Heike Hofmann
si- Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! Ich bin der den SPD-Landtagsfraktion sehr dankbar, dass sie dieses wichtiSie ge Thema – wie können wir die sozialen Berufe im Sinne von der Fachkräftesicherung stärken, um dem Fachkräftemandas gel zu begegnen? – aufgerufen hat und sich dieses Hohe Haus erneut diesem wichtigen Thema widmet. Sie wissen, dass in allen Branchen und in allen Bereichen Fachkräfte fehlen. Allein in Hessen sind es bis zum Jahr 2028 ca. 200.000 Fachkräfte. Das heißt, es braucht ein beherztes Zupacken, was wir als neue Landesregierung auch tun werden, und zwar mit der Wirtschaft, mit der Arbeitswelt, mit den Gewerkschaften. Diese Aufgabe ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, die wir noch beherzter angehen werden, um dem Fachkräftemangel in allen Bereichen zu begegnen – heute im Speziellen bei den sozialen Berufen. (Beifall CDU und SPD) Wir knüpfen an schon bestehende Erfolge an – Herr Martin, deshalb hat mich Ihr Redebeitrag ein bisschen irritiert –, aber wir setzen auch ganz bewusst neue Akzente, indem wir auch hier die Potenziale an Fach- und Arbeitskräften aus dem In- und Ausland ausschöpfen, eine Offensive für Fach- und Arbeitskräftezuwanderung einleiten und Hessen zu einer attraktiven Zielregion weiterentwickeln. Gerade auf die Sozialberufe gilt es hier ein bisschen anderes Augenmerk zu legen. Sie leisten insgesamt einen wichtigen Beitrag zum sozialen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Die Leistungsträger in diesem Bereich, ob das beispielsweise die Pflegerinnen und Pfleger, die Erzieherinnen und Erzieher oder diejenigen in den Heilberufen sind, leisten einen wichtigen Beitrag für uns alle. So wird auch soziale Teilhabe gewährleistet und sozialer Frieden gestiftet. Deshalb sage ich für die Landesregierung all denjenigen, die in diesen schwierigen Berufsfeldern tätig sind, größten Dank. Ihnen gebührt unser aller Respekt. (Beifall CDU und SPD) Herr Kollege Schad, Sie haben schon angesprochen, dass wir die Stabsstelle Fachkräftesicherung in Hessen zu einem Kraftzentrum, wie Sie es ausgedrückt haben, weiterentwickeln werden. Wir übernehmen damit eine ressortübergreifende Koordinierungsfunktion für das gesamte Land und werden dabei, es ist schon angesprochen worden, alle relevanten Player in diesem Segment einbeziehen – zum Beispiel die Arbeitgeber, die Unternehmen, Betriebe und Verwaltungen, die Gewerkschaften, aber auch die Kommunen, um in einem Gesamtpaket dem zunehmenden Fachund Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken. Ja, wir müssen auch im Bereich der Erzieherinnen und Erzieher ganz konkrete Maßnahmen ergreifen, und das werden wir auch tun. Hier gilt es, ein Maßnahmenbündel auf den Tisch zu legen. Es ist schon angesprochen worden, dass wir mit der Stärkung der PivA-Stellen hier voranschreiten wollen. Ich will noch einmal unterstreichen, dass das wirklich ein Erfolgsmodell ist. Die Trägerinnen und Träger haben Fördermittel für über 2.650 Studierende erhalten. Die Ausbildungszahlen sind um 5,8 % gestiegen und haben damit das hohe Niveau von 9.000 Personen erreicht. Ich sage Ihnen: Noch nie haben so viele Menschen in diesem Land eine Erzieherausbildung ergriffen. Das müssen wir weiter fördern und vorantreiben, und das werden wir auch tun. (Beifall CDU und SPD) Ich möchte einen weiteren Bereich der sozialen Berufe bewusst herausgreifen – alle Bereiche kann ich in fünf Minuten nicht benennen –, das ist die Eingliederungshilfe. Sie wissen, dass der Fachkräftemangel auch dort leider nicht haltmacht. Es fehlen Kräfte in der Heilerziehungspflege und damit für die Arbeit mit Menschen mit Behinderungen. Seit dem zweiten Quartal 2023 arbeiten wir daher mit den Akteuren in der Arbeitsgruppe „Fachkräftesicherung in der Eingliederungshilfe“ an der Gewinnung und Bindung von Fachkräften. Mit dem Förderangebot „Sozialwirtschaft integriert“ im Rahmen des Ausbildungs- und Qualifizierungsbudgets der hessischen Arbeitsmarktförderung, aber auch mit weiteren Maßnahmen, beispielweise bei der Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt, sind wir an der richtigen Stelle unterwegs. Allein mit „Sozialwirtschaft integriert“ konnten bereits rund 2.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Geflüchtete mit guter Bleibeperspektive sowie Migrantinnen und Migranten, Maßnahmen durchlaufen. Zwei Drittel sind danach in Arbeit oder Ausbildung gekommen oder haben eine Qualifizierung erhalten. Das sind doch nennenswerte Zahlen, die wir weiter forcieren werden, meine Damen und Herren. (Beifall CDU und SPD)
