Claudia Ravensburg
SPD Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren! Ich freue mich, dass unser Koalitionspartner, die Kollegen von der SPD – Frau Dr. Koebe –, den SetzBäpunkt so gewählt haben, dass wir auf eine unserer wichtiKingen Initiativen in der Sozialpolitik, nämlich die Qualitätsnicht und Fachkraftoffensive in der frühkindlichen Bildung, aufmerksam machen können. Hier geht es um die Allerkleinsten, um unsere Kinder, und damit um unsere Zukunft. (Beifall CDU und SPD) Ich sage das bewusst so; denn das ist keine Phrase, sondern das ist eben unsere große Verantwortung. Wir nehmen diese Verantwortung an: Wir stehen an der Seite der Eltern, wir treten an, um die Qualität und die Sicherstellung der Betreuung in der frühkindlichen Bildung weiter zu verbessern, und wir stehen vor allem auch an der Seite der KitaFachkräfte. (Beifall CDU und SPD) Denn worum geht es hier? Es geht hier um eine Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, es geht hier um eine qualitativ hochwertige frühkindliche Bildung, und es geht hier um Betreuungssicherheit, ein zentrales Anliegen unserer Sozialpolitik. Das hat die neue Hessische Landesregierung, das hat unsere Sozialministerin Heike Hofmann in ihrem Schwerpunkt im 11+1-Programm, eindeutig dokumentiert. Das sind Sofortmaßnahmen. Das sind die Dinge, die wir sofort in den ersten 100 Tagen umsetzen werden, und da ist es genau richtig, die Zahl der PivAStellen in diesem Jahr um weitere 600 Stellen auf dann insgesamt 1.000 Stellen aufzustocken. Das ist ein richtig gutes Signal für die Eltern im Land, und das kann man auch nicht Nichtstun nennen; denn das entspricht einem zweistelligen Millionenbetrag, der dazu dient, die Betreuungssicherheit zu verbessern. Das ist auch ein gutes Signal für die Landeselternvertretung – vielleicht sollten die GRÜNEN ihren Antrag noch einmal genau lesen –; denn das ist wichtig: Wir haben die Landeselternvertretung in den Kitas geschaffen. Es ist, und das ist ebenso wichtig, ein gutes Signal für die Träger und natürlich auch für die Jugendhilfe. Das Land unterstützt sie alle mit der Fachkraftinitiative und leistet damit einen sehr willkommenen Beitrag für die Personalgewinnung in den Kitas in Hessen. Ein Wort noch zu Ihrem Antrag, Herr Martin: Ich verstehe ja, dass Sie das Salz in der Suppe suchen. (Zuruf Felix Martin (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)) Aber sagen Sie doch ganz einfach, was Sie denken, nämlich, dass PivA ein erfolgreiches Projekt zur Fachkraftgewinnung war und dass es gut ist, dass wir die Zahl der Plätze jetzt aufstocken. Die zusätzlichen 600 Plätze entsprechen 250 % von dem, was wir mit Ihnen in der alten Koalition im Haushalt 2024 abgesichert haben. Ein Blick in den Haushaltplan würde doch schon reichen, um das zu erkennen. (Beifall CDU und SPD) Ich sehe Sie leider nicht klatschen. Sie sollten aber klatschen, statt zu kritteln; denn beim Ziel sind wir uns doch völlig einig, Herr Martin. Ich stelle jedenfalls fest: Die Landesregierung führt das erfolgreiche Programm der dualisierten vergüteten Ausbildung nicht nur fort, sondern sie unternimmt eine besondere Kraftanstrengung, um die Rekordzahlen aus dem letzten Jahr – 1.000 Plätze – auch in diesem Jahr zu erreichen. 1.000 Plätze sind eine enorme Leistung und finanziell ein deutliches Signal an die Kommunen und die Träger. (Beifall CDU und SPD) Natürlich sind das auch 1.000 zusätzliche Fachkräfte für unsere Kitas, die, da die Ausbildung dualisiert ist, die Teams schon in den praktischen Ausbildungsanteilen unterstützen können. Meine Damen und Herren, die Erfüllung des Rechtsanspruchs auf Kinderbetreuung ist angesichts des steigenden Betreuungsbedarfs für die kommunale Ebene eine große Herausforderung. Umso wichtiger ist es, dass die Landesregierung an der Seite der Kommunen steht und viele Wege der Fachkraftgewinnung beschreitet. PivA bietet hoch attraktive Ausbildungsplätze. Nicht nur für die Zielgruppe der jungen Menschen, sondern auch für Quereinsteigerinnen und -einsteiger sind sie eine gute Möglichkeit, in dieses attraktive Arbeitsfeld zu kommen. Ich will an dieser Stelle auch die Tagespflege ansprechen. Bekanntlich ist die Kindertagespflege eine sehr flexible und zugewandte Betreuungsform, die besonders attraktiv für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren, aber auch für die Abdeckung von Randzeiten ist. Ob am Abend, am Wochenende oder teilweise sogar über Nacht, hier hat die Tagespflege unübertroffene Vorzüge, die viele Eltern zu schätzen wissen. Sie bietet Betreuungszeiten, die die Kita meist gar nicht leisten kann. Deshalb ist es doch so wichtig, dass die Tagespflege eine gleichberechtigte Betreuungsform ist, die auch Lösungen bietet, die die Eltern und Alleinerziehenden unterstützen, die zum Beispiel in der Schichtarbeit tätig sind, die um 21 Uhr noch an der Supermarktkasse sitzen oder selbst am Wochenende in der Pflege arbeiten müssen. Solche individuellen Bedarfe kann die institutionelle Kinderbetreuung kaum abdecken. Deshalb sind wir der Auffassung, dass die Tagespflege große Potenziale bietet, und wir wollen sie unterstützen. Wir wollen darin auch noch besser werden. Wir wollen die Jugendhilfeträger unterstützen und diese Tagespflege besonders in den Fokus unserer Politik nehmen, mit dem Ziel, sie noch attraktiver zu machen, um weitere Tageseltern zu gewinnen. Meine Damen und Herren, die Herausforderungen für die Kinderbetreuung im frühkindlichen Bereich steigen weiter. Unser Ziel ist klar: Wir wollen noch besser werden, als wir es schon sind. (Beifall Ines Claus (CDU)) Deshalb begrüßen wir den Plan der Landesregierung, gemeinsam mit allen Beteiligten zu überlegen, mit welchen Instrumenten wir eine Qualitätsverbesserung erreichen könnten. Deshalb wollen wir auch über die Möglichkeit sprechen, Fachkräfte durch Einsatz von Verwaltungs- und Hilfskräften deutlich zu entlasten und stärker in multiprofessionellen Teams zu arbeiten. (Beifall CDU und SPD) In diesem Zusammenhang will ich auch noch einen ganz wichtigen weiteren Punkt ansprechen: Wir können doch die Augen nicht davor verschließen, dass viele Kinder in den Kitas Unterstützung im Spracherwerb brauchen. Die verpflichtenden Vorlaufkurse sind deshalb enorm wichtig, um Kinder gut auf die Schule vorzubereiten – Kinder, die sonst schon am Schulanfang benachteiligt werden, weil sie dem Unterricht mangels Sprachkompetenz nicht folgen können. Doch wir wollen auch den gesamten Übergang von der Kita in die Schule in den Fokus nehmen. Neben den verpflichtenden Vorlaufkursen für alle Kinder mit Sprachförderbedarf wollen wir mit wissenschaftlicher Expertise aufklären, wie wir die Sprachfördermaßnahmen in der Kita, aber auch die Sprachstandserhebungen noch effizienter gestalten können. Selbstverständlich sollen auch die mathematisch-naturwissenschaftlichen Kompetenzen stand der Qualitätsüberlegungen sein; denn die Kita ist geeignet, um dort spielerisch das Interesse an mathematischen, aber auch an naturwissenschaftlichen Phänomenen zu wecken und den Kindern den Spaß am Lernen bringen. Zudem wird die gerade angekündigte Sofortmaßnahme PivA ein ganz wichtiger Bestandteil unserer Qualitätsoffensive in dieser Legislaturperiode sein. Wir sorgen für Plätze zusätzlich, und das ist genau die richtige Sofortmaßnahme, Herr Martin. (Beifall CDU und SPD) Das wissen doch auch Sie, Herr Martin. Schön, dass auch unseren Koalitionsvertrag gelesen haben. Wenn Ihren Antrag heute sehe, so freut es mich, dass Sie drei serer Maßnahmen, die natürlich im Koalitionsvertrag ankert sind – das Investitionsprogramm, die Ausweitung von PivA – genau so in Ihren Antrag aufgenommen wie es in unserem Koalitionsvertrag steht. Ich sehe, das zusammenzufassen, eine große Übereinstimmung unserer Politik und unserem Antrag, Herr Martin. So nen Sie doch heute gar nicht anders, als unserem zuzustimmen. (Beifall CDU und SPD – Felix Martin (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Wenn Sie unserem dann zustimmen, überlege ich mir das noch einmal!)
