Astrid Wallmann
Vielen Dank. – Herr Staatsminister Schwarz, Sie haben das Wort. Armin Schwarz, Minister für Kultus, Bildung und Chancen: Lieber Herr Abgeordneter Steinraths, vor dem Hintergrund, dass in Deutschland im Jahr etwa 65.000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand erleiden und in nur knapp 40 % der Fälle Ersthelfer mit der Wiederbelebung beginnen, ist es das erklärte Ziel der Hessischen Landesregierung, die Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler zur Wiederbelebung zu fördern, damit sie im Alltag lebensrettende Maßnahmen einleiten können. Dieses Ziel verfolgen wir mit Nachdruck und Weitblick. Zu Beginn des Schuljahres 2023/2024 wurde deshalb das Modellprojekt „Wiederbelebung an Schulen“ gestartet. Schülerinnen und Schülern werden hierbei Kenntnisse über den Ablauf der Methode „Prüfen – Rufen – Drücken“ vermittelt, um im Notfall spontan Erste Hilfe zu leisten und damit Leben retten zu können. Zudem sollen ihnen Berührungsängste vor der Durchführung einer Wiederbelebung genommen und Interesse für weiteres Engagement auf diesem Gebiet geweckt werden. Wir erachten diese Methode, die überdies auf dem aktuellen wissenschaftlichen Stand beruht, als den besten Einstieg für unsere Schülerinnen und Schüler, zumal sie Laien in die Lage versetzt, an jedem Ort, auch an solchen, an denen es keine Defibrillatoren gibt, Erste Hilfe zu leisten. Das Modellprojekt wird an 30 weiterführenden Schulen im Zuständigkeitsbereich der Staatlichen Schulämter für den Landkreis und die Stadt Kassel, für den Lahn-Dill-Kreis und den Landkreis Limburg-Weilburg sowie für den Landkreis Darmstadt-Dieburg und die Stadt Darmstadt durchgeführt. Die teilnehmenden Schulen bieten den Wiederbelebungsunterricht in allen Klassen der jeweiligen Jahrgangsstufe 7 an. Insgesamt erreichen wir damit schon jetzt rund 130 Klassen mit etwa 3.100 Schülerinnen und Schülern. Der Unterricht wird von Lehrkräften durchgeführt, die im Rahmen einer Fortbildung zur Umsetzung des Wiederbelebungsunterrichts angeleitet werden. Die erforderlichen Fortbildungen fanden im Oktober 2023 statt und orientierten sich am Standard der sogenannten „Herzensretter Bronze“. Darüber hinaus wurden den Schulen im Schulportal ein Video zum Einsatz im Unterricht sowie eine umfangreiche Handreichung zur Gestaltung des Unterrichts zur Verfügung gestellt. Der Wiederbelebungsunterricht für die Schülerinnen und Schüler nimmt in der Regel 90 Minuten in Anspruch und ist in verschiedene Phasen unterteilt. Nach einer Einführung in die Thematik folgen die Erläuterungen zur Methode „Prüfen – Rufen – Drücken“, sodann folgen das Vorgehen bei ausbleibender Reaktion der oder des Verletzten und das Trainieren der Herzdruckmassage mithilfe der Reanimationspuppen. Der Unterricht schließt mit der Sicherung des Gelernten ab. Für die Durchführung der Fortbildung und der Wiederbelebungsschulung wurden jeder teilnehmenden Schule im Vorfeld je nach Bedarf bis zu vier Reanimationspuppen durch mein Haus zur Verfügung gestellt. Die teilnehmenden Schulen sollten den Wiederbelebungsunterricht bis zum Ende des ersten Schulhalbjahres 2023/2024 umsetzen, weil wir darüber hinaus die Hessische Lehrkräfteakademie mit einer Evaluation des Modellprojekts beauftragt haben, um aus der Praxis zu erfahren, was wir hinsichtlich des weiteren Ausbaus berücksichtigen sollten. Den Schulen ist freigestellt, in welchem schulischen Rahmen sie den Wiederbelebungsunterricht anbieten. Besonders infrage kommen der Biologie- oder der Sportunterricht sowie Projekttage.
