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Nadine Gersberg

SPD 06.02.2024 Sitzungen 21/3

Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine sehr verehrten men und Herren! Fast alle Menschen in Hessen kennen Not: Ein Kita-Platz scheint in weiter Ferne. Kinder trotz nahender Einschulung und dringendem Förderbedarf keinen Platz in einer logopädischen oder einer ergotherapeutischen Praxis bekommen. Später fehlt es bei zur funktionierenden Teilhabe an Heilerziehungspflegerinnen und ‑pflegern. Erkranken Menschen und kommen ein Krankenhaus, erscheint ihnen pflegerische Versorgung manchmal gehetzt und nicht immer ideal. Muss ein höriger später gepflegt werden, fehlen ambulante und manches Mal auch Plätze im Pflegeheim. Warum das alles? Weil in all diesen Gebieten Fachkräfte fehlen – ein Zustand, den wir als schwarz-rote Koalition angehen werden. (Beifall SPD und CDU) Es geht in unserer Aktuellen Stunde aber nicht nur diejenigen, die soziale Arbeit in Anspruch nehmen sondern vor allem um all die Beschäftigten im SozialGesundheitswesen. Sie leisten Arbeit an und für uns schen und tragen zum Funktionieren unserer Gesellschaft maßgeblich bei. Ihre Arbeitsbedingungen sind aktuell alles andere als So ist der Fachkräftemangel eigentlich auch kein wenn wir einmal ehrlich sind. So kommt es immer dazu, dass Mitarbeitende in der sozialen Arbeit ihren wechseln oder in Teilzeit gehen; denn eine Vollbeschäfvon tigung erscheint unter den jetzigen Bedingungen für sie nicht aushaltbar. Die Gründe sind Schichtarbeit, manchmal sind es mangelnde Aufstiegsperspektiven. Aber auch aufgrund des Fachkräftemangels steigt die Belastung. Es kann sogar zu Sichergesundheitlichen Problemen kommen. der Andere starten trotz Eignung und Interesse gar nicht erst SicherPolitik in eine Ausbildung. Und warum? Nicht selten müssen sie zahlen, statt zu verdienen. Das ist natürlich absurd. Diese Probleme hatte durchaus auch das grüne Sozialministerium in der vergangenen Legislaturperiode in Antworten auf zwei Anfragen der SPD-Fraktion benannt. Aber leider haben Sie aus Ihren Erkenntnissen überhaupt nichts gemacht. Es gab keinen Plan. Es gab keine Maßnahmen, Runde mit denen man die Beschäftigten in den sozialen Berufsfeldern besser hätte halten können. Vielmehr wurde die Auffassung vertreten, die Fachkräftesicherung liege allein in der Zuständigkeit der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, wie es in Wirtschaftsbetrieben auch ist. Dabei hängen aber die Arbeitsbedingungen besonders im Sozialbereich davon ab, wie die politischen Rahmenbedingungen sind, und dafür sind wir, auch in der Landesregierung, zuständig. (Beifall SPD und vereinzelt CDU) Weg Wir werden als Koalition aus SPD und CDU ganz entscheidend etwas an diesen Bedingungen ändern. Was werden wir konkret unternehmen? Hier einige Beispiele aus der unserem Koalitionsvertrag: Wir werden erstens die Schulgeldfreiheit in allen sozialen Ausbildungsberufen gewährleisten. Zweitens werden wir auch bei Assistenzberufen eine größere Durchlässigkeit, mehr Aufstiegsmöglichkeiten und attraktive Berufswege ermöglichen. Da- (Beifall SPD und vereinzelt CDU) die können Im Bereich der frühkindlichen Bildung werden wir drittens eine Qualitätsoffensive starten und die Rahmenbedingungen für Fachkräfte deutlich verbessern. Wie wir es als SPD einigen immer angekündigt haben, werden wir zum Beispiel die Kita-Leitung für administrative Arbeiten freistellen, und in wir werden sie durch zusätzliche Verwaltungskräfte unterstützen. Ange- (Felix Martin (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Das Hilfen hatten wir schon beschlossen!) Um mehr Fachkräfte im Bereich der Erzieherinnen und Erzieher zu gewinnen, werden wir die praxisintegrierte vergütete Ausbildung stark ausweiten. Selbstverständlich werden alle Auszubildenden zur Erzieherin und zum Erzieher zukünftig vergütet. Die Schulgelder an privaten Erzieherfachschulen schaffen wir ab. Wir steigern außerdem die um Zahl der Ausbildungsplätze an den Erzieherfachschulen; wollen, denn einige Leute wollen es durchaus machen, finden aber und keinen Ausbildungsplatz, was auch absurd ist. MenViertens werden wir ein Programm für mehr Heilerziehungspflegerinnen und ‑pfleger auflegen und auch hier den Beruf attraktiver gestalten. ideal. Wunder, Für alle Mangelberufe im Sozial- und Gesundheitswesen wieder gilt: Wir werden intensiver auch Mitarbeitende aus dem Job Ausland anwerben und ausländische Abschlüsse schneller und unbürokratischer anerkennen. Uns ist wichtig, und wir schaffen die Rahmenbedingungen dafür, dass sich diese Menschen in Hessen wohlfühlen werden und dann auch hierbleiben. (Beifall SPD und CDU) Ein wichtiger Bereich ist die Pflege. Wir brauchen einen hessischen Pflegemonitor, der weiterentwickelt werden muss und der die aktuelle Personalsituation in der Pflege abbildet und auch prognostiziert; denn nur so können wir Bedarfe rechtzeitig erkennen und dann auch steuern. Außerdem intensivieren wir die Ausbildung von Lehrkräften für die Pflegeschulen und etablieren ein entsprechendes Stipendium. Liebe Kolleginnen und Kollegen, der Fachkräftemangel im Sozialbereich ist eine der drängendsten Herausforderungen für ganz Hessen. Mit dieser Koalition wird es uns gelingen, ihn zu beheben. Da bin ich mir sicher. – Herzlichen Dank. (Beifall SPD und CDU)

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