsübernahme –, entwickeln dieses aber auch weiter. andere wäre doch töricht, Herr Martin. (Beifall CDU und SPD – Zurufe BÜNDNIS GRÜNEN) Wir sind auf einem weiten Weg, und deshalb, das ist auch schon angesprochen worden, ist es ein wichtiger ter Schritt, die PivA-Stellen auszuweiten. Ich will das einmal klarstellen, Frau Ravensburg hat es eben schon mal gesagt: Wir hatten für 2024 400 Plätze angemeldet. Sie sind jetzt durch diese Koalition erheblich ausgeweitet worden. Wir werden alles daransetzen, das über hinaus fortzuentwickeln. In den Folgejahren werden liche Haushaltsmittel eingesetzt; das ist zumindest Ziel. Unser Plan ist, über 22 Millionen Euro für 600 Ausbildungsplätze zu investieren. Die PivA-Stellen sind ein Erfolgsmodell. Wir werden das nutzen und ausbauen. (Beifall CDU und SPD) Es ist richtig und wichtig, den Fachkräftekatalog auszuweiten, die Richtlinien zu überarbeiten und zu schauen, wir dieses Erfolgsmodell zum Beispiel auf die Kindertagespflege ausweiten können. Was mir ganz wichtig Wir tun das, Herr Rock und auch andere Kollegen, auf wissenschaftlich basierten Daten. Wir arbeiten nicht luftleeren Raum, sondern im Gegenteil auf einem schaftlichen Fundament und vor allen Dingen im mit den Praktikern – das ist uns auch ganz wichtig –, den Trägern, mit den Einrichtungen, mit den Erzieherinnen und Erziehern und mit den Elternvertretungen. Wir das nicht irgendwie am grünen Tisch im Ministerium, dern im engen Austausch und im Dialog in verschiedenen Workshops. (Vereinzeltes Lachen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Wir brauchen doch die Expertise vor Ort, um die Qualität, die beste Bildung in unseren Kindertagesstätten implementieren und weiterentwickeln zu können. Wir dabei schon gut, wollen aber noch besser werden. (Beifall CDU und SPD) Was gehört denn zu einer guten Bildung und Erziehung Dann in den Kitas? Ich möchte einige zentrale Punkte, die Frau Koebe zu Recht angesprochen hat, noch einmal hervorheFa- ben. Das ist doch die demokratische Bildung und ErzieStelle hung von Anfang an. Wenn nicht da, wo sollen wir sonst hängt beginnen? Wir reden allenthalben davon, dass unsere Demokratie angefochten wird. Genau da setzen wir an, bei den Kleinsten. Hier ist die Keimzelle des Erlernens von Kindemokratischem Handeln, von Zusammenhalt, von PartiziGenau pation. (Zuruf Andreas Lichert (AfD)) Hier wird übrigens oft das erste Mal Vielfalt und Diversität es erlebt. den (Dr. Frank Grobe (AfD): Sie sollen spielen! – Weitemit re Zurufe AfD) den selbst Insofern leisten wir hier, wenn wir investieren, einen wichtigen Beitrag für unser gesamtes Land, meine Damen und Herren. die nicht Herr Bärsch, ich will das für die Landesregierung noch ganz einmal deutlich klarstellen, weil Sie irritierend und verBe- fremdend von Frühsexualisierung in den Kitas gesprochen haben. Das ist ganz großer Unfug, was Sie hier gerade Alles erzählt haben. (Beifall CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 90/DIE und vereinzelt Freie Demokraten – Widerspruch AfD) eben Ich sage Ihnen für die Landesregierung: Die sexualpäders- agogischen Konzepte, wie sie auch im Bildungsplan und noch in den dazugehörenden Fortbildungen umgesetzt wurden, ein- sind wichtige Bausteine zur Identitätsentwicklung unserer Kleinsten, zur Stärkung des Selbstvertrauens und Selbstwertgefühls. Das ist verantwortungsvolle Erziehung und 2024 Bildung unserer Kinder. Nichts anderes passiert in unseren erheb- Kindertagesstätten, meine Damen und Herren. unser (Beifall CDU, SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜweitere NEN) weiter Wir sind übrigens auch stetig daran, neue wissenschaftlich basierte Konzeptionen zu entwickeln, etwa ein inklusives Bildungskonzept, um Kinder bestmöglich auf die Zukunft vorzubereiten. Und ja, entsprechend gute Bildung und Erziehung von Anfang an hängen natürlich vom Fachpersowie nal ab. Deshalb verfolgen wir hier den Ansatz mit den PivA-Stellen. ist: Aber ich will noch einmal unterstreichen, was Frau Koebe immer gesagt hat: Ja, es ist ein anstrengender Beruf. Aber es ist im ein wundervoller Beruf, mit den Kindern zusammenzuarwissenbeiten, mit ihnen zu spielen, zu lernen, gemeinsam Zeit zu Dialog verbringen. Ich bin so dankbar für das, was die Erzieherinmit nen und Erzieher in unserem Land leisten. Sie leisten einen wichtigen Beitrag für die Zukunft unseres Landes. Vielen machen Dank für Ihre Arbeit. son- (Beifall CDU und SPD) Herr Rock, ich möchte noch einmal kurz zu dem kommen, was Sie mit der behutsamen verantwortungsvollen Öffnung des Fachkräftekatalogs angesprochen haben. Ja, wir finbeste den es richtig, die multiprofessionellen Teams, die entsprechend qualifiziert sind, zu stärken. Wir gehen sehr verantsind wortungsvoll und wissenschaftlich basiert damit um. Aber wir wollen die multiprofessionellen Teams auch in der stetigen Weiterentwicklung der Praxis stärken. Das ist genau der Ansatz, den wir im Sinne einer ganzheitlichen Erziehung und Bildung verfolgen. Wir wollen mit einer Weiterentwicklung, mit bedarfsspezifischen Konzepten, Einarbeitungs- und Personalentwicklungskonzepten Fachkräfte unterstützen und begleiten. Deshalb ist der Ansatz, weiterhin in multiprofessionelle Teams zu investieren, genau der richtige, um dem Fachkräftemangel zu begegnen und vor allen Dingen sicherzustellen – das möchte ich hier ganz deutlich sagen –, dass viele Träger und auch die Kommunen nicht weiter gezwungen sind, beispielsweise Kita-Betreuungszeiten aufgrund des Fachkräftemangels zu reduzieren. Das möchten wir gerade nicht, und deshalb ist es wichtig, diesen Weg im Sinne einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, aber natürlich auch im Sinne einer bedarfsgerechten frühkindlichen Bildung, weiter zu beschreiten. (Beifall SPD) Ich nenne noch zwei weitere Stichworte, die wichtig sind: Für eine gute frühe Bildung ist natürlich auch der Übergang von der Kita zur Schule wichtig. Hier haben wir schon gute Ansätze mit den sogenannten Tandems, den verpflichtenden Vorlaufkursen, die auch schon Frau Ravensburg angesprochen hat. Aber wir werden auch neueste wissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigen – Stichwort: Sprachförderung. Die Sprachförderung zu verbessern, ist uns sehr wichtig. Das gehen wir jetzt ganz konkret mit einem Zukunftsforum zum Thema „Sprachliche Bildung“ an, um die frühe Sprachbildung und vor allen Dingen auch die Sprachförderung in den Kitas weiter zu verbessern. Das ist ein wichtiger Ansatz dieser Landesregierung und, ich glaube, auch ein wesentlicher Beitrag zur Stärkung der frühkindlichen Bildung. (Beifall CDU und SPD)

Protokoll ↗